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Newsletter

August 2017

• Fipronil
• Inkrafttreten der 42. BImSchV
• Themenserie Mykotoxine: Zearalenon

• Themenserie Umweltkontaminanten: EOX
• Deutscher Obst und Gemüse Kongress

 

Liebe Leserinnen & Leser,

mit unserem August-Newsletter melden wir uns wieder mit spannenden Artikeln zurück aus der Sommerpause. Im Bereich Lebensmittelanalytik haben wir für Sie die neusten Entwicklungen zum Thema "Fipronil" zusammenge­fasst. Weiter informieren wir Sie über das Inkrafttreten der 42. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) und welche Pflichten sich daraus ergeben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Fipronil – aktueller Stand (14.08.2017), gesundheitliche Bewertung, rechtliche Einordnung

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Wir berichteten bereits in unserem Mailing vom 02.08.2017 über Befunde von Fipronil in tierischen Lebensmitteln. Mit diesem Artikel möchten wir Sie sowohl über den aktuellen Stand als auch über die gesundheitliche Bewertung und rechtliche Einordnung von Befunden informieren.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol (phenylhaltiges Derivat des Pyrazols) und wird als Pflanzenschutzmittel und Biozid eingesetzt. In der Tiermedizin wird es als Mittel gegen Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen verwendet. Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, darf Fipronil gemäß dem Tierarzneimittelrecht (Verordnung (EU) Nr. 37/2010; Arzneimittelgesetz) nicht verabreicht werden.[1] Nach behördlichen Angaben stellt bei den untersuchten tierischen Lebensmit­teln das Milbenbekämpfungsmittel „Dega 16“ die Eintragsquelle dar, welches grundsätzlich zugelassen und fipronilfrei ist. Allerdings wurde dieses Mittel un­zulässigerweise mit Fipronil versetzt und in den Handel gebracht. Erschwert wird eine schnelle Aufklärung dadurch, dass offenbar sowohl das Original­produkt „Dega 16“ (ohne Fipronil-Zusatz) als auch das mit Fipronil versetzte Mittel „Dega 16“ im Umlauf sind. Somit muss im Einzelfall geprüft werden, ob das im Geflügelbetrieb vorhandene „Dega 16“ Fipronil enthält bzw. die Produkte aus Legehennenbeständen, die damit behandelt wurden, mit Fipronil kontami­niert sind.[1,2]

Nach Kenntnissen des BLL (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.) ist Fipronil eine lipophile (fettliebende) Verbindung, so dass davon aus­gegangen werden kann, dass sich der Stoff im Eigelb anreichert und folglich im Eiweiß abreichert. Die Verhaltensweise der Metaboliten ist nicht bekannt.[2] Daneben hat das BfR mehrere Beiträge zur gesundheitlichen Bewertung von Fipronil auf seiner Homepage veröffentlicht. Die gesundheitliche Risikobe­wertung von Fipronilgehalten in Eiern erfolgte auf Basis einer Ausschöpfung der akuten Referenzdosis (ARfD), welche definiert ist als die Substanzmenge pro kg Körpergewicht, die über die Nahrung mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages ohne ein erkennbares gesundheitliches Risiko für Verbraucher aufge­nommen werden kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffent­lichte unter anderem eine gesundheitliche Bewertung von Fipronilgehalten, die auf amtlichen Analyseergebnissen aus Deutschland beruht. Demnach wurden Werte von bis zu 0,45 mg/kg in Eiern gemessen. Legt man die europäischen Verzehrsdaten (EFSA PRIMo, Version 2) zugrunde, ergibt sich für die betrach­teten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, eine Ausschöpfung der ARfD von bis zu 62 %. Nach dieser Datenlage ist nach dem derzeitigen wissenschