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Juni 2015

•  Zinksalze in Mundwasser und Zahnpasta
•  USA verbannen trans-Fettsäuren aus Lebensmitteln
•  Themenserie Mikrobiologie: Enterobakterien

 

Liebe Leserinnen & Leser,

auch in unserer Juni-Ausgabe begrüßen wir Sie wieder mit spannenden und aktuellen Themen rund um analytische Fragestellungen.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Zinksalze in Mundwasser und Zahnpasta oder freies Zink in Mundhygieneprodukten

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Das Spurenelement Zink ist für die menschliche Gesundheit, wie z.B. das Größen­wachstum, die Reproduktion, die Immunabwehr und die Neuro­modulation, bei denen Zink funktionell beteiligt ist, essentiell wichtig.[1]

Da Zink in diesen Prozessen nicht ersetzt werden kann, steuert der menschliche Organismus die Zinkversorgung bedarfsorientiert. Dadurch wird eine optimale Zinkversorgung im Gewebe und den Organen gewährleistet. Die Steuerung der Zinkkonzentration in den Zellen ist eng mit der von Kupfer ver­knüpft. Bei einer chronischen Zinküberversorgung wird der Kupfergehalt in der Regel so stark gestört, dass unter Umständen gesundheitliche Schäden die Folge sind. Das optimale Level liegt also zwischen empfohlener Ta­geszufuhr, um keinen Mangel entstehen zu lassen und tolerierbarer maximaler Tages­zufuhr, die vom Scientific Committee on Food (SCF, heute Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit - EFSA) festgelegt wurde (Tabelle 1). Da die Spanne zwischen Unter- und Überversorgung gering ist und in beiden Fällen gesundheitliche Auswirkungen folgen können, gehört Zink zu den Hochrisiko-Nährstoffen.

Alter empfohlene
Zinkzufuhr [mg/Tag]
tolerierbare
Höchstaufnahmemengen
Zink [mg/Tag]
unter 1 Jahr bis 2,0  
1-4 Jahre 3,0 7,0
4-7 Jahre 5,0 10,0
7-10 Jahre 7,0 13,0
10-13 Jahre 9,0 18,0
13-15 Jahre 9,5 22,0
männl. Erwachsene 10,0 25,0
weibl. Erwachsene 7,0 25,0


Tabelle1: Empfohlene und tolerierbare Zinkzufuhr [mg/Tag]


Die durchschnittliche tägliche Aufnahme an Zink durch die Nahrung deckt die empfoh­lene Zinkzufuhr ausreichend ab. Männer nehmen nach der „nationalen Verzehrsstudie II“ aus dem Jahre 2008 im Durchschnitt 20,2 mg Zn2+/Tag und Frauen 15,1 mg Zn2+/Tag auf.[2] Diese Werte liegen deutlich über der empfohlenen Zinkzufuhr pro Tag und zum Teil nahe der tolerierbaren maxi­malen Tageszufuhr.

Laut der Kosmetik-Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 Anhang III dürfen Produkte mit wasser­löslichen zinkhaltigen Salzen eine Höchstkonzentration von 1,0 % freies Zink (Zn2+) enthalten. Darunter fallen Mundhygieneprodukte wie Mundwasser und Zahnpasta.

Das Scientific Committee on Consumer Safety hat in einer Analyse zur Zinkaufnahme von 2012 eine tägliche Verwendung von 21,62 g Mundwasser ermittelt.[3] Hiervon sind 10 % oral verfügbar, was bei einem Mundwasser mit 1,0 % an freiem Zink zu einer Aufnahmemenge von 21,6 mg/Tag führt.
Von der tolerierbaren täglichen Höchstaufnahmemenge Zink sollen maximal 10% aus kosmetischen Mitteln stammen. Der Wert würde somit bei 2,5 mg/Tag liegen. Die durch Mundwasser aufgenommenen Mengen entsprechen dem 8-fachen Gehalt des empfohlenen Maximalwertes.

Nimmt man die durch Mundwasser und Nahrung aufgenommenen Mengen zu sich, so ergeben sich für Männer 41,8 mg Zn2+/Tag und für Frauen 36,7 mg Zn2+/Tag. Damit überschreiten die aufgenommenen Mengen an Zink die tolerierbaren täglichen Höchstaufnahmemengen.

