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Newsletter

Dezember 2016

• 3-MCPD
• Arsen in Lebensmitteln
• Quecksilber in Umwelt und Lebensmitteln

 
 

Liebe Leserinnen & Leser,

gerade im Dezember vergeht die Zeit wie im Flug. Aufträge müssen zügig bear­beitet werden, Weihnachtseinkäufe werden erledigt und sonstige Vorbereitun­gen für die Feiertage werden getroffen. Hoffentlich bleibt auch noch Zeit für ei­nige gemütliche Stunden an den Adventssonntagen, um den Stress zu verges­sen. Bei Tee und Kerzenschein lasse ich persönlich gerne das fast vergangene Jahr Revue passieren und vergegenwärtige mir, was mich besonders bewegt, erfreut und berührt hat: dabei sind es nicht nur die geschäftlichen Erfolge und die kurzweiligen Stunden im Familien- und Freundeskreis oder die schlimmen Ereignisse in der Welt, die mir besonders im Gedächtnis bleiben. Immer wieder tauchen die kleinen kurzen Momente der Freude auf: ein gutes Gespräch, ein Lächeln, ein glücklicher Zufall, Minuten der Stille im Trubel des Alltags. Sind es nicht diese kurzen Augenblicke des Innehaltens, die das Leben bereichern?

In der GBA Laborgruppe hat sich in diesem Jahr vieles verändert! Neue Mitar­beiter, Standorte, Technologien und Aufgaben sind zu uns gekommen, unsere Räumlichkeiten in Gelsenkirchen und Hamburg wurden erweitert, um noch effi­zienter arbeiten zu können. Und nach 27 Jahren Firmengeschichte in Deutsch­land, können wir auch erstmals zwei neue Niederlassungen in Österreich vor­stellen!

Auch ein Gesellschafterwechsel fand 2016 statt: Unser Firmengründer und Se­niorgesellschafter Dr. Dr. Erich Döllefeld hat seine Geschäftsanteile abgege­ben und sich nach fast drei Jahrzehnten aus dem operativen Geschäft der GBA La­borgruppe zurückgezogen. Jedoch können wir auch weiterhin auf die beratende Unterstützung von Dr. Dr. Döllefeld und seiner weitreichender Erfahrung ver­trauen! Auch die Firma ADIUVA Capital GmbH, die uns seit 2011 als Gesell­schafter unterstützt und bei der Weiterentwicklung motiviert hat, ist aus dem Kreis der Gesellschafter ausgestiegen und die Gesellschaftsanteile wurden auf die QUADRIGA Capital Beteiligungsberatung GmbH übertragen.

Große Chancen sind für die GBA mit diesen Veränderungen verbunden: Wir investieren in neue Technologien und sind dadurch in der Lage, noch effizienter für Sie arbeiten zu können. Durch wachsende Kapazitäten können wir unser Dienstleistungsspektrum und die Beratungskompetenz für Sie als Auftraggeber weiter ausbauen.

Sie, unsere Kunden und langjährigen Geschäftspartner, stehen für uns und unsere Arbeit dabei immer im Mittelpunkt des Geschehens und sind der Motor für unsere Leistung. Und dafür möchte ich mich bei Ihnen herzlich bedanken: Für Ihre Treue, Ihr Vertrauen, für die Anregungen, Kritik und die gute Zusam­menarbeit.

Ich hatte schon im letzten Jahr geschrieben, dass wir es als Ansporn verstehen, unsere Qualität und Dienstleistung stets weiter zu verbessern. Das gilt natürlich weiterhin. Wir werden im kommenden Jahr wieder mit neuen Projekten und Ent­wicklungen unser Portfolio ausbauen, um auch zukünftig Ihr kompetenter An­sprechpartner für alle Belange rund um Ihre analytischen Fragestellungen zu sein.

