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Wissen, was drin ist.

Newsletter

Februar 2018

• Änderung der Pestizid-Verordnung
• Nahrungsergänzungsmittel
• Themenserie Umweltkontaminanten: 
   Cyanide
• Veranstaltungen im Bereich Umwelt

 

Liebe Leserinnen & Leser,

unser Februar-Newsletter informiert Sie im Bereich Lebensmittel neben den neusten Anforderungen von Anhang I der Pestizid-Verordnung zu dem umfangreichen Thema Nahrungsergänzungsmitteln. Im Umweltbereich geht es diesen Monat in unserer Serie Kontaminanten um Cyanide. Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, die GBA Laborgruppe auf zwei einschlägigen Umweltveranstaltungen persönlich zu treffen. Sollten Sie Fragen oder Anre­gungen für uns haben, schrei­ben Sie ger­ne an .

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Änderung von Anhang I der Pestizid-Verordnung

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Mit der Veröffentlichung der Verordnung (EU) 2018/62 der Kommission vom 17. Januar 2018 zur Ersetzung des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 wurde das Vorhaben einer umfangreichen Änderung der Warengruppen abge­schlossen. Damit wurden u. a. neue Warenarten in den Anhang I der Verord­nung aufgenommen, Erläuterungen (z. B. für welchen Teil der Rückstands­höchstgehalt (RHG) gilt) angefügt sowie einige Zuordnungen und Fußnoten geändert. Aufgrund der umfassenden Anpassungen wurde der Anhang I kom­plett ersetzt.[1]

Bereits im Januar berichteten wir über die Änderungen bei Rettich- und Radies­chenblättern. Im Folgenden wollen wir zusätzlich auf weitere Änderungen hin­weisen:[1]

Die Warengruppe „Reis“ wurde spezifiziert und der RHG bezieht sich auf „husked rice“ (brown rice; entspelzter Reis). Folglich muss be- oder verarbei­teter Reis mit einem Verarbeitungsfaktor beurteilt werden.
„Chia-Samen“ wurden der Warengruppe „Buchweizen und anderes Pseudoge­treide“ zugeordnet und  „Moringa-Blätter“ fallen unter der Bezugswarenart „Mate“.
„Ingwer“ ist nun doppelt im Anhang I der Verordnung zu finden, zum einen in Teil A als Rhizom-Gewürz und zum anderen als Gemüse in Teil B unter Be­zugswarenart „Meerrettiche“. Ab dem 01. Januar 2020 gilt dann unter Berück­sichtigung eines Verarbeitungsfaktors gemäß Artikel 20 Absatz 1 der VO (EG) Nr. 396/2005 für das Gewürz Ingwer der RHG für Ingwerwurzel (Anhang I Teil B, identischer RHG mit Meerrettich).

Die Verordnung (EU) 2018/62 ist am 12. Februar 2018 in Kraft getreten, gilt jedoch rückwirkend zum 01. Januar 2018.

Die GBA Laborgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sie über gesetzliche Änderungen zu informieren. Für eventuelle Rückfragen kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Stefanie Riechers
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V., BLL-Rundschreiben 050-2018 vom 24.01.2018

 
 

Nahrungsergänzungsmittel: Neue Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind bei deutschen Verbrauchern sehr ge­fragt und beliebt. Ungefähr ein Drittel der Erwachsenen greift regelmäßig zu NEM, davon circa ein Viertel zu mehr als einem Produkt pro Tag. Hierbei wer­den NEM öfter von Frauen als von Männern und besonders von Personen über 35 Jahren mit einem höheren Bildungsstatus eingenommen. Auch Personen mit einem gesünderen Lebensstil und einer ausgewogenen Ernährung weisen ein großes Interesse an NEM auf. Insgesamt ist Deutschland EU-weit betrachtet mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro von April 2013 bis März 2014 einer der größten Absatzmärkte für NEM, Tendenz steigend.[1,2]

Die vertriebenen Produkte setzen sich neben Vitaminen und Mineralstoffen häu­fig aus weiteren Substanzen mit physiologischer Wirkung wie Aminosäuren, Fettsäuren, Pflanzenextrakten und Mikroorganismen zusammen. Die Aufma­chung dieser Produkte verspricht den Verbrauchern viele positive Effekte für die Gesundheit, das Wohlbefinden und eine verbesserte Leistungsfähigkeit. Doch viel hilft nicht immer viel. Grundsätzlich wird ein gesunder Körper bereits durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit allen lebensnot­wendigen Nährstoffen versorgt. Durch die Einnahme von hoch dosierten NEM und von angereicherten Lebensmitteln steigt durch die Überversorgung an Nähr­stoffen das Risiko für unerwünschte gesundheitliche Nebeneffekte.[1,2]

Gesetzlich vorgeschriebene Höchstmengen für die zugesetzten Substanzen wurden bis heute weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene festgelegt, obwohl in Deutschland und anderen EU-Ländern in den letzten Jahren mehrere Modelle für die Höchstmengenableitung entwickelt und diskutiert worden sind. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seine im Jahr 2004 empfohlenen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in NEM geprüft und diese auf Basis des derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnis­standes aktualisiert. Die Ergebnisse sind im Journal für Verbraucherschutz und Le­bensmittelsicherheit (DOI 10.1007/s00003-017-1140-y) veröffentlicht worden.[1,2]

Die ermittelten Höchstmengen wurden unter Berücksichtigung von drei subs­tanziellen Faktoren hergeleitet: den von der Europäischen Behörde für Lebens­mittelsicherheit (EFSA) abgeleiteten tolerierbaren höchsten Tagesaufnahme­mengen (Tolerable Upper Intake Level, kurz UL), den Zufuhrmengen von Vita­minen und Mineralstoffen durch die übliche Ernährung sowie den jeweiligen Zufuhrreferenzwerten (Recommended Daily Allowance; RDA). Produkte, die die empfohlenen BfR-Höchstmengen einhalten und entsprechend den Herstelleran­weisungen eingenommen werden, sollen nach derzeitigem Stand des Wissens für Verbraucher ab 15 Jahren kein gesundheitliches Risiko durch eine über­mäßige Nährstoffaufnahme darstellen und Personen mit einer geringen Nähr­stoffzufuhr eine ausreichende Ergänzungsmöglichkeit bieten, ohne bei adäqua­ter Nährstoffzufuhr das Risiko für Überschreitungen der ULs wesentlich zu er­höhen. Bei einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen wird von dem BfR zusätzlich eine verpflichtende Angabe auf dem Produkt bzw. auf der Verpackung empfoh­len. Die einzelnen Vitamine und Mineralstoffe sowie die dazugehörigen ver­pflichtenden Angaben sind ebenfalls im Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (DOI 10.1007/s00003-017-1140-y) zu finden. Das BfR macht des Weiteren darauf aufmerksam, dass neue wissenschaftliche Erkennt­nisse und zukünftige Marktentwicklungen unter Umständen Anpassungen der empfohlenen Höchstmengen erforderlich machen und dass die Höchstmengen­vorschläge als Grundlage für die Schaffung von gesetzlichen Regelungen die­nen können.[1,2]

Die GBA Laborgruppe hat die Analytik von Vitaminen und Mineralstoffen sowie von weiteren Nährstoffen bereits seit Jahren im Portfolio der Untersuchungsme­thoden etabliert und steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner gerne zur Verfügung. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Kundenbetreuer bei der GBA Laborgruppe oder
 
GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Julia Bartels
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] bfr.bund.de/de/presseinformation/2018/01/hoechstmengen_fuer_vitamine _und_mineralstoffe_in_nahrungsergaenzungsmitteln-203269.html, Stand 09.02.2018
[2] link.springer.com/article/10.1007%2Fs00003-017-1140-y, Stand 09.02.2018

 
 

Themenserie Umweltkontaminanten: Cyanide

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Cyanide sind Salze des Cyanwasserstoffs (HCN), auch bekannt als Blausäure. Die reine Blausäure ist eine bei 25,7 °C siedende und hochentzündliche Flüs­sigkeit, die aufgrund ihres relativ hohen Dampfdruckes zusätzlich stark flüchtig ist. Desweiteren weist sie neben einem charakteristischen Geruch, der von vie­len Menschen als bittermandelartig aufgefasst wird, eine hohe Toxizität auf. Die Toxizität beruht auf der Komplexierung des dreiwertigen Eisens der Cytochrom-Oxidase. Hierdurch wird die Reduktion von Fe3+ zu Fe2+ und die anschließen­de Oxidation des Cytochrom-Eisens verhindert, so dass die Sauerstoffabgabe des Blutes an das durchströmte Gewebe und die damit verbundene intrazellu­läre Atmung unterbunden wird („innere Erstickung“).

Die in der Blausäure enthaltenen Cyanid-Ionen (CN-) sind in Verbindung mit Alkali- und Erdalkalimetallen leicht freisetzbar und gut wasserlöslich, weshalb sie in der Umwelt häufig vorzufinden sind. Zu den leicht freisetzbaren Cyanid-Verbindungen zählen auch die schwach komplexen Cyanide des Cadmiums, Zinks, Silbers und Kupfers. Mit anderen Metallen wie Eisen, Cobalt und Gold werden hingegen starke Cyanokomplexe ausgebildet, wobei Nickel-Komplexe eine Zwischenstellung einnehmen. Ein bekannter Komplex, der für seine cha­rakteristische blaue Farbe geläufig ist, ist das Berliner Blau (Eisenhexacyano­ferrat). Die starken Cyanokomplexe sind grundsätzlich wasserunlöslich und schwer freisetzbar, wodurch sie folglich in der Umwelt weniger oft vorzufinden sind. Die Toxizität dieser Komplexe hängt maßgeblich von den jeweiligen Metall-Kationen, den Umgebungsbedingungen sowie dem pH-Wert des Milieus ab, was zusammengenommen ausschlaggebend für die Freisetzung der Cyanid-Ionen ist.

Neben anorganischen Verbindungen kommen die Cyanide auch in organischen Verbindungen vor. Die darin enthaltenen Cyanogruppen kommen natürlich in geringen Mengen in einigen Pflanzen sowie Lebensmitteln (z. B. Mandeln, Pflau­men- und Aprikosenkernen) als cyanogene Glykoside vor. Heute sind etwa 10 000 Pflanzenarten mit cyanogenen Glykosiden bekannt. Diese Mengen sind jedoch nicht umweltrelevant.[1] Relevante Mengen werden großtechnisch durch die katalytische Umsetzung von Ammoniak mit Methan, Kohlenstaub oder Koh­lenmonoxid hergestellt. Alkalicyanide finden Verwendung in der Aufbereitung von Gold- und Silbererzen (Cyanidlaugerei), der Oberflächenhärtung (Carboni­trierung) von Stahl sowie in der Galvanotechnik (alkalische Cyanidbäder für Kupfer, Silber, Gold u. a.). Daneben entstehen Cyanide als unerwünschtes Nebenprodukt bei den Prozessen der Koks- und Roheisenerzeugung. Auch auf ehemaligen Gaswerksgeländen sind Cyanide häufig verbreitet. Sie stammen in aller Regel aus der Gasreinigung und liegen als komplex gebundenes Berliner Blau vor.[1]

Das auf verschiedenen Wegen in die Umwelt gelangte Cyanid ist abhängig von seiner Komplexierung potentiell gefährlich, wodurch es bei der Verwertung von Boden im Untersuchungsspektrum miterfasst wird. Hierbei wird zwischen leicht freisetzbaren Cyaniden und Gesamtcyanid unterschieden. Die Untersuchung erfolgt nach der DIN EN ISO 17380.[2] Es findet eine 16 stündige Extraktion im alkalischen Milieu statt. Die erhaltenen Extrakte werden komplexiert und der Farbkomplex mittels Continuous-Flow Analysis (CFA) quantitativ bestimmt. Da­bei können die leicht freisetzbaren Cyanide und das Gesamtcyanid bestimmt werden. Die Differenz wird dabei als komplex gebundenes Cyanid berechnet. Für leicht freisetzbare Cyanide und für das Gesamtcyanid bestehen Zuord­nungswerte im Eluat und für das Gesamtcyanid im Boden als Feststoffkriterien nach der Mitteilung der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) 20.[3]

Die GBA Laborgruppe untersucht im Rahmen der LAGA Untersuchungen Cya­nide in unterschiedlichsten festen Matrices seit Jahren routinemäßig mit den neuesten Geräten und Aufarbeitungsmethoden. Dabei beobachtet die GBA kon­tinuierlich neue Entwicklungen in diesem Bereich. Die Liste der bei der GBA untersuchten Analyten in den verschiedenen Aufgabengebieten Umwelt und Lebensmittel wird entsprechend der neuen und wachsenden Anforderungen ständig aktualisiert und weiter ausgebaut, um auch hier für Sie als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] www.umwelt.sachsen.de/umwelt/download/boden/Cyanide.pdf, Stand 12.12.2017
[2] DIN EN ISO 17380:2013-10; Bodenbeschaffenheit - Bestimmung des Gehalts an Gesamtcyanid und leicht freisetzbarem Cyanid - Verfahren mittels kontinuierlicher Durchflussanalyse
[3] www.laga-online.de/documents/m20_nov2003u1997_1503992438.pdf, Stand 13.12.2017

 
 

Veranstaltungen im Bereich Umwelt

von Sabine Nest, GBA Laborgruppe

Zwei wichtige Veranstaltungen sind im Terminkalender der GBA Laborgruppe fest eingetragen. Treffen Sie uns am 02. - 03. März 2018 in Berlin im Tagungs­hotel Maritim zur 24. Fachtagung Abbruch. Neben 115 Ausstellern und rund 900 Teilnehmern gehört die Fachtagung zu Europas größter Veranstaltung für Ab­bruch und Rückbau. Gerne informieren wir Sie über unser umfangreiches Pro­duktportfolio und ste­hen Ihnen als kompetenter Partner für die Untersuchung von Bauwerken (Hoch- und Tiefbau) bei der Sanierung oder beim Abbruch zur Verfügung.

Am 08. - 09. März 2018 organisiert der Ingenieurtechnische Verband für Altlas­tenmanagement und Flächenrecycling e.V. gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz das ITVA Altlasten­symposium im Kurfürstlichen Schloss Mainz. Neben interessanten Fachvorträ­gen und spannenden (Podiums-) Diskussionen findet begleitend eine Fachaus­stellung statt. Auch hier präsentiert sich die GBA Laborgruppe mit einem Stand. Besuchen Sie uns vor Ort und informieren Sie sich über das breite Analyse­spektrum im Bereich Altlasten.

Für weitere Fragen sowie Terminvereinbarungen zur Fachtagung Abbruch und dem ITVA Altlastensymposium steht Ihnen Herr Franz Bogler () gerne zur Verfügung.


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