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Wissen, was drin ist.

Newsletter

Januar 2017

• Boden des Jahres 2017
• Ethoxyquin in Lebensmitteln
• Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe
• Allergene
• Im Februar ist Messezeit
• Unterstützung Deutsche Kinder
krebsstiftung

 

Liebe Leserinnen & Leser,

wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Start in das neue Jahr und begrüßen Sie zur ersten Ausgabe unseres Newsletters in 2017, in dem wir wieder spannende Inhalte aus den Bereichen Umwelt und Lebensmittel für Sie bereit halten.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Boden des Jahres 2017 - Gartenboden (Hortisol)

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Der Boden des Jahres 2017 ist der Gartenboden. Der Gartenboden oder Horti­sol (lat. hortus = Garten und solum = Boden) ist ein Boden, der sich durch eine gärt­nerische Bewirtschaftung aus anderen Böden entwickelt hat. Er ist ein von Men­schenhand über Generationen geschaffener Boden mit mächtigem, humus­reichem Oberboden, der sehr fruchtbar ist. Der Gartenboden ist ein wichtiges Archiv unserer Kulturgeschichte und wird international Hortic Anthrosol ge­nannt.[1]

Der Mensch bearbeitet Böden seit der Steinzeit und ist so zum bodenbildenden Faktor geworden. Durch wenden und durchmischen von Böden, einarbeiten von Kompost und anderen organischen Materialien wurden die Böden lockerer und fruchtbarer.

In und um die wachsenden Städte haben die Bürger seit dem Mittelalter inner­halb und außerhalb der Stadtmauern Bürgergärten zur privaten Nahrungsmittel­versorgung aber auch zum Erwerbsanbau für die Märkte der Städte angelegt und über Generationen bewirtschaftet. So entstanden die Gartenböden:

•  Klostergärten
•  Burg- und Schloßgärten
•  Bürgergärten in und um Städte
•  Bauerngärten in und am Rand von älteren dörflichen Siedlungen und 
   auf Gutshöfen

Die Klöster besaßen schon im frühen Mittelalter ein großes Netzwerk über ganz Europa und waren zu Ihrer Zeit mit Ihren Klostergärten Orte innovativer Boden­kultur. In den Klostergärten züchteten die Nonnen und Mönche neue Obst- und Gemüsesorten wie Kohl, Pastinaken, Zwiebeln und Spinat, Ziergewächse und Küchenkräuter, die von dort aus ihren Weg in die bäuerlichen Gärten fanden.

Ebenso wurden die Burg- und Schloßgärten auch als umfangreiche Gärtnereien zur Versorgung der Bevölkerung betrieben. In den Küchengärten wurden in Früh­beeten und Gewächshäusern vielerlei Kulturen wie Rüben, Salat, Kresse und Spinat, Bohnen, Kürbis, Spargel, Artischocken und Melonen angebaut. In städ­tische Siedlungen zogen die Nutzgärten im 12. und 13. Jahrhundert ein. [3]

Heute sind diese wichtigen Archive unserer Kulturgeschichte weitgehend unter Rasen und Parkanlagen versteckt. Nur in kleinen Arealen werden Sie heute noch als Nutzgärten bewirtschaftet. Die Kultur der Schrebergärten ist ein gutes Bei­spiel. Wir erleben ein Nebeneinander traditioneller Gartenkultur in Bürger­gärten und Urban Gardening als neue Form, Gärten anzulegen und Nutzpflan­zen sowie Blumen anzubauen. Beide Formen dienen nicht nur der Produktion von Lebens­mitteln. Sie sind auch Orte der Begegnung, der Freizeitgestaltung und der Frei­räume für Kinder und junge Familien.