Lassen Sie mich zum Abschluss noch kurz unsere Weihnachtsspende in die­sem Jahr erläutern: Es geht um ein Projekt, das uns wirklich am Herzen liegt: die Waldpiraten. Das Waldpiraten-Camp ist eine Einrichtung der Deutschen Kinderkrebsstiftung und wird von den Elterngruppen zugunsten krebskranker Kinder mitfinanziert und mitgetragen. In den Schulferien werden Freizeiten für krebskranke Kinder/Jugendliche und ihre Geschwister angeboten, das ganze Jahr über gibt es Wochenend-Seminare für Familien mit einem erkrankten Kind. Das Camp bietet unter der Anleitung geschulter Betreuer alles, was hilft, sich von der schweren Krankheit zu erholen und neuen Lebensmut zu finden. Wir hoffen, in Ihrem Sinne gehandelt zu haben.

Abschließend wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen eine ruhige Advents­zeit, Momente zum Besinnen sowie ein friedvolles Weihnachtsfest und für das neue Jahr Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg.

Ihr Manfred Giesecke
Geschäftsführender Gesellschafter
GBA Laborgruppe

 
 

3-MCPD – neues EFSA-Gutachten veröffentlicht und rechtliche Höchstgehalte geplant

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

3-Monochlorpropandiol (3-MCPD) gehört chemisch zu den Chlorpropanolen. Charakteristisch für diese Substanz ist das Glycerin-Grundgerüst, bei dem eine Hydroxylgruppe durch ein Chloratom ersetzt ist. Die Fettsäureester entstehen durch die Veresterung von 3-MCPD mit ein oder zwei Fettsäurerestern.[1] Gly­cidol hat das gleiche Glycerin-Grundgerüst, besitzt jedoch anstatt des Chlora­toms eine Epoxidstruktur. Auch diese Verbindung kann die entsprechenden Gly­cidyl-Fettsäureester bilden.[1]

3-MCPD und Glycidol sowie die jeweiligen Fettsäureester sind prozessbedingte Kontaminanten in Lebensmitteln. Sie entstehen vor allem während der Verede­lung von pflanzlichen Ölen und Speisefetten, wobei die höchsten Gehalte in raf­finierten Palmölen und -fetten gefunden wurden. Aber auch andere verarbei­tete Speisefette und -öle sowie die auf Basis von diesen Ausgangsmaterialien her­gestellten Lebensmitteln können kontaminiert sein. Darunter fallen vor allem Mar­garine, Backwaren und Säuglingsnahrung. Generell gilt, dass hohe Tem­peraturen und UV-Licht die Entstehung von 3-MCPD sowie Glycidol begüns­tigen.[2]

Das Sachverständigengremium für Kontaminanten und Lebensmittelkette (CON­TAM) der EFSA geht in einem aktuellen Gutachten bei der Risikobewer­tung von Glycidyl-Fettsäureestern von einer vollständigen Umwandlung der Ester in Glycidol nach der Aufnahme aus. Die genotoxische und karzinogene Wirkung von Glycidol ist bereits hinreichend nachgewiesen worden. Bei der Bewertung solcher Stoffe, die unbeabsichtigt in die Lebensmittelkette gelangen, berechnet die EFSA einen Margin of Exposure (MOE) für Verbraucher, wobei generell gilt: je höher der MOE-Wert und damit die Sicherheitsmarge für eine Exposition, desto geringer sind die Bedenken für die Verbraucher. Bei den Gly­cidyl-Fettsäureestern kommt die EFSA zu dem Schluss, dass es zu möglichen Gesundheitsbedenken für jüngere Altersgruppen bei durchschnittlicher Exposi­tion sowie für sämtliche Altersgruppen bei hoher Exposition kommen kann. Vor allem Säuglinge, die ausschließlich mit Säuglingsanfangsnahrung versorgt wer­den, seien besonders gefährdet.[3]

