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Newsletter

Juli 2015

•  Tropanalkaloide
•  Glyphosat
•  Escherichia coli (E.coli)
•  Geokompetenzzentrum Freiberg e.V.
•  HSH Nordbank Run

 

Liebe Leserinnen & Leser,

mit unserem Juli-Newsletter verabschieden wir uns in die Sommerpause. Die nächste Ausgabe des GBA Newsletters erhalten Sie im September. Wir wünschen Ihnen bis dahin eine gute Zeit & viel Spaß beim Lesen!

Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Tropanalkaloide

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Tropanalkaloide sind natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die vor allem in Nachtschatten­gewächsen wie z.B. Bilsenkraut, Stechapfel und Tollkirsche vorkommen. Es gibt etwa 200 unterschiedliche Tropanalkaloide, wobei Atropin (racemisches Gemisch aus Hyoscyamin-Enantiomeren) und Scopolamin die bedeutendsten darstellen. Sie sollen Pflanzen vor Fraßfeinden schützen.[1] Durch die Verunreinigung von Getreide mit tropanalkaloidhaltigen Fremdsaaten gelangen die Inhaltsstoffe in getreidebasierte Lebensmittel (z.B. Hirse, Buchweizen). Produzenten und Verarbeiter von Getreide und Getreideprodukten sind somit dazu aufgefordert, im Rahmen der guten Herstellerpraxis dafür zu sorgen, dass bei der Ernte der Anteil an Fremdsamen auf ein Minimum reduziert wird.[2]

Einige Alkaloide werden als Arzneimittelwirkstoffe verwendet, so z.B. Atropin in der Notfallmedizin oder der Augenheilkunde.[3] Allerdings sind Tropanalkaloide nicht nur für Fraßfeinde giftig, sondern wirken sich ebenfalls negativ auf den menschlichen Organismus aus. So können sie bereits bei niedrigen Dosierungen die Herzfrequenz und das zentrale Nervensystem beeinflussen. Die typischen Symptome sind Benom­menheit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Die europäische Behörde für Lebensmittel­sicherheit (EFSA) veröffentlichte im Oktober 2013 eine Risikobewertung zu den Tropanalkaloiden. Dabei wurde ein gesundheitsbezogener Richtwert von 0,016 µg/kg Körpergewicht abgeleitet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilt die Einschätzung der EFSA und sieht den Wert als adäquate Basis für eine Bewertung gesundheitlicher Risiken durch mögliche Expositionen gegenüber Tropanalkaloid­kontamination in Lebensmitteln. Durch das geringe Körpergewicht sowie physio­logischer Eigenschaften gehören Säuglinge und Kleinkinder zur gefährdeten Verbrauchergruppe, ebenso Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden.[4]

Aufgrund der Warnmeldungen z.B. im Europäischen Schnellwarnsystem in den letzten Monaten sowie die Risikobewertung der EFSA hat sich die EU-Kommission dazu entschlossen, einen Höchstgehalt für Tropanalkaloide in Getreidebeikost (Babynahrung) in der europäischen Kontaminantenverordnung festzuhalten.[5]

Mit der Empfehlung (EU) 2015/976 vom 19. Juni 2015 zum Monitoring von Tropanalkaloiden in Lebensmitteln ruft die EU-Kommission seine Mitgliedsstaaten auf, weiterer Daten zum Vorkommen der Alkaloide zu sammeln. Ferner sollen die landwirtschaftlichen Bedingungen untersucht werden, unter denen die Tropanalkaloide in das Getreide gelangen. Die Lebensmittelunternehmen sollten sich dabei aktiv beteiligen, um später eine repräsentative Einschätzung zum Risiko für die öffentliche Gesundheit abgeben zu können. Bis Oktober 2016 sollen die Mitgliedsstaaten die Ergebnisse ihrer Untersuchungen an die EFSA weitergeben.[6]

Eine Überwachung soll insbesondere bei folgenden Lebensmitteln erfolgen [EU]:
•    Getreide und Getreideerzeugnisse insbesondere
      - Buchweizen, Sorghum, Hirse, Mais und deren Mehle
      - Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder
      - Frühstückscerealien
      - Mahlerzeugnisse
      - Körner für den menschlichen Verzehr
•    Glutenfreie Erzeugnisse
•    Nahrungsergänzungsmittel, Tees und Kräutertees
•    Hülsengemüse (ohne Hülsen), Hülsenfrüchte und Ölsaaten sowie daraus
      gewonnene Erzeugnisse

Das Monitoring von Tropanalkaloiden in Lebensmitteln geht dabei über die Getreidevielfalt hinaus und umfasst noch weitere pflanzliche Lebensmittel. Die Messung sollte vorzugsweise mittels HPLC-MS/MS erfolgen und die vorgegebenen Bestimmungsgrenzen nicht überschreiten.