Ein typisches Kennzeichen guter Gartenböden ist der besonders lockere, fein­krümelige und humusreiche Oberboden, wodurch der Boden dunkelgraubraun gefärbt ist. Durch regelmäßige Bodenbearbeitung, regelmäßige Bewässerung, Humus- und Kalkzufuhr und durch besonders viele Bodentiere wie Regenwür­mer, Springschwänze und Insektenlarven erhält er seine lockere Struktur. Auf­grund der vielen Hohlräume ist der Boden gut durchlüftet und kann gleich­zeitig durch seinen Ton- und Humusgehalt viel Wasser und Nährstoffe für die Garten­pflanzen speichern. Der Humusgehalt nimmt nach unten hin langsam ab und reicht je nach Dauer der menschlichen Nutzung in Tiefen um 40 bis > 100 cm. Diese Bodenzo­ne enthält im Vergleich zu anderen Böden viel Phosphor und Stickstoff und damit zwei wichtige Nährstoffe für Kulturpflanzen. Tonteil­chen und der hohe Humusge­halt können viel Regenwasser speichern und den Pflanzen zur Verfügung stellen. Durch den hohen Humusgehalt ist der Boden stark belebt. Unter einem Quadrat­meter Gartenbodenfläche leben weit mehr Organismen (Insekten, Spinnen, Rin­gelwürmer, Kleinsäuger, Pilze, Bakterien) als es Menschen auf der Erde gibt. [2]

Ist der Gartenboden gefährdet? 
Der Gartenboden wird im innerstädtischen Raum zunehmend überbaut wo­durch wertvolle Zeugnisse unserer Kulturgeschichte z.T. verloren gehen. An­dere Flächen werden nicht mehr ausreichend gewendet und mit organischen Substanzen (Mulch, Kompost, Gülle, Abfällen) versorgt. Zusätzlich werden durch Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel die belebten Orga­nismen beeinflußt und damit der Boden selbst. In vielen Städten werden durch Gartenarbeitsschulen und Schulgärten positive Impulse gesetzt, um bereits Kin­dern und Jugendlichen den Wert von Böden und ihre Funktionen zu vermitteln. Besonders die Beschäftigung mit Gartenböden, die oft in Ballungsgebieten wie Oasen den einzigen Zugang zur knappen Ressource Boden innerhalb versie­gelter Areale ermöglichen, tragen zur Wahrnehmung der Verantwortung für den Bodenschutz bei.

Die Benennung einer Bodenart des Jahres durch das Umweltbundesamt ist nur ein Mittel, die Sensibilität in der Bevölkerung für einen sorgfältigeren Umgang mit der endlichen Ressource Boden umzugehen. Die GBA Laborgruppe unter­stützt diese Aktion durch die Weitergabe solcher Informationen an unsere Le­ser. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Umweltna­lytik haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Labor­gruppe oder:

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] www.umweltbundesamt.de/publikationen/flyer-boden-des-jahres-2017-gartenboden; Stand 12.01.2017
[2] http://bodendesjahres130.apps-1and1.net/, Stand 12.01.2017
[3] http://www.bodenwelten.de/content/gartenboden-oder-hortisol-boden-des-jahres-2017, Stand 12.01.2017

 
 

Ethoxyquin in Lebensmitteln

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Ethoxyquin ist ein Aromat aus der Gruppe der Chinoline. In der Produktion von Reifen wurde der Stoff angewendet, um das oxidationsbedingte Verspröden zu verhindern. Später wurde es sowohl in der Futtermittelherstellung als auch als Pflanzenschutzmittel zum Schutz vor Schalenfäule bei Birnen in Gewächs­häusern eingesetzt. Seit dem Jahr 2011 ist es als Pestizid nicht mehr zuge­lassen. Bei der Futtermittelherstellung dient der Stoff als Antioxidationsmittel, es verhindert dabei natürliche Oxidationsprozesse des enthaltenen Fetts. Infolge der Oxidation verliert das Futter an Wert und es kommt nicht nur zur Beein­trächtigung des Geschmacks, sondern in der Folge auch zu einer reduzier­ten Futteraufnahme und Verdaulichkeit. Aufgrund des Einsatzes von Ethoxy­quin gewinnen z.B. Fischmehl und Fischöl an Haltbarkeit und Lager­fähigkeit. Über das Futter gelangen so Rück­stände in Fische, z.B. Lachse. Dabei lagert sich neben der Reinsubstanz auch das Dimer (2 Moleküle verknüpft) im fett­haltigem Gewebe an. Das Dimer ist schwer abbaubar und wird auch nur in ge­ringen Mengen ausgeschieden.[1]

Der Stoff Ethoxyquin selbst gilt nicht als genotoxisch (DNA-schädigend), jedoch stellte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) fest, dass einer seiner Metaboliten, Etho­xyquin-Chinomin, genotoxisch sein könne. Die Neubewertung im Rahmen des bestehenden Verfahrens aller Futtermittel­zusatzstoffe ergab bislang keine abschließende Risikobewertung für Verbrau­cher oder Umwelt.[2]

