Wird diese Mail nicht korrekt angezeigt? Dann wechseln Sie hier zur Online-Version.

Wissen, was drin ist.

Newsletter

Oktober 2015

•  Klärschlammverordnung
•  Richtlinie VDI 2047-2
•  Bacillus cereus
•  CPhI Worldwide in Madrid

 

Liebe Leserinnen & Leser,

auch im Oktober begrüßen wir Sie wieder mit relevanten Themen rund um analytische Fragestellungen.
Im Bereich Umwelt ist die Neuordnung der Klärschlammverwertung derzeit ein aktuelles Thema. Zusätzlich gibt es seit Anfang des Jahres eine neue technische Richtlinie, die wir Ihnen hier gerne vorstellen.
Lebensmittel können schnell kontaminiert werden, wenn man ihren vorschriftsgemäßen Umgang nicht beachtet. Was für ein Gefahrenpotenzial und gesundheitliche Folgen für den Menschen können sich hier verbergen? Lesen Sie mehr darüber in einem weiteren spannenden Artikel aus unserer Newsletter-Serie zum Thema Mikrobiologie.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Neuordnung der Klärschlammverwertung

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Im August 2015 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) einen Referentenentwurf zur „Verordnung zur Neu­ordnung der Klärschlammverwertung“ erstellt.[1]

Es werden zwei zentralen Regelungsbereiche als wesentliche Inhalte des Verordnungsentwurfs genannt:

•  Änderung der geltenden Klärschlammverordnung mit den Vorgaben zur
   bodenbezogenen Klärschlammverwertung einschließlich deren Begrenzung,
•  Ausdehnung des Anwendungsbereichs der Klärschlammverordnung mit den 
   neuen Vorgaben zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen.

Der vorliegende Entwurf verfolgt für die künftige Bewirtschaftung von Klär­schlämmen im Wesentlichen folgende zentrale Ziele:

•  Umsetzung der Klärschlammrichtlinie in nationales Recht, 
•  Umsetzung EU-rechtlich bindender Vorgaben der Abfallrahmenrichtlinie und
   besonders der neuen Abfallhierarchie bei der Klärschlammbewirtschaftung 
   sowie
•  stärkere Ausrichtung der Klärschlammbewirtschaftung auf den Ressourcen-
   und Umweltschutz.

Die genannten Ziele lassen sich nur über eine Neufassung der Klärschlamm­verordnung erreichen.[2] Die Klärschlammerzeuger sollen eine nachhaltige Entsorgung von Klärschlämmen gewährleisten. Zum einen soll mit Blick auf die Vielzahl von Mikroschadstoffen im Klärschlamm die bodenbezogene Klär­schlammverwertung beendet und damit der Schadstoffeintrag in Böden künftig weiter reduziert werden. Zum anderen soll mit dem Ausbau der Phosphorrück­gewinnung ein Beitrag zur Schonung der natürlichen und nur begrenzt verfüg­baren Phosphorressourcen zugunsten künftiger Generationen geleistet werden. Hier wird als Stichtag zur verpflichtenden Phosphorrückgewinnung aus Klär­schlamm der 1. Januar 2025 genannt.

Um mögliche Aufkonzentrationen von Schadstoffen im Boden langfristig auszu­schließen, wird ange­strebt, künftig nur noch sehr gute Klärschlammqualitäten für eine Verwertung in der Landwirtschaft zuzulassen. Das übergeordnete Ziel in der Begründung des Referentenentwurfs ist die Vermeidung von Gefahren und Risiken für die menschliche Gesundheit durch die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung des Klärschlamms.[3,4]

Klärschlämme, die aufgrund der aktualisierten Schadstoffgrenzwerte nicht mehr auf Böden genutzt werden können, sind anderweitig zu verwerten oder umwelt­gerecht zu beseitigen. Im Vergleich zur bodenbezogenen Verwertung ist auf­grund der zur Phosphorrückgewinnung erforderlichen Errichtung der Anlagen­struktur mit Mehrkosten zu rechnen, die über eine Erhöhung der Abwasser- oder Abfall­gebühr an den Verbraucher weitergegeben werden. Dem entgegen sollen die Kostenwirkungen der Verordnung in Regionen mit thermischer Be­handlung geringer ausfallen. Nach dem Entwurf des BMUB soll ein messbarer Anstieg der Verbraucherpreise oder auf den Preisindex für die Lebens­haltung ausge­schlossen werden.