Die GBA Laborgruppe führt die Untersuchung der Tropanalkaloide unter den geforderten Bedingungen durch und kann Sie umfassend zu diesem Thema beraten. Bei Fragen kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Mareen Lehmann
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 
Literatur:
[1] AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, http://www.ages.at/themen/rueckstaende-kontaminanten/tropanalkaloide/, Stand 07.07.2015
[2] BLV – Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Schweiz, http://www.blv.admin.ch/themen/04678/04711/06121/index.html?lang=de, Stand 07.07.2015
[3] CVUA Sigmaringen, http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=4&Thema_ID=2&ID=2018&lang=DE&Pdf=No, Stand 07.07.2015
[4] BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung, Hohe Tropanalkoidgehalte in Getreideprodukten: Bei Menschen mit Herzproblemen sind gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich, Stellungnahme 035/2014 des BfR vom 13. November 2013
[5] BLL – Bundesamt für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., Höchstgehalte für Tropanalkaloide in bestimmter Getreidebeikost (Babynahrung) auf EU-Ebene geplant, Rundschreiben BLL-303-2015 vom 18.06.2015
[6] BLL – Bundesamt für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., Kommissionsempfehlung für ein Monitoring auf Tropanalkaloide in Lebensmitteln veröffentlicht, Rundschreiben BLL-322-2015 vom 25.06.2015
[7] http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32015H0976&from=DE, Stand 07.07.2015


 
 

Glyphosat

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Glyphosat (,im Handel meist als „Roundup®“ vertrieben,) ist aktuell das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. Insgesamt sind mehr als 2.000 glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel für landwirtschaftliche Anwendungen in der EU registriert. Es ist ein äußerst wirksames Mittel gegen Unkräuter, da es die Bildung bestimmter essentieller Aminosäuren an den Wachstumspunkten der Pflanze verhindert und dafür über die Blätter und andere grüne Pflanzenteile aufgenommen wird. Der Stoffwechsel der Pflanze kommt zum Erliegen und das Wachstum wird eingestellt. Daher wirkt Glyphosat nur in der aktiven Wachstumsphase der Pflanze. Der Stoffwechsel von Menschen und Tieren verläuft anders, so dass Glyphosat hier nicht die Produktion von Aminosäuren blockiert und man bislang deshalb davon ausgeht, dass Glyphosat für den Menschen nicht schädlich ist.

Wie schon in unserem Newsletter im Januar 2014 berichtet, unterliegt Glyphosat der routinemäßigen EU-Wirkstoffprüfung. In diesem Zusammenhang wurde auch eine erneute gesundheitliche Bewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vorgenommen. In der Mitteilung 002/2015 vom 14. Januar 2015 kommt das BfR zu dem Schluß, dass es bei Versuchstieren keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat gebe. Die Auswertung der Literaturdaten gaben ebenfalls keinen Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte wesentlich zu verändern.[1]

Entgegen der europäischen Risikobewertung wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO im März 2015 in Lyon der Wirkstoff als kanzerogen Gruppe 2A, also wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen eingestuft. Die Daten der IARC wurden online in der Zeitschrift Lancet Oncol am 20.03.2015 publiziert.[2] Der vollständige Bericht der IARC wird im Herbst erwartet. Mit den bislang vorliegenden Informationen kann die Einstufung vom BfR wissenschaftlich schlecht nachvollzogen werden. Es liegen derzeit Anhaltspunkte vor, dass die Bewertungen durch unterschiedliche Grundlagen zustande kommen. Das BfR wird die Monographie der IARC prüfen, sobald diese vorliegt. Zusätzlich kommt das Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) der FAO/WHO, auf dem die Bewertungen von Pestizidwirkstoffen diskutiert werden, zu dem Urteil, dass von Glyphosat kein kanzerogenes Risiko für den Menschen ausgehe. Die WHO hat daher eine „ad hoc expert task force" eingerichtet. Diese soll innerhalb der WHO durch ein wissenschaftliches Divergenzverfahren die Gründe für die unterschiedlichen Bewertungen der Daten durch die IARC und das JMPR aufklären.