Als Zusatzstoff E324 ist Ethoxyquin gemäß VO (EG) Nr. 2316/1998 mit einem Höchstgehalt von 150 mg/kg im Futter zugelassen. Dieser maximal zulässige Ge­halt an Antioxidationsmitteln in Futtermitteln gilt auch für Kombinationen von Ethoxyquin und anderen Zusatzstoffen, wie z. B. Butylhydroxianisol (E 320) oder Butylhydroxitoluol (E 321). Seit Ethoxyquin nicht mehr als Pestizid zuge­lassen ist, gilt auch die bis 2011 in der Rückstands-Höchstmengenverordnung (RHmV, An­lage 5, § 1 Abs. 4 Nr. 1) maximal zulässige Konzentration von
0,01 mg/kg für Lebensmittel nicht mehr.[1]

Über das Thema Ethoxyquin in Fischen wird seit Ende 2016 wieder häufiger in der Presse berichtet. Dabei wurden Befunde in Fischen mit dem Grenzwert für Fleisch (50 µg/kg) bewertet. Im Handel und bei den Verbrauchern sorgt das für Verwirrung, da eine derartige Vorgehensweise bei der Bewertung nicht den rechtlichen Grundlagen entspricht.[3]

Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Lebensmittelanalytik haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Burger Voß
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] http://www.aquakulturinfo.de/index.php/Ethoxyquin.html
[2] www.efsa.europa.eu/de/press/news/151118, Stand 15.01.2017
[3] http://www.fischverband.de/presse/pressemitteilungen/pm_2016_04.html, Stand 19.12.2016

 
 

Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe – Bundesrat verschafft Aufschub

von Carsten Schaffors, GBA Laborgruppe

In unserem Newsletter aus dem Sep­tember 2016 berichteten wir über das Verbot von Produktion und Inverkehr­bringung von Produkten mit einem Gehalt des Flammschutzmittels Hexa­bromcyclododecan (HBCD) über 100 mg/kg.

Materialien mit Gehalten über 1.000 mg/kg sollten zudem ab dem 30.09.2016 nicht mehr recyelt werden dürfen, sondern sollten durch ther­mische Behand­lung in Hausmüllver­brennungsanlagen zerstört werden (Zerstörungsgebot ge­mäß Art. 7 (2) der POP-Verordnung (EG) Nr. 850/2004).

Die Anwendung der Verordnung führte jedoch dazu, dass in einigen Bundeslän­dern der angestrebte Entsorgungsweg der Verbrennung mehr behindert als be­fördert wurde. Teilweise darf durch die Einstufung als „Gefährlicher Abfall“ das Material nicht mit verbrannt werden (z.B. in Zementwerken in Rheinland-Pfalz) oder viele Entsorgungsunternehmen und Müllverbrennungsanlagen können diese Abfälle nicht mehr oder nur zu überhöhten Preisen annehmen, weil sie nicht in das Logistikkonzept oder die Funktionalität der Anlagen passen. Vor allem Wohnungs­unternehmen haben deshalb Probleme, die Dämmmaterialien entsprechend der gesetzlichen Vorgaben entsorgen zu lassen.

Am 16. Dezember 2016 entschied der Bundesrat im Tagesordnungspunkt 73 des­halb nach einem Antrag des Saarlandes über einen Verordnungsentwurf zur Änderung der Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis. Es sei un­streitig, dass HBCD umweltschädlich sei und aus dem Wirtschaftskreislauf ent­fernt werden müsse. Um der o.g. Problematik entgegenzuwirken, solle aber für HBCD-haltiges Material für ein Jahr eine Ausnahmegenehmigung gelten. So soll eine dauerhafte Lösung gefunden, ein Konzept geschaffen und Müllver­brennungs­anlagen ggf. entsprechend nachgerüstet werden. Es soll jedoch nicht bedeuten, dass HBCD-haltige Stoffe nun wieder als „gesundheitlich ungefähr­lich“ eingestuft werden, die Ausnahmegenehmigung dient lediglich dazu, den rechtskonformen Anforderungen für die Entsorgung der Materialien in der Zu­kunft gerecht zu werden.