Für 2-MCPD und seine Fettsäureester lägen derzeit noch keine ausreichenden toxikologischen Informationen vor, um eine Risikobewertung durchführen zu können. Bei 3-MCPD und seinen Fettsäureestern hätten Studien mit Ratten zur Bioverfügbarkeit gezeigt, dass die Fettsäureester bei der Resorption im Darm weitestgehend vollständig zu 3-MCPD gespalten würden. Aus den vorliegenden Daten wurde eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI-Wert) von
0,8 µg/kg Körpergewicht pro Tag für 3-MCPD und dessen Fettsäureester abge­leitet. Eine gelegentliche Überschreitung des TDI-Wertes sei dabei tolerierbar, da Tierversuche gezeigt hätten, dass nur eine längerfristige Aufnahme bedenk­lich für die Gesundheit sei.[1]

Die von der EFSA aus den Analysedaten abgeschätzte mittlere Exposition ge­genüber 3-MCPD und deren Fettsäureestern lag vor allem bei jüngeren Bevöl­kerungsgruppen (Kinder im Alter von über einem Jahr bis unter 10 Jahre) deut­lich höher als der TDI-Wert von 0,8 μg/kg Körpergewicht und Tag. Besonders hohe Expositions-Werte wurden für ausschließlich mit industriell gefertigter Säug­lingsanfangsnahrung gefütterte Säuglinge ermittelt. Diese lagen im Mittel bei 2,4 µg/kg Körpergewicht und Tag. Diese mehr als dreifache Überschreitung des TDI-Wertes wird von der EFSA als gesundheitlich bedenklich angesehen. Deshalb besteht weiterhin Handlungsbedarf im Hinblick auf die Minimierung der Gehalte in diesen Produkten.[1]

Aktuell gibt es gesetzlich festgelegte Höchstgehalte für 3-MCPD in hydrolisier­tem Pflanzenprotein und Sojasoße. Aufgrund des aktuellen Gutachtens der EFSA arbeitet die EU-Kommission jedoch an einem Gesetzesentwurf zur Fest­legung von Höchstgehalten von 3-MCPD und dessen Fettsäureestern in weite­ren bestimmten Lebensmitteln. Diese sollen ebenfalls in der Kontaminanten-Höchstgehalte-Verordnung (VO(EU) 1881/2006) festgehalten werden. 

Die Untersuchung von 3-MCPD und seinen Fettsäureestern sowie Glycidol und die entsprechenden Ester sind bei der GBA Laborgruppe in der Routineanalytik erfolgreich etabliert. Sollten Sie zu diesem Thema mehr Informationen benöti­gen oder Rückfragen haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontak­tieren Sie dafür Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Detlev Weßels
Tel. +49 (0) 40 / 79 71 72-0

 
Literatur:
[1] Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR): www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_ zur_kontamination_von_lebensmitteln_mit_3_mcpd___2_mcpd__ und_glycidyl_fettsaeureestern-10538.html, Stand 25.11.2016
[2] Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR), www.bfr.bund.de/cm/343/ 3-mcpd-2-mcpd- glycidyl-fettsaeureester-in-lebensmitteln.pdf, Stand 25.10.2016
[3] Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), www.efsa.europa.eu/de/press/news/160503a, Stand 25.11.2016

 
 

Arsen in Lebensmitteln – rechtliche Anforderungen und Überwachung

von Julia Bitner, GBA Laborgruppe

Arsen ist ein auf der Erde natürlich vorkommendes Element und wird zusätzlich durch anthropogene Prozesse wie beispielsweise Kupfer- und Bleiverhüttung sowie durch die Nutzung fossiler Brennstoffe in die Umwelt freigesetzt. Daher ist Arsen sowohl im Boden als auch im Wasser vorzufinden und kann dement­sprechend von Pflanzen sowie Tieren aufgenommen und angereichert werden. In Lebensmitteln kann Arsen sowohl in Form organischer als auch anorgani­scher Verbindungen vorliegen. Die organischen Verbindungen sind häufig in Fisch und Meeresfürchten vorzufinden, diese Arsenform ist jedoch wenig to­xisch und für den Menschen eher unbedenklich. Bei anorganischen Arsenver­bindungen (z.B. Arsenit (As3+) und Arsenat (As5+)) ist das nicht der Fall. Eine langfristige Aufnahme von anorganischem Arsen kann auch bereits bei relativ kleinen Mengen negative Auswirkungen auf die menschlichen Organe haben. Zu diesen negativen Auswirkungen zählen unter anderem Hautveränderungen, Krebs, Entwicklungstoxizität, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gefäß- und Nervenschädigungen.[1,2]

Die Aufnahme von anorganischen Arsenverbindungen erfolgt hauptsächlich über Getreide und Getreideerzeugnisse. Hierbei weisen Reis und Reisprodukte aufgrund ihrer besonderen Anbaumethode und der Physiologie der Reispflanze im Vergleich zu anderen Getreidearten höhere Gehalte an anorganischem Ar­sen auf. Die Höhe des Arsengehalts in Reis hängt von mehreren Faktoren ab. Der Arsengehalt im Boden und im Bewässerungswasser, die Reissorte und auch die Verarbeitung sind hier bestimmend. Das Bundesamt für Risikobewer­tung (BfR) hat unter Zuhilfenahme der Ernährungsgewohnheiten und der Ver­zehrsdaten die tägliche Aufnahmemenge an anorganischem Arsen von ver­schiedenen Bevölkerungsgruppen (Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Erwach­sene) ermittelt und auf Grundlage von Arsenmesswerten in Reis uns Reispro­dukten das Gesundheitsrisiko für die deutsche Bevölkerung beurteilt. Als Ergeb­nis kann zusammengefasst werden, dass die Aufnahmemenge von anorgani­schem Arsen über Reis und Reisprodukte relativ hoch ist und somit ein regel­mäßiger Verzehr von Reis zu einer erheblichen Gesamtaufnahme von anorga­nischem Arsen beitragen kann. Aufgrund der oben genannten möglichen Wir­kungen von anorganischen Arsenverbindungen und weil sich für die krebsaus­lösende Wirkung dieser Verbindungen keine genaue Aufnahmemenge defi­nieren lässt, ist das BfR der Ansicht, dass die Gehalte an anorganischem Arsen in Lebensmittel und folglich auch die Aufnahme auf ein Minimum reduziert wer­den sollten.[2,3]

Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission am 25. Juni 2015 mit der Verordnung (EU) 2015/1006 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/ 2006 Höchstgehalte für anorganische Arsenverbindungen in Reis und Reispro­dukten veröffentlicht. In dieser Verordnung sind die Höchstgehalte für geschlif­fenen Reis (0,20 mg/kg), Parboiled-Reis (0,25 mg/kg), Reisprodukte wie Reis­kekse, Reiswaffeln, Reiskräcker und Reiskuchen (0,30 mg/kg) sowie für Reis, der für die Herstellung von Säuglings- und Kleinkindernahrung bestimmt ist (0,10 mg/kg), verbindend definiert. Die Höchstgehalte gelten offiziell seit dem 1. Januar 2016.[4]

Neben der Verordnung (EU) 2015/1006 hat die Europäische Kommission am 10. August 2015 zusätzlich eine Empfehlung (EU) 2015/1381 für die Überwa­chung von Arsen in Lebensmitteln herausgegeben. Diese Empfehlung fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf, in den Jahren 2016 – 2018 das Vorkommen so­wohl von anorganischem als auch organischem Arsen und, falls möglich, von anderen relevanten Arsenspezies in Lebensmitteln zu überwachen. Die Über­wachung sollte ein breites Spektrum an Lebensmitteln (Getreide/-erzeugnisse, Obst-/Gemüsesäfte, Trinkwasser, Kaffee, Tee, Bier, Fisch, Meeresfrüchte, Ge­müse, Algenerzeugnisse, Milch/-erzeugnisse, Nahrungsergänzungsmittel, Säug­lings-/Kindernahrung sowie Lebensmittel für medizinische Zwecke) bein­halten, damit eine möglichst genaue Schätzung der Exposition ermittelt werden kann.[1]

Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Lebensmittel- oder Umweltanalytik haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Frank Schütt
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/ ?uri=CELEX:32015H1381 &from=DE, Stand 03.11.2016
[2] www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2015/14/reis_und_ reisprodukte_enthalten_viel_anorganisches_arsen-194362.html, Stand 03.11.2016
[3] www.bfr.bund.de/cm/343/arsen-in-reis-und-reisprodukten.pdf, Stand 03.11.2016
[4] eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/ ?uri=OJ:JOL_ 2015_161_R_0006&from=DE, Stand 03.11.2016
 

 
 

Quecksilber in Umwelt und Lebensmitteln

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Quecksilber ist das chemische Element mit dem Elementsymbol Hg und der Ordnungszahl 80. Es zählt zu den Übergangsmetallen und bildet mit den Metal­len Zink und Cadmium die Gruppe 12 im Periodensystem. Neben Brom ist es das einzige Element, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Fest wird Quecksilber bei einer Temperatur von ca. -39°C. Die Dichte ist 13,5 mal höher als die von Wasser und es ist von weiß-silberner Farbe. Quecksilber war schon in der Anti­ke bekannt und wurde aus Zinnober (Quecksilbersulfid) gewonnen. Aufgrund seines hohen Dampfdrucks konnte es durch erhitzen als Quecksilberdampf zurückgewonnen werden. In Verbindung mit Gold wurden so die ersten Vergol­dungen durchgeführt, indem aus der Gold-Quecksilber-Legierung das Quecksil­ber durch Wärme ausgetrieben wurde. Die Fähigkeit Legierungen mit anderen Metallen einzugehen wird heute noch im zahnmedizinischen Bereich (Amal­gamfüllungen) und bei der Gewinnung von Gold eingesetzt. Weitere Anwen­dungen sind Leuchtstoffröhren, Batterien und Thermometer, wobei letztere seit April 2009 nur noch für wissenschaftliche Zwecke neu in den Verkehr gebracht werden dürfen. Die früher eingesetzten Quecksilberschalter sind nahezu vom Markt verschwunden, da sie seit dem Jahr 2005 in der EU verboten sind.
 
Im Jahre 1911 konnte an Quecksilber das erste Mal das Phänomen der Supra­leitung entdeckt werden. Unterhalb von −268,9 °C verschwindet dabei der elek­trische Widerstand vollständig. Quecksilber kommt in der Natur in Form von Zinnober vor und wird noch heute durch Erhitzen als Quecksilberdampf gewon­nen. Bis 2003 wurde Quecksilber in Spanien (Almadén) in dem größten Zinn­obervorkommen der Erde abgebaut. Die aktuell benötigten Mengen an Queck­silber in Europa lassen sich jedoch weitestgehend aus wiedergewonnen Men­gen abdecken. So haben im Januar 2013 in Genf 140 Nationen das Minamata-Übereinkommen unterschrieben. Demnach dürfen Minen nicht neu errichtet werden. Bestehende Gewinnungsanlagen müssen binnen 15 Jahren geschlos­sen werden, so dass dann Quecksilber nur noch aus Recycling-Prozessen zur Verfügung steht.

Emissionsquellen in Deutschland sind in Privathaushalten quecksilberhaltige Thermometer und Kompaktleuchtstofflampen. Durch Zerbrechen der Glasum­mantelung kann Quecksilber freigesetzt werden. Bei ersterem sollten sichtbare Kügelchen aufgesammelt und in ein verschlossenes Glas gefüllt werden. Die restlichen Mengen an Quecksilber sind in beiden Fällen so gering, dass durch umfangreiches Lüften der Räume keine Schädigungen durch Quecksilber er­folgen sollten. [1] Quecksilber als Flüssigkeit und in reiner Form wird auch beim Verschlucken nur in einer sehr geringen Menge vom Körper aufgenommen (0,001 bis 0,01%) und stellt somit eine deutlich geringere Gefahr dar als die Quecksilberdämpfe. Diese werden mit einer Resorptionsrate um 1% aufge­nommen.

Der Einfluss von Quecksilber auf den Körper durch Amalgamfüllungen ist noch nicht vollständig geklärt. So beschreibt im Jahr 2005 das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte bei Verwendung anderer edlerer Metalle im Mund die verstärkte Freisetzung von Quecksilber. [2]. Hingegen hat das Ober­landesgericht Hamm im März 2016 entschieden, dass die Verwendung von Amalgam bei Zahnfüllungen grundsätzlich unbedenklich sei. [3]

Die weitaus größten Mengen an Quecksilber in Deutschland werden jedoch durch Verbrennung von Kohle in Kraftwerken in die Umwelt abgegeben und verteilen sich so über einen großen Radius. Der Anteil lag im Jahr 2011 bei ca. 70%, daneben sind noch die Metallverhüttung (12%) und die Zementherstellung (7%) zu nennen. Weltweit stand die Verbrennung von Kohle im Jahr 2010 an zweiter Stelle (24%) der Emissionen hinter der kleingewerblichen Goldgewin­nung (37%). Der Trend wird sich jedoch mehr hin zu einem weltweit steigenden Energiebedarf entwickeln, so dass die Kohleverbrennung die Hauptemissions­quelle werden wird. [4,5]

In Deutschland finden sich durch Quecksilber belastete Böden hauptsächlich auf industriell genutzten Flächen. Die Belastung resultiert nicht durch den diffu­sen Eintrag aufgrund von Luftemissionen von Kraftwerken. Hingegen ist die Belastung der Gewässer deutlich erkennbar. Demnach wird die Umweltqua­litätsnorm für Quecksilber von 20 Mikrogramm je Kilogramm Feuchtgewicht in Fisch weitläufig überschritten. Dies sei auch in den großen Flußgebieten Rhein, Elbe und Donau dauerhaft und flächendeckend der Fall. [6] Auf die rechtliche Situation von Quecksilber in Lebensmitteln haben wir schon im Newsletter April 2016 hingewiesen. Problematisch ist die Umwandlung von Quecksilber in Methylquecksilber, welches eine deutlich höhere Toxizität besitzt. Dies geschieht bei der Anreicherung des gelösten Quecksilbers in Fischen. Durch Biomethylierung liegt dort das Quecksilber hauptsächlich in seiner toxischeren Form als Methylquecksilber vor. Die Reduzierung der Quecksilbergehalte in unseren Oberflächengewässern ist somit eine Aufgabe, der sich in den kommenden Jahren verstärkt gewidmet werden muss. Die Belastung an Quecksilber in jungen Erwachsenen ist laut Umweltbundesamt seit 1995 zurück gegangen.[7]

Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Umwelt- und Le­bensmittelanalytik haben, dann kontaktieren Sie Ihren persönlichen An­sprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Ralf Murzen
Tel. +49 (0)4101 7946-0
eMail:

 

Literatur:
[1] www.umweltbundesamt.de/publikationen/quecksilber-in-umwelt-produkten; Stand 22.11.2016
[2] www.zahnwissen.de/specials/Broschuere_Amalgame_2005.pdf; Stand 21.11.2016
[3] www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA160400711&cmsuri=/juris/de/nachrichten/zeigenachricht.jsp; Stand 21.11.2016
[4] www.unep.org/chemicalsandwaste/hazardoussubstances/Publications/ Publication/tabid/440/language/en-US/Default.aspx?BookID=6282
; Stand 22.11.2016
[5] www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/dokumente/ emissionsentwicklung_1990_-_2013_fuer_schwermetalle.xlsx; Stand 22.11.2016
[6] www.bundestag.de/presse/hib/201603/-/416914; Stand 22.11.2016
[7] www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/360/dokumente /telegramm _umweltgesundheit_02-2015.pdf; Stand 22.11.2016
 


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