Unter diesen nicht vollständig einheitlichen Beurteilungen bekommen Medienberichte über Glyphosat in Urin und Muttermilch eine große Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Die ermittelten Werte von Glyphosat im Urin in einer Recherche von Niemann et al.[3], geben keinen Anlass zur gesundheitlichen Besorgnis. Die daraus errechnete Aufnahmemengen liegen ein bis zwei Zehnerpotenzen unter der von der EU festgelegten, duldbaren täglichen Aufnahmemenge (ADI, acceptable daily intake) von 0,3 mg/kg Körpergewicht bzw. der annehmbaren Anwenderexposition (AOEL, Acceptable Operator Exposure Level) von 0,2 mg/kg Körpergewicht. Es zeigten sich jedoch höhere Konzentration bei Anwendern (Landwirten) als bei Personen, die Glyphosat nur über die Nahrung aufgenommen haben. Grundsätzlich waren die Konzentrationen von Glyphosat in Urin in US-amerikanischen Studien höher als in europäischen, wobei sich auch in Europa ein steigender Trend erkennen lässt. Die Autoren führen dies auf die umfangreichere Anwendung und größere Mengen an importieren Lebensmitteln zurück.

Eine Untersuchung von Muttermilch und Urin bei 16 stillenden Frauen, die von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen veranlasst wurde, sorgte in den letzten Wochen in den Medien für Verunsicherung.[4] Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden mittels eines nicht akkreditierten Messverfahrens ermittelt und wurden mit dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung in Relation gesetzt. Bei dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung handelt es sich nicht um einen toxikologisch abgeleiteten Wert. In diesem speziellen Fall hätte der ADI-Wert herangezogen werden müssen. Ausgehend von einem Neugeborenen mit 3 kg Körpergewicht wäre der ADI-Wert bei 0,9 mg Glyphosat/Tag ausgeschöpft. Die höchste gemessene Konzentration in Muttermilch lag bei 0,43 µg/l.[5] Die gefundenen Werte sind somit nach aktuellem Kenntnisstand der EU als nicht risikorelevant einzustufen.

Nach Aussagen der Auftraggeber der Untersuchungen waren die Mütter nicht einer direkten Exposition durch die Verwendung des Herbizids ausgesetzt (z.B. Landwirtschaft). Deswegen würden die Untersuchungsergebnisse die bislang bekannten Schlussfolgerungen bestätigen, dass Glyphosat im täglichen Leben vom Menschen aufgenommen werde. Die Forderung von Bündnis 90/Die Grünen, das Zulassungsverfahren von Glyphosat zu stoppen oder bereits jetzt schon die Zulassung auszusetzen, basiert auf Grundlage der Einstufung der IARC. Wenn es sich also um einen krebserregenden Stoff handele, dann wären keine Grenzwerte anzusetzen, sondern jede Konzentration sei zu vermeiden. Deswegen sei das Zulassungsverfahren von Glyphosat zu stoppen oder bereits jetzt schon die Zulassung auszusetzen.

Um die Vorgänge transparent zu halten, hat die EU-Kommission am 24. April 2015 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedstaaten, der Industrie und der Nichtregierungsorganisationen (NGO) zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Hierbei konnten kritische Fragen zu der Bewertung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen gestellt werden. Unter anderem wurde die Unabhängigkeit der Experten in europäischen Bewertungsbehörden erläutert. Außerdem wurde die Frage nach der Bewertung der toxikologischen Eigenschaften von Beistoffen (Co-Formulantien) und ihrer Relevanz durch Rückstände in Lebensmitteln gestellt. Bei der Antragstellung seien in Zukunft Beistoffe routinemäßig zu adressieren und dabei die Daten aus dem REACH-Verfahren praktikabler zu nutzen. Ein ausführlicher Bericht der Sitzung steht öffentlich zur Verfügung.[6]

Pflanzenschutzmittelwirkstoffe wie Glyphosat und dessen Haupttransformationsprodukt AMPA (Aminomethylphosphonsäure) werden seit vielen Jahren bei der GBA Laborgruppe untersucht. Durch die weite Verbreitung in Wasser, Böden, Lebensmitteln und biologischen Proben (Biota) ist die analytische Kompetenz sowohl im Geschäftsbereich Lebensmittel als auch Umwelt gegeben. Wir stehen zu diesem Wirkstoff und zu anderen gerne als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Frank Schütt
Tel.: +49 (0)40 797172-0


Literatur:
[1] EU-Wirkstoffprüfung zu Glyphosat: Stand der Dinge und Ausblick, Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) Nr. 002/2015, Stand 14. Januar 2015
[2] Guyton KZ, Loomis D, Grosse Y, El Ghissassi F, Benbrahim-Tallaa L, Guha N, Scoccianti C, Mattock H, Straif K; Carcinogenicity of tetrachlorvinphos, parathion, malathion, diazinon, and glyphosate., Lancet Oncol. 2015, 16(5), 490-491. doi: 10.1016/S1470-2045(15)70134-8. Epub 2015 Mar 20.
[3] Niemann L., SiekeC., Pfeil R., Solecki R., A critical review of glyphosate findings in human urine samples and comparison with the exposure of operators and consumers, J. Verbr. Lebensm. 2015, 10, 3-12, DOI: 10.1007/s00003-014-0927-3
[4] http://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/glyphosat-in-muttermilch_ID_4396067.html, Stand 07.07.2015
[5] http://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/themen_az/agrar/150622_Anonymisierte_ Testergebnisse_Glyphosat.pdf, Stand 07.07.2015
[6] ec.europa.eu/dgs/health_food-safety/dgs_consultations/docs/dgs-consultations_working-groups_20150424_summary_en.pdf, Stand 07.07.2015

 
 

Themenserie Mikrobiologie: Escherichia coli (E.coli)

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Zur Gattung Escherichia zählen gramnegative, fakultativ anaerobe, stäbchenförmige Bakterien, die zur Familie der Enterobacteriaceae gehören. Sie können sowohl peritrich begeißelt und somit beweglich sein, als auch unbeweglich vorkommen.[1] Ihr Wachstumsoptimum liegt zwischen 21-37°C und durch Fermentation von Glucose können sie Säure und Gas bilden.[2] Die Typspezies Escherichia coli ist ein natürlicher Bewohner (Kommensale) des menschlichen und tierischen Darms und für den gesunden Erwachsenen normalerweise nicht gefährlich. Findet man E.coli jedoch außerhalb des Darmtraktes in Lebensmitteln oder Trinkwasser, gilt dieser Befund als Indikator für eine fäkale Verunreinigung. Ferner hat es eine Indexfunktion, da es aufgrund der gleichen ökologischen Herkunft auf die Anwesenheit anderer intestinal vorkommender, gesundheitlich bedenklicher Mikroorganismen (z.B. Salmonellen, Shigellen) hinweisen kann.[1]
E.coli gilt als Opportunist in der Gruppe der Enterobacteriaceae. Bei einer Schwächung der natürlichen Resistenz sowie bei Säuglingen und alten Menschen kann eine Infektion mit invasiven (Überwindung von Epithelbarrieren, Verbreitung über Blut oder Lymphe) Erregern z.B. Harnwegsinfektionen oder chirurgischen Wundinfektionen hervorrufen. Bestimmte Stämme haben die Fähigkeit intestinale Infektionen zu verursachen, die über Schmierinfektionen oder kontaminierte Lebensmittel übertragen werden können. Sie werden als intestinal pathogene E.coli (InPEC) bezeichnet und umfasst folgende Gruppen[3]:

EHEC – Enterohämorrhagische Escherichia coli
Enterohämorrhagische E.coli sind shiga- bzw. verotoxin bildende E.coli-Bakterien (STEC/VTEC). Die gebildeten Toxine sind starke Zellgifte, die beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen können.[4] Neben einer Gastroenteritis (Magen-Darm-Entzündung) oder auch hämorrhagische Colitis (Darmblutungen) kann der Erreger das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen, das häufig mit einem terminalem Nierenschaden verbunden ist. EHEC-Stämme sind extrem infektiös und sehr resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Ebenfalls können sie niedrige pH- und aw-Werte gut tolerieren.[3] Durch Kochen, Braten und Pasteurisieren werden EHEC unter der Voraussetzung, dass mind. 2 Minuten bei 70 °C oder darüber im Kern des Lebensmittels erreicht werden, abgetötet. Der EHEC-Serotyp O157:H7 ist der weltweit am häufigsten mit schweren Krankheitsbildern verbreitete Stamm.[4]
Daneben ist vor allem der E.coli O104:H4 aus dem Jahr 2011 bekannt. Er verursachte in Deutschland und Frankreich einen fatalen Ausbruch, der etliche Besonderheiten aufwies. Der Ausbruchsstamm ist einer neuen Pathogruppe zuzuordnen, die als enteroaggregativen hämorrhagischen E.coli (EAHEC) bezeichnet wird. Der Ausbruch 2011 wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit durch kontaminierte Bockshornkleesamen aus Ägypten und daraus gezüchteten Sprossen verursacht und betraf alle Verzehrgruppen.[1]

EPEC – Enteropathogene E.coli
Enteropathogene E. coli verursachen Diarhöen, ohne dass sie Shigella-ähnlich invasiv sind oder Enterotoxine bilden. Besonders hervorzuheben sind jedoch bestimmte enteropathogene Serovaren (O26:H11, O86:H34, O125:H19), die eine Säuglingsenteritis auslösen können. Die Ausbreitung auf einer Säuglingsstation kann durch Schmierinfektionen bzw. über fäkal kontaminierte Nahrung erfolgen. Ausbrüche unter Erwachsenen sind dagegen eher selten.[3]

EIEC – Enteroinvasive E.coli
Enteroinvasive E.coli können wässrige Durchfälle (mit Blut- und Schleimbeimengung) verursachen, die hauptsächlich über Lebensmittel und Trinkwasser übertragen werden. Biochemisch als auch genetisch und pathogenetisch gibt es eine enge Verwandtschaft zu Shigella ssp.[1]

ETEC – Enterotoxische E.coli
Enterotoxische E.coli-Stämme haben die Fähigkeit hitzelabile (LT) und/oder hitzestabile (ST) Enterotoxine zu bilden, die eine Diarrhöe mit wässrigen Durchfällen, niedrigem Fieber und Übelkeit verursachen kann. Sie sind die häufigste Ursache der sogenannten Reisediarrhöe. In besonders schweren Fällen kann das Krankheitsbild an einen choleraähnlichen Durchfall mit starker Dehydration erinnern. Eine Übertragung der Keime erfolgt hauptsächlich über fäkal verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser.[3]

EAEC – Enteroaggregative E.coli
Enteroaggregative E.coli können vor allem den Dickdarm besiedeln und schädigen, wobei sie Toxine jedoch keine Shigatoxine bilden. Sie verursachen ähnliche Krankheitsbilder wie EPEC und können global als Krankheitserreger in Erscheinung treten.[1]

In der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 sind für verschiedene Produkte die mikrobiologischen Kenndaten für E.coli aufgelistet. In Folge des O104:H4-Ausbruches wurde zusätzlich eine Untersuchungspflicht für Shigatoxin bildende E.coli (STEC) der Serotypen O157, O26, O111, O103, O145 und O104:H4 für Samen und Sprossen eingeführt.[1]

Haben Sie weitere Fragen, dann kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Heike Schlechte
Tel.: +49 (0)40 797172-0



Literatur:
[1] Bülte, M., Goll, M.: Pathogene Mikroorganismen E.coli, 2. komplett überarbeitete Auflage, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2014
[2] Baumgart, J., Becker, B., Stephan, R.: Mikrobiologische Untersuchung von Lebensmitteln, 66. Aktualisierungs-Lieferung, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2014
[3] Krämer, J.: Lebensmittelmikrobiologie, 4. neu bearbeitete Auflage, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart (Hohenheim), 2002
[4] BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung, Schutz vor Infektionen mit enterohämorrhagischen E.coli (EHEC), Berlin 2014

 
 

Mitgliedschaft im Geokompetenzzentrum Freiberg e.V.

von Sabine Nest, GBA Laborgruppe

Die GBA Laborgruppe mit ihrem Standort Freiberg ist seit einigen Monaten Mitglied im Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. 130 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und den entsprechenden Fachbehörden vereinen hier modernste geo- und montanwissenschaftliche Expertise gepaart mit vielen praktischen Erfahrungen.
Das Ziel des Geokompetenzzentrums ist es, Fragestellungen aus Geologie, Bergbauprojekten, Geoökologie und Umweltschutz weiter voranzutreiben.  Die GBA Laborgruppe möchte durch die Mitgliedschaft den aktiven Informationsaustausch unterstützen sowie Kooperationen und Projekte z.B. aus dem Bereich Forschung und Entwicklung mitgestalten.  Wir freuen uns, an dieser spannenden Aufgabe mitwirken zu dürfen.

 
 

HSH Nordbank Run: Laufen für den guten Zweck & für Olympia 2024

von Sabine Nest, GBA Laborgruppe

Die GBA Laborgruppe startete diesmal zum HSH Nordbank Run am Samstag, den 27. Juni mit einem ganz besonderen Team. Die Kolleginnen und Kollegen der Standorte Hamburg, Pinneberg und Hameln bekamen tolle Unterstützung von Ihren Kindern und sogar ein Vierbeiner machte sich mit auf den Weg und motivierte das Team vor Ort.
Rund 852 Teams mit 24.386 Teilnehmern hatten ein gemeinsames Ziel: Laufen für den guten Zweck und für die Olympischen Spiele 2024 in Hamburg. Insgesamt kam hier eine Spendensumme für die Initiative „Kinder helfen Kindern“ von 155.000 € zusammen.
Die GBA Laborgruppe möchte mit dieser Aktion neben der Stärkung des Teamgeistes im Unternehmen auch ihr soziales Engagement in den unterschiedlichen Bereichen des tägliches Lebens weiter zum Ausdruck bringen. 


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