Anders verhält es sich bei Zahnpasta. Hier sind die täglichen Verbrauchs­mengen nicht so hoch. Die Angaben liegen zwischen 4,9 und 5,4 Tuben Zahnpasta (75 ml) pro Kopf und Jahr.[4,5] Das entspricht ca. 1 g Zahnpasta pro Tag. Bei gleichem Ansatz wie beim Mundwasser (10 % oral verfügbar und 1 % freies Zink in der Zahnpasta) ergibt sich eine tägliche Aufnahme von 1mg/Tag. Hier würde nur die theoretische Gefahr für Säuglinge bestehen, die jedoch in der Regel noch keinen entsprechenden Zahnpastaverbrauch haben. Anders muss bei Kindern und Jugendlichen gerechnet werden, wenn die oral aufgenommene Menge der Zahnpasta 10 % überschreitet. Durch die Kombination von Nahrung und Zahnpasta kann die tolerierbare tägliche Höchstaufnahmemenge an Zink schnell überschritten werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher in seiner Stellungnahme 011/2015 für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 17. Lebensjahr, dass Mundhygieneprodukte wie Zahnpasta, die gezielt für Kinder ausgelobt werden, zinkfrei sein sollten bzw. Produkte für Erwachsene entsprechend gekennzeichnet werden.
Obwohl eine erste, stichprobenartige Überprüfung realer Zink-Gehalte in Zahnpasta und Mundwasser in Deutschland unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes lagen, empfiehlt das BfR zur Risikominimierung, die gesetzlich zugelassene Höchstkonzentration von 1,0 % Zink in Mundwasser auf 0,1 % zu verringern.

Mundhygieneprodukte, wie Mundwasser und Zahnpasta, aber auch Nahrungs­ergänzungsmittel und deren Inhaltsstoffe sind immer wieder Themen, die bei der GBA Laborgruppe mit großem Interesse verfolgt werden. Die Liste der bei der GBA untersuchten Analyten in den verschiedenen Aufgabengebieten wird entsprechend der wachsenden Nachfrage und des größer werdenden Interesses immer weiter ausgebaut, um auch hier für Sie als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)5151 9849-0



Literatur:
[1] J.E. Cummings, J.P. Kovacic, J Vet Emerg Crit Care, 2009, 19(3), 215-240, The ubiquitous role of zinc in health and disease.
[2] NVSII Nationale Verzehrsstudie II (2008). Ergebnisbericht Teil 2. Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. Herausgeber Max Rubner-Institut Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel.
[3] SCCS Scientific Committee on Consumer Safety (2012), The SCCS's Notes of Guidance for the Testing of Cosmetic Substances and their Safety Evaluation 8TH Revision SCCS/1501/12. The SCCS adopted this opinion at its 17th plenary meeting of 11 December 2012.
[4] http://www.colgate.de/OralHealthMonth/DE/2008/arch/2007/gallery/MdM-Presseinfo_2007_infografiken_verbrauch.pdf, Stand 18.06.2015
[5] http://www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article104963559/Gesundheit-Jeder-Deutsche-verbraucht-fuenfeinhalb-Tuben-Zahnpasta.html, Stand 18.06.2015


 
 

Die USA verbannen trans-Fettsäuren aus Lebensmitteln

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat sich dazu entschlossen, die als gesundheitsgefährdend geltenden trans-Fettsäuren in Lebensmitteln zu verbieten. Sie erhofft sich dadurch die Gefahr für die öffentliche Gesundheit zu reduzieren.[1] Trans-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren mit einer oder mehreren Doppelbindungen, wobei die Wasserstoffatome an den durch Doppelbindung verknüpften Kohlenstoffatomen sich auf entgegengesetzten Seiten befinden. Sie können durch Mikro­organismen im Pansen von Wiederkäuern entstehen, die die aus der Nahrung aufgenommenen Fettsäuren hydrieren. Synthetische trans-Fettsäuren entstehen bei der Fetthärtung von pflanzlichen Fetten. Dieser lebensmittel­technologische Prozess wird z.B. bei der Herstellung von Margarine durchgeführt, um die Textur und die Stabilität von Fetten und Ölen (durch Umwandlung von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren) zu verändern.[2] Einen großen Teil von trans-Fettsäuren haben Lebensmittel wie Backwaren, Fertiggerichte, Snacks, Kekse, Waffeln und frittierte Speisen sowie Margarine.[3]

Trans-Fettsäuren erhöhen den LDL-Cholesterinspiegel und senken den HDL-Cholesterinspiegel im Blut. Durch eine erhöhte Aufnahme oberhalb von 2 % der Nahrungsenergie steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Es wird eine Aufnahme von max. 1 % empfohlen.[4] Die FDA möchte durch das Verbot der trans-Fettsäuren in Lebensmitteln koronare Herzkrankheiten (Erkrankung der Herzkranzgefäße) reduzieren und dadurch Herzinfarkten entgegenwirken. Auch wenn der Verzehr bereits deutlich gesunken sei, siehe die Behörde weiterhin eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Innerhalb von drei Jahren sollen die Lebensmittelhersteller ihre Produkte soweit überarbeiten, dass die trans-Fettsäuren aus Lebensmitteln entfernt werden und nur noch in Ausnahmefällen mit Zustimmung der FDA zulässig sind.[1]