Die GBA Laborgruppe hat die Bestimmung von unterschiedlichsten organischen und anorganischen Flammschutzmitteln in verschiedensten Matrices seit Jah­ren im Portfolio. Dazu gehören neben der Untersuchung von Wärmedämm­stoffen und Elektro- und Elektronikprodukten auch die Bestimmung dieser Stoffgruppen in Sediment-, Wasser-, Boden- und Biota-Proben im Spurenbe­reich. Zusätzlich ver­folgen wir für Sie die Entwicklungen am Markt, um Ihnen hier mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Ralf Murzen
Tel. +49 (0)4101 7946-0
eMail:

 
Literatur:
[1] www.gba-group.de/newsletter-0916-gba-laborgruppe-online-version/
[2] www.bundesrat.de/SharedDocs/downloads/DE/ plenarprotokolle/2016 / Plenarprotokoll-952.pdf?__blob=publicationFile&v=2, Stand 14.12.2016

 
 

Allergene – Kennzeichnung und Nachweis in Lebensmitteln

von Julia Bitner, GBA Laborgruppe

Lebensmittelallergien sind keine Seltenheit, aktuell sind in der Bevölkerung ca. zwei bis vier Prozent der Erwachsenen und vier bis acht Prozent der Kinder davon betroffen, wobei die Tendenz steigend ist. Bei einer „echten“ Lebens­mittelallergie handelt es sich um Unver­träglichkeitsreaktionen auf bestimmte Lebensmittel, die durch eine fehlgeleitete Immunrea­ktion hervorgerufen werden. Ursache hierfür sind Proteine, auf die die betroffenen Perso­nen überempfindlich reagieren. Die Intensität einer allergischen Reaktion fällt von Mensch zu Mensch individuell aus und kann neben einer einfachen Schleimhautreaktion auch ernst­hafte und lebensbedrohliche Komplikationen (z.B. einen anaphy­laktischen Schock) zur Folge haben. Zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören neben den „echten“ Lebensmittelallergien auch die Lebensmittelin­toleranzen wie z.B. Laktose- und Glutenin­tolerenz (Zöliakie). Der Unterschied zwischen den beiden Nahrungsmittelunverträglich­keiten besteht darin, dass die Lebensmit­telintoleranzen nicht von einer Immunreaktion begleitet werden.[1]

Um dem betroffenen Personenkreis einen besseren Schutz und mehr Lebens­qualität bieten zu können, hat der Gesetzgeber entschieden, dass die Verwen­dung von Zutaten, die eine Allergie oder eine Unverträglichkeit auslösen kön­nen, kennzeichnungspflichtig sind. Es handelt sich um 14 Zutaten bzw. Aller­gene sowie daraus hergestellte Erzeugnisse, die in Anhang II der Lebensmittel-Informa­tionsverordnung (LMIV) (Verordnung (EU) Nr. 1169/ 2011) aufgelistet sind. Die Kennzeichnungspflicht ist ebenfalls für alle allergen wirkenden Verar­beitungsprodukte der Allergene und für die bei der Herstellung eingesetzten Hilfs­stoffe gültig. Es gibt jedoch auch Zutaten, die durch die Verarbeitung oder durch den Herstel­lungsprozess ihr allergenes Potential verlieren und deshalb nicht gekennzeichnet werden müssen.[2,3]

Damit die Allergene bzw. Unverträglichkeiten auslösenden Stoffe möglichst prob­lemlos von den Verbrauchern erkannt werden können, müssen diese im Zutaten­verzeichnis von abge­packten Lebens­mitteln in hervorgehobener Weise dargestellt werden (z.B. durch Fett-, Kursiv- oder Farbdruck) und es muss an­hand der Be­zeichnung einer Zutat erkennbar sein, dass diese einem Allergen entspringt (z.B. Vollmilchpulver, Stärke (Weizen), Aroma (enthält Soja)). Bei Lebensmitteln ohne Zutatenverzeichnis muss ein Hinweis auf die enthaltenen Allergene erfolgen, so heißt es beim Wein beispielsweise „ent­hält Sulfit“.[4] Neben abgepackten Lebens­mitteln besteht auch bei losen, unverpackten Lebensmitteln (z.B. im Restaurant, in der Kantine oder an der Backwaren- und Fleischwarentheke) eine Kennzeich­nungs- bzw. Informationspflicht. Die Infor­mationsauskunft kann hierbei auf zwei Wegen erfolgen: entweder schriftlich oder mündlich. Die schriftliche Auskunft kann durch ein Schild, einen Aushang oder durch eine Angabe in der Speise- und Getränkekarte sowie im Preisver­zeichnis erfolgen. Bei der mündlichen Auskunft muss ebenfalls durch ein Schild oder Aushang auf die Informationsmöglichkeit hingewiesen werden.[5] Die Aus­kunft muss durch das Lebensmittelunternehmen selbst oder durch eine ge­schulte Person erfolgen. Zusätzlich muss eine schrift­liche Dokumentation vor­handen sein, die der Verbraucher auf Wunsch einsehen können muss.[4]