Eine Verschärfung schadstoffseitiger Anforderungen sowohl an die Klär­schlammbeschaffenheit als auch an die Böden, auf denen eine Klärschlamm­aufbringung erfolgen kann, soll durch die Harmoni­sierung mit der Düngemittel­verordnung und durch die Hinzunahme neuer Untersuchungsparameter erreicht werden. So sollen neben Benzo(a)pyren als Leitparameter für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe z.B. auch polyfluorierte Verbindungen (PFC), Thallium und Arsen in die Unter­suchungsumfänge aufgenommen werden.[5]

Die Verbände unterstützen eine verantwortungsvolle Kreislaufwirtschaft unter Wahrung eines hohen Schutzniveaus für Umwelt und Verbraucher.[6] Eine Beendigung der Klärschlammverwertung zu Düngezwecken würde jedoch bedeuten, dass Klärschlamm in vorhandenen Müllverbrennungsanlagen ein­gesetzt werden würde, da freie Monoverbrennungskapazitäten aktuell nicht in ausreichender Kapazität zur Verfügung stehen, um die derzeit etwa 30% für Düngezwecke ausgebrachten Klärschlämme aufzunehmen. Damit würde ein Großteil des Phosphors aus in Deutschland anfallenden Klärschlammes unwiederbringlich verloren gehen. Zusätzlich gehen wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, Magnesium, Schwefel und Kalk, Spurenelemente und der Humus durch die Verbrennung verloren und können nicht recycelt werden. Durch Überprüfung der Qualität der Klärschlämme sollten qualitativ hochwertige Klärschlämme nach Ansicht der Verbände weiterhin landwirtschaftlich oder landschaftsbaulich verwertet werden können. Alternativ könnte es zu einem vermehrten Einsatz von mineralischem Dünger kommen, bei dem die Nähr­stoffe leichter auswaschbar sind. Zusätzlich sind Rechts- und Planungs­sicherheit herzustellen, um für die Beteiligten Sicherheit bei zukünftigen Investitionen und den erforderlichen Umbau der Entsorgungsinfrastruktur zu schaffen.

Nach Ablauf des schriftlichen Anhörungsverfahrens zur Neuordnung der Klär­schlammverwertung findet Mitte Oktober die mündlichen Anhörung zum Referentenentwurf beim Bundesumweltministerium in Bonn statt.

Die GBA Laborgruppe wird Sie zu diesem Thema weiter auf dem aktuellen Stand halten. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Ralf Murzen
Tel.: +49 (0)4101 7946-0

 
Literatur:
[1] Referentenentwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung, Stand 27.08.2015
[2] Klärschlammverordnung vom 15. April 1992 (BGBl. I S. 912), die zuletzt durch Artikel 74 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist
[3] Begründung zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau  und Reaktorsicherheit; Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung,  Stand 27.08.2015
[4] http://www.dresdner-abwassertagung.de/files/resuemee/pdf/
Sabine_Graumueller_DAT.pdf
, Stand 12.10.2015
[5] http://www.bwk-hessen.de/Archiv/Veranstaltungen/Bezirksgruppen/
2012_02_09_Theilen_Zukunft.pdf
, Stand 12.10.2005
[6] http://vqsd.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Positionen/2015_
Gemeinsame_Eckpunkte_Verbaende.pdf
Stand 12.10.2005

 
 

VDI 2047-2 seit Jahresbeginn in Kraft

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Verdunstungskühlanlagen können eine Brutstätte für Legionellen darstellen. Bereits seit den ersten bekannten Infektionen mit Todesfolgen 1976 in Phila­delphia, bei denen die Aerosole von Verdunstungsanlagen der Klimaanlage eines Hotels die Hotelgäste infiziert haben, ist diese Gefahr bekannt. In Deutschland sind in jüngerer Zeit zwei größere Legionellenereignisse, 2010 in Ulm/Neu-Ulm (65 Infektionen; 5 Todesfälle) und 2013 in Warstein (160 Infek­tionen; 2 Todesfälle), aufgetreten. Als Konsequenz aus dem ersten in Deutschland bekannt gewordenen Ereignis wurde 2010 durch den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) eine Arbeitsgruppe gegründet, um technische Regeln für einen hygienegerechten Bau und Betrieb von Verdunstungskühlan­lagen zu erarbeiten. Die entsprechende VDI-Richtlinie 2047 Blatt 2 trat im Januar 2015 in Kraft.

Um aus einer Verdunstungskühlanlage eine Infektionsquelle werden zu lassen, müssen mehrere Faktoren zusammenspielen:

•  Vorhandensein eines virulenten Legionellenstamms im Wassersystem
•  gute Wachstumsbedingungen für Legionellen innerhalb des 
   Kühlwassersystems
•  Austrag legionellenhaltiger Aerosole

Selbst unter den genannten Bedingungen müssen die Witterungsverhältnisse die Verbreitung der Legionellen in den Aerosolen ermöglichen und diese von empfänglichen Personen eingeatmet werden. Die Fälle in Ulm/Neu-Ulm und Warstein zeigten, dass die Aerosole über weite Strecken und unkontrolliert verbreitet wurden, was die vom VDI eingeleiteten Maßnahmen rechtfertigt.

Der Eintrag von Legionellen durch Frischwasser in das Kühlwassersystem kann nicht verhindert werden. Demnach müssen die Maßnahmen zur Vermeidung eines Gesundheitsrisikos auf den Betrieb der Anlage und die Vermeidung von Legionellenwachstum begrenzt werden.

Die Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 stellt Anforderungen an Planung, Konstruktion, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung von Verdunstungskühlanlagen sowie an die Qualifikation und Schulung von Installations- und Wartungspersonal. Neben dem kontinuierlichen Betrieb werden auch kritische Anlagenzustände (Inbetrieb­nahme, Betriebsunterbrechung oder Anlagenstillstand) aus hygienischer Sicht beschrieben und technischen Anforderungen formuliert.

Kühlwasser mit Temperaturen zwischen 20 und 35 Grad bietet ideale Bedin­gungen für die Vermehrung von Bakterien. Die offenen Systeme haben zudem häufig Ablagerungen von Korrosion und Kalk, die ein Bakterienwachstum begünstigen. Die Richtlinie bezieht sich nicht nur auf großindustrielle Rückkühl­werke, wie Kühltürme von Kraftwerken, sondern auch auf kleinere Kälteanlagen zur Klimatisierung. Diese findet man auf großen klimatisierten Gebäuden wie Bürohäusern, Krankenhäusern, Einkaufszentren, öffentlichen Gebäuden oder Sportstätten. Für solche Anlagen mit offenen Kühlkreisläufen ist unter hygieni­schen Gesichtspunkten eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, um anschlie­ßend einen hygienisch einwandfreien und geregelten Betrieb sicher stellen zu können. Während des Betriebes ist eine regelmäßige Überwachung notwendig. Eine vorhandene Konformitätsbescheinigung gem. Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 durch eine Gefährdungsbeurteilung ist dabei nicht ausreichend. Dies kann nur durch die Einhaltung der Anforderung und die regelmäßige Überwachung der Hygieneparameter durch geeignet qualifiziertes Personal gewährleistet werden. Bezogen auf die Überwachung aus hygienisch-mikrobiologischer Sicht betrifft das im Kühlwasser folgende Parameter:

•  Legionellen
•  Pseudomonas aeruginosa
•  Koloniezahl

Während erhöhte Konzen­trationen an Legionellen ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung darstellen, werden Pseudomonas aeruginosa und die Koloniezahl als technische Prozessparameter bestimmt. Änderungen der Werte, lassen auf Veränderungen der Qualität des Kühlwassers schließen.

Für Legionellen werden Konzentrationen im Kühlwasser von weniger als 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 ml angestrebt. Bei höheren Konzen­trationen sind abgestufte Maßnahmen zur Ursachensuche und Wiederherstel­lung des hygienischen Betriebs durchzuführen. Ab Konzentrationen von mehr als 10.000 KBE/100 ml sind unverzügliche Maßnahmen zur ergreifen. Der Betreiber hat die Verantwortung, den hygienischen Anlagenbetrieb sicherzu­stellen und das Risiko zu minimieren.

Die GBA untersucht bereits seit mehreren Jahren offene Kühlwassersysteme auf die in der VDI 2047 geforderten Parameter. Haben Sie Fragen zu der VDI 2047 Blatt 2, zur Probenahme oder den mikrobiologischen Parametern helfen wir Ihnen gerne weiter. Darüber hinaus untersucht die GBA auch weitere Qualitätsparameter in Industrieanlagen. Sprechen Sie uns gerne dazu an.
 
GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)5151 9849-0



Literatur:
VDI-Richtlinie: VDI 2047 Blatt 2 Rückkühlwerke - Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI-Kühlturmregeln), Jan 2015.

 
 

Themenserie Mikrobiologie: Bacillus cereus

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Bacillus cereus ist ein grampositives, stäbchenförmiges, sporenbildendes und fakultativ anaerobes Bakterium der Gattung Bacillus, das sowohl als Auslöser lebensmittelbedingter Erkrankungen als auch als Verderbniserreger eine Rolle spielt. In Sporenform kommt B. cereus ubiquitär in der Umwelt vor und kann deshalb auf vielen Lebensmitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs nach­gewiesen werden. Ein geringer Eintrag über das Rohmaterial stellt jedoch keine Gefahr im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes dar. Kritisch wird die Situation erst im Falle eines fehlerhaften Temperaturmanagements, wenn die Möglichkeit gegeben ist, sich in dem entsprechenden Lebensmittel zu ver­mehren und ggf. Toxine zu bilden. Während die vegetativen Keime von
B. cereus durch übliche Konservierungsverfahren sicher abgetötet werden können, weisen die Sporen eine hohe Resistenz gegenüber Hitze, Kälte, Trockenheit und chem. Einflüsse (z.B. Desinfektion) auf.[1] Bei fettreichen Lebensmitteln kann sich die Hitzeresistenz wesentlich erhöhen.[2] Überleben die Sporen den Kochprozess können sie bei unzureichender Lagerung im fertigen Lebensmittel auskeimen und sich vermehren. Bei Speisen aus Kantinen und Imbissen, die dort über einen längeren Zeitraum warm gehalten werden, kann es zur Aus­keimung und den Übergang in die vegetative Phase kommen. Verzehrsfertige Speisen sollten daher grundsätzlich entweder bei Temperaturen >+65 °C warmgehalten oder zeitnah auf Temperaturen <+10 °C abgekühlt werden. Bei längerer Lagerung empfiehlt es sich, die Lebensmittel auf <+7 °C oder sicherheitshalber auf <+4 °C zu kühlen.[1]

Werden durch B. cereus vergiftete Lebensmittel aufgenommen, können
2 verschiedene Arten an Erkrankungen ausgelöst werden. Der sogenannte Diarrhoetyp wird durch die Aufnahme von B. cereus Sporen oder vegetativen Zellen und anschließender Bildung der hitzelabilen Enterotoxine im Dünndarm ausgelöst. Man spricht dabei von einer Toxi-Infektion, da das Toxin nicht im Lebensmittel sondern im Organismus gebildet wird. Symptome wie Bauch­schmerzen und Durchfall treten meist nach einer Inkubationszeit von 8 bis
­24 Stunden auf und halten etwa 24 Stunden an. Man geht davon aus, dass ab einem Gehalt von 104 koloniebildenden Einheiten (KBE) Sporen oder vegetative Zellen pro g oder ml Lebensmittel in Abhängigkeit vom Wirt ein gesundheit­liches Risiko bestehen kann.[1] Bei Erkrankungsfällen durch das Diarrhoe-Toxin spielen vor allem eiweißreiche Lebensmittel, Gemüse, Soßen, Suppen und Desserts eine Rolle. Durch die Verwendung von Kräutern und Gewürzen 
können aber auch Fleisch und Fleischprodukte betroffen sein.[2]

Die zweite Art der Erkrankung wird durch das „Erbrechens-Toxin“ (emetic toxin) ausgelöst, welches im Lebensmittel gebildet wird. Das verursachende Toxin ist noch bei 121 °C für 90 Minuten hitzestabil. Man geht von einer infektiösen Dosis für einen gesunden Erwachsenen von ca. 8 µg/kg Körpergewicht aus. Das Protein (Cereulid) löst nach einer sehr kurzen Inkubationszeit von 0,5 bis
6 Stunden Symptome wie Übelkeit und Erbrechen aus, die nach etwa 6 bis
24 Stunden wieder abklingen. In Ausnahmefällen kann es allerdings zu gravierenden Folgen bis hin zum Tod kommen. Aufgrund der Hemmung der mitochondralen Fettsäureoxidation kann ein Leberversagen zum Tode führen. Kontaminierte Lebensmittel sind häufig kohlenhydratreiche Produkte wie Reis oder Nudeln, aber auch Milch oder Fleisch können einen meist milden Krank­heitsverlauf auslösen.[1,3]

B. cereus gehört zur Bacillus cereus-Gruppe, die nahverwandte phylogenetisch nicht trennbare Arten zusammenfasst. Dazu zählen B. cereus sensu stricto,
B. anthracis, B. thuringiensis, B. weihenstephanensis
sowie B. mycoides. Bacillus thuringiensis produziert insektizide Toxine (Bt-Toxine) und stellt somit ein öko­nomisch wichtiges Biopestizid dar. Bacillus anthracis, welches human- und tierpathogen ist, löst Anthrax (Milzbrand) aus. Da diese Arten sehr eng mitein­ander verwandt und auch schwer zu differenzieren sind, wird in der Praxis der Begriff präsumtives Bacillus cereus verwendet.[4]

Der Nachweis von Bacillus cereus ist im Rahmen der Eigenkontrolle in der
VO (EG) Nr. 2073/2005 ausschließlich für Säuglingsnahrung auf Milchpulver­basis gesetzlich vorgeschrieben. Für alle anderen Lebensmittelmatrices können bei der Bewertung des Keims die Richt- und Warnwerte der DGHM (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie) herangezogen werden. Die Werte beziehen sich dabei auf das Vorkommen präsumtiver B. cereus auf Basis des DIN EN ISO-Verfahrens. Es wird der Nachweis von Erregern der B. cereus­Gruppe ermöglicht, nicht aber eine weitere Keimdifferenzierung. Für eine fundierte Risikobewertung ist eine Toxin-Bestimmung jedoch notwendig, um das eventuell von einem kontaminierten Lebensmittel ausgehende Gefahren­potenzial abschätzen zu können.[4]

Haben Sie weitere Fragen, dann kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kunden­betreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Heike Schlechte
Tel.: +49 (0)40 797172-0


Literatur:
[1] Messelhäußer, U., Ehling-Schulz, M.: Pathogene Mikroorganismen Bacillus cereus, 2. vollständig überarbeitete Auflage, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2014
[2] Krämer, J.: Lebensmittelmikrobiologie, 4. neu bearbeitete Auflage, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart (Hohenheim), 2002
[3]
http://www.bfr.bund.de/de/bacillus_cereus-54344.html, BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung, Stand 07.10.2015
[4] Baumgart, J., Becker, B., Stephan, R.: Mikrobiologische Untersuchung von Lebensmitteln, 66. Aktualisierungs-Lieferung, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2014

 
 

Die GBA Laborgruppe präsentierte ihre Dienstleistungen auf der CPhI in Madrid

von Patrizia Schulz, GBA Laborgruppe

Vom 13. bis 15. Oktober 2015 präsentierte die GBA Laborgruppe auf der CPhI, der internationalen Fachmesse für die pharmazeutische Industrie, in Madrid ihre Dienstleistungen im Bereich der Pharmaanalytik.

Die CPhI ist eine der größten Messen in dieser Branche und vereint alle wich­tigen Lieferanten, Hersteller und Anwender in der chemisch und pharmazeu­tisch verarbeitenden Industrie. Als international agierender, zuverlässiger Geschäfts­partner mit langjähriger Erfahrung im analytischem Full-Service Bereich unter cGMP präsentierte die GBA Laborgruppe in Madrid ihre weit­reichende Kompetenz im Pharmabereich.

Die GBA Laborgruppe unterstützt ihre Kunden zum Beispiel in folgenden Bereichen:

•  Dienstleistungen im Bereich der Mikrobiologie
•  Elemental Impurities gem. ICH Guideline Q3D inkl. der Erstellung der
   geforderten Risk Assessments 
•  Extractables & Leachables
•  Forschung & Entwicklung
•  Methodenentwicklung und –Validierung 
•  Qualitätskontrolle
•  Stabilitätsproben und Lagerhaltung
•  Zulassungen

Sollten Sie Fragen zu diesen oder auch anderen pharmaanalytischen Bereichen haben, dann kontaktieren Sie uns:

Phytos GmbH & Co. KG            
Herrn Stefan Woidich                  
Tel.: +49 (0)731 97439-0

LPU Labor für Pharma- und Umweltanalytik GmbH
Frau Ines Kipar
Tel.: +49 (0)89 858967-0

 


Fügen Sie info-mail@gba-group.de Ihrem Adressbuch hinzu, um sicherzustellen, dass Sie E-Mails von der GBA Laborgruppe erhalten.

Impressum | GBA-GROUP.de | Newsletter abmelden

Alle Angaben wurden möglichst fehlerfrei und sorgfältig recherchiert für Sie zusammengestellt.
Sollten die enthaltenen Angaben dennoch unvollständig sein, Fehler enthalten oder sich zwischenzeitlich Änderungen ergeben haben, dann übernehmen Redaktion und Herausgeber keine Gewähr.

Herausgeber dieses Newsletters: © GBA Laborgruppe. Alle Rechte vorbehalten.