In Deutschland und Europa gilt bislang kein Verbot der trans-Fettsäuren, allerdings wurden bereits in den letzten Jahren Schritte unternommen, die Gehalte in Lebensmitteln durch die Entwicklung von Qualitätsleitlinien oder geänderten Rezepturen von Fertiggerichten zu reduzieren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte in Studien fest, dass ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen besteht, jedoch die meisten Verbraucher in Deutschland weniger als 1 % ihrer Nahrungsenergie als trans-Fettsäuren verzehren. Die durchschnittliche Aufnahme liegt bei 0,66 % in Deutschland. Aus Sicht des BfR ist somit die Aufnahme von trans-Fettsäuren derzeit kein relevanter Risikofaktor.[4]

Die GBA Laborgruppe führt Untersuchungen zu Fettsäuren durch und kann Sie umfassend zu diesem Thema beraten. Bei Fragen kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Mareen Lehmann
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] umwelt-panorama.de/news.php?newsid=285464 , Stand 18.06.2015
[2] Deutsche Gesellschaft für Ernährung,
www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/trans-fettsaeuren/ ,Stand 18.06.2015
[3] BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung, Gesundheitliche Bewertung von Fettsäuren,
www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung _von_fettsaeuren-54422.html, Stand 18.06.2015
[4] BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung, Höhe der derzeitigen trans-Fettsäureaufnahme in Deutschland ist gesundheitlich unbedenklich, Stellungnahme 028/2013 des BfR , Stand 06..062013

 
 

Themenserie Mikrobiologie: Enterobakterien

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Enterobakterien, auch Enterobacteriaceae genannt, sind gramnegative Stäbchenbakterien, deren Stoffwechsel fakultativ anaerob ist. Daher können sie bei Anwesenheit von Sauerstoff (aerob) Stoffe abbauen als auch unter anaeroben Bedingungen (kein Sauerstoff) Gärung betreiben. Sie bilden keine Sporen und können sowohl beweglich (peritriche Begeißelung) als auch unbeweglich sein. Weiterhin können Sie Glucose fermentieren und Nitrat zu Nitrit reduzieren. Enterobakterien kommen ubiquitär vor, sowohl im Darm von Mensch und Tier als auch im Boden, im Wasser und auf Pflanzen.[1]

Eine Vielzahl von Krankheitserregern (z.B. Salmonella ssp., Shigella ssp., pathogene Escherichia coli, Yersinia pestis, Yersinia pseudotuberculosis) gehört zur Gruppe der Enterobakterien. Sie sind obligat pathogen und können schwere Erkrankungen hervorrufen. Einige andere Gattungen dagegen sind Opportunisten (z.B. Enterobacter, Klebsiella), d.h. sie sind nur unter bestimmten Bedingungen als Krankheitserreger zu sehen.[2] Ferner sind einige Enterobakterien, die im Erdboden, im Wasser und/oder auf Pflanzen vorkommen, dafür bekannt phytopathogene Erreger zu sein.[1]

Zur Familie der Enterobakterien gehören auch die coliformen Bakterien, welche eine heterogene Bakteriengruppe darstellen, die nicht durch taxonomische Merkmale (systematische Kategorisierung)  definiert ist, sondern nur durch Nachweisverfahren. Es sind gramnegative, fakultativ anaerobe Stäbchen, die Lactose unter Gas- und Säurebildung innerhalb von 48 Stunden bei Tempera­turen zwischen 30 und 37 °C fermentieren. Dazu gehören Gattungen wie Escherichia, Enterobacter, Citrobacter und Klebsiella.[2]

Aus historischen Gründen ist die Untersuchung auf coliforme Keime vor allem bei Wasser, Milch- und Milchprodukten verbreitet. Früher sollten sie bei unbehandelten Lebensmitteln einen Hinweis auf fäkale Verunreinigungen geben. Nachdem jedoch später eine schnelle und einfache Methode für den Nachweis von E.coli entwickelt wurde, gewann die Untersuchung auf Enterobakterien eine noch größere Bedeutung. Bei anderen Lebensmittel­gruppen wie Fleisch und Fleischerzeugnissen ist der Nachweis von Enterobakterien von Bedeutung und der Nachweis von E.coli als Indikator für eine fäkale Verunreinigung anzusehen.[2] Auch bei anderen Lebensmittel­gruppen wie Fleisch und Fleischerzeugnissen sind die Untersuchung von Enterobakterien und auch E.coli (Indikator einer fäkalen Verunreinigung) relevant.

Haben Sie weitere Fragen, dann kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Heike Schlechte
Tel.: +49 (0)40 797172-0



Literatur:
[1] Krämer, J.: Lebensmittelmikrobiologie, 4. neu bearbeitete Auflage, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart (Hohenheim), 2002
[2] Baumgart, J., Becker, B., Stephan, R.: Mikrobiologische Untersuchung von Lebensmitteln, 66. Aktualisierungs-Lieferung, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2014


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