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die beschriebene Kennzeichnungs­pflicht nach dem jetzigen Stand nur für die Allergene besteht, die direkt als Zutat in ei­nem Lebensmittel verwendet werden. Wenn ein Allergen durch eine Verun­reinigung (Kreuzkontamination) in ein Lebensmittel gelangt, z.B. in ei­nem Betrieb in dem allergenhaltige und allergenfreie Produkte hergestellt werden, dann ist dieser unbeabsichtigte Allergenanteil nicht kenn­zeichnungspflichtig. Im Vergleich zu einer Zutat findet solch ein Allergeneintrag nicht rezep­turbedingt bzw. be­stimmungsgemäß in das Lebensmittel statt, wofür es derzeit keine ver­bindlichen gesetzlichen Regelungen gibt.[4] Die meisten Hersteller weisen je­doch freiwillig aus haftungsrechtlichen Gründen darauf hin, dass ein Lebens­mittel aus Kontaminations­gründen Allergenspuren enthalten kann. Da diese Hinweise freiwillig erfolgen, kann es dazu führen, dass vergleichbare Lebens­mittel, die nicht mit einem Hinweis versehen sind, trotzdem unerwünschte Allergenverunreinigun­gen enthalten können. Andersherum sind auf einigen Lebensmitteln als Vor­sichtsmaßnahme lange Listen mit möglichen Allergen­spuren aufgeführt, die nicht zwangsläufig im Produkt vorhanden sind und nur zur Verunsicherung beim End­verbraucher führen.[5] Momentan wird weltweit darauf hingearbeitet, mittelfristig für solche Fälle eine gesetzliche Regelung zu etablieren. So haben Sachverstän­digengremien der Lebensmittelüberwachung der Bundesländer (ALTS und ALS) Beurteilungswerte publiziert, die die Be­wertung von Untersuchungsbefunden bei nicht deklarierten Allergen verein­fachen sollen. Die Be­urteilungswerte orientieren sich an den derzeitigen ana­lytischen Möglichkeiten sowie den aktuell verfügbaren Ergebnissen aus klini­schen Studien. Es sollte außerdem berücksichtigt werden, dass es sich bei den Beurteilungswerten um „interne Aktionswerte“ handelt, also um harmonisierte Orientierungswerte für die Überwachungsbehörden in Deutsch­land, die keine rechtsverbindlichen Grenzwerte darstellen. Durch die größenord­nungsmäßige Orientierung wird festgelegt, ab welchem Gehalt eines nachge­wiesenen, aber nicht deklarierten Allergens die Erstellung eines Gutachtens seitens der Über­wachung angezeigt sein kann. Das Gutachten enthält dann wiederum eine Empfehlung zur Prüfung, ob der Eintrag des Allergens rezeptur­mäßig über eine Zutat erfolgte und somit die Kennzeichnungspflicht der LMIV nicht eingehalten ist. Für eine Risikobewertung im Einzelfall sind die vorher­sehbaren Verzehr­mengen des jeweiligen Produktes zu berücksichtigen und die jeweilige Schwel­lenwertdosis, die beim Verzehr von 100 g Lebensmittel erreicht werden. Wird bei einem Produkt mit einer Auslobung „frei von…“ eine Überschrei­tung des Aktionswertes nachgewiesen, dann ist im Allgemeinen eine Beurteilung als gesundheitsgefährdend nach Art. 14 Abs. 2 Buchst. a) i. V. m. Abs. 4 Buchst. c) der VO (EG) Nr. 178/2002 angezeigt.[6]

Für den Schutz des Verbrauchers und für eine hinreichende Kennzeichnung ist eine zuverlässige Allergenanalytik unumgänglich. Für die allermeisten Allergene wurden bereits Untersuchungsmethoden entwickelt, deren Sensitivität den aller­gologisch relevanten Konzentrationsbereich erreicht. Diese Methoden beruhen entweder auf einer immunochemischen oder auf einer molekularbiologischen Technik. Zu den immunochemischen Methoden gehören der Lateral Flow Test und der ELISA-Test. Der Allergennachweis beruht bei diesen beiden Methoden auf der Bindung eines spezifischen Antikörpers an ein Antigen, das ein Protein oder eine Proteinfraktion eines allergenen Lebensmittels sein kann. Der Lateral Flow Test ist ein Schnelltest und wird häufig in der Lebensmittelindustrie im Rahmen des Allergenmanagements (HACCP) in Lebensmittelbetrieben einge­setzt. Die eingesetzten Teststreifen können im gesamten Produktionsprozess, von der Kontrolle der Rohwaren bis zur Endkontrolle der Produkte sowie pro­zessbegleitender Hygienemaßnahmen, verwendet werden. Der Schnelltest ist leicht zu handhaben und das Ergebnis ist in etwa 5-10 Minuten verfügbar. Die Nachweisgrenzen liegen im unteren Milligramm pro Kilogramm-Bereich.[7] Enthaltene große Allergenmengen können ggf. zu einem falsch-negativ Er­gebnis führen.

Ist neben einer qualitativen Untersuchung auch eine quantitative Untersuchung erwünscht, so ist hierfür bestens der ELISA-Test geeignet. ELISAs sind eben­falls einfach in der Handhabung und liefern innerhalb von etwa 30-50 Minuten ein quantitatives Ergebnis. Im Allgemeinen sind die verwendeten ELISA-Tests sehr spezifisch und reagieren selektiv auf das zu untersuchende Allergenpro­tein. In seltenen Fällen besteht allerdings bei der Analytik von verwandten oder ähnlichen Proteinen das Problem einer höheren Kreuzreaktion, die ein falsch-positives Er­gebnis liefert.[8] Aufgrund dieser Problematik sind derzeit keine ELISA-Kits für den spezifischen Nachweis von Sellerie verfügbar, da zwischen Sellerie, Karotte, Gurke, Birken- und Beifußpollen sowie diversen Gewürzen eine Kreuzreaktion möglich ist.

Ergänzend zu den beiden immunochemischen Untersuchungen steht ebenfalls die PCR-Methode als eine molekularbiologische Untersuchung zum Allergen­nachweis zur Verfügung. Die PCR-Methode beruht im Vergleich zu den immu­nochemischen Untersuchungen nicht auf der Detektion des allergenen Proteins, sondern auf der Detektion der DNA des allergenen Lebensmittels. Die größten Vorteile der PCR sind ihre Selektivität und Sensitivität sowie die Möglichkeit, mehrere Allergene simultan zu untersuchen. Die Untersuchung kann hierbei sowohl qualitativ als auch quantitativ erfolgen. Aber auch bei dieser Methode gibt es Nachteile. Der DNA-Nachweis lässt keine direkte Korrelation auf die tatsäch­liche Menge des vorliegenden allergenen Proteins zu.[7] Ein Nachweis von Kuh­milch oder Hühnerei ist mittels PCR nicht immer möglich. Der PCR-Nachweis kann beim Vorliegen von Fleisch in Lebensmitteln zu einem falsch-positiv Er­gebnis führen, da die DNA nicht gewebespezifisch ist und somit auf der DNA-Ebene kein Unterschied zwischen Kuhmilch und Rindfleisch bzw. Hüh­nerei und Hähnchenfleisch besteht. [8] Es sollte außerdem nicht außer Acht gelassen werden, dass die PCR nicht frei von Prozessierungs- und Matrixein­flüssen ist. Eine unzureichende Probenaufbereitung bzw. DNA-Extraktion hat ebenfalls einen Einfluss auf das Ergebnis einer Allergenuntersuchung.

Ob nun PCR oder ELISA die geeignete Methode zur Untersuchung von Allerge­nen ist, hängt schlussendlich von mehreren Faktoren ab z.B. von der Sensiti­vität und Spezifizität der Methode sowie dem Prozessierungsgrad und der Zusam­mensetzung des zu untersuchenden Lebensmittels. Beide Methoden ergänzen sich bestens und sollten deshalb zur gegenseitigen Bestätigung bei Screenings und positiven Ergebnissen verwendet werden.

Die GBA Laborgruppe hat die Untersuchung von Allergenen bereits seit Jahren in das Portfolio der Untersuchungsmethoden etabliert und beobachtet die Ent­wicklungen in diesem Bereich. Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Vera Montag
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 
Literatur:
[1] www.bll.de/de/lebensmittel/kennzeichnung/allergene, Stand 02.01.2017
[2] http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/Kennzeichnung/_Texte/ DossierKennzeichnung.html, Stand 13.12.2016
[3] eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/ ?uri=CELEX:32011R1169&from =DE, Stand 02.01.2017
[4] www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=0&ID=878, Stand 02.01.2017
[5] http://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/allergen-kennzeichnung, Stand 05.12.2015
[6] www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/01_Lebensmittel /ALS_ ALTS/ ALTS_Beschluesse_74_ Arbeitstagung_ Dez_2014.pdf?__blob= publicationFile&v =2, Stand 06.01.2017
[7] www.gdch.de/fileadmin/downloads/Netzwerk _und_Strukturen/ Fachgruppen/Lebensmittelchemiker/ Arbeitsgruppen/ analytik/ stellungnahme_allergenanalytik_ 2015.pdf, Stand 03.01.2017
[8] http://www.hsfs.org/download/PDFSD16-18_Fischer_SEP0112.pdf

 
 

Im Februar ist Messezeit!

von Sabine Nest, GBA Laborgruppe

Es ist wieder soweit, das neue Jahr hat gerade begonnen und wir stehen in den Startlöchern für unsere Messen.
 
Im Bereich Lebensmittel können Sie uns im Februar auf folgenden Messen bzw. Veranstaltungen treffen. Vereinbaren Sie gleich einen Termin mit dem nachfol­genden Ansprechpartner oder sprechen Sie Ihren persönlichen Kun­denbetreuer dazu an:

Fruit Logistica Berlin, 08. – 10.02.2017: Halle 21, Stand F-02
   Frau Julia Bitner,
BioFach Nürnberg, 15. – 18.02.2017: Halle 9, Stand 09-413,
   Frau Julia Bitner,
Food Safety Kongress Berlin, 21. – 22.02.2017: nhow Hotel,
   Frau Mareen Lehmann,

Im Bereich Umwelt sind wir für Sie da auf der:

DCONex Essen, 01. – 02.02.2017: Halle CC West 2. OG / Stand 07,
   Herr Franz Bogler,
23. Fachtagung Abbruch Berlin, 10. – 11.03.2017: Maritim Hotel,
   Herr Franz Bogler,
-  ITVA Altlastensymposium Bremen, 30. – 31.03.2017: Maritim Congress
   Centrum Bremen (CCB)
, Herr Franz Bogler,

Auch für diese Messe können Sie mit dem genannten Ansprechpartner einen Termin vereinbaren oder Ihr persönlicher Kundenbetreuer hilft Ihnen gerne wei­ter.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 
 

Die GBA Laborgruppe unterstützt die Deutsche Kinderkrebsstiftung

von Sabine Nest, GBA Laborgruppe

Zum Jahreswechsel lag der GBA Labor­gruppe ein ganz besonderes Projekt am Herzen. Mit der Weihnachts­spende von 10.000 € haben wir unter anderem das Waldpiraten-Camp unterstützt, eine Einrichtung der Deutschen Kinderkrebs­stif­tung. Hier werden in den Schulferien Freizeiten für krebskranke Kinder und Ju­gendliche und ihre Geschwis­ter ange­boten.  
Das Camp bietet unter der Anleitung geschulter Betreuer alles, was hilft, sich von der schweren Krankheit zu erholen und neuen Lebensmut zu finden. Des Weiteren fließt ein Teil des Geldes in den Sozialfonds, der finanzielle Hilfe für Familien leistet, die durch die Krebserkrankung eines Kindes in eine Notlage geraten sind.

Wir freuen uns sehr mit dieser Spende etwas bewegen zu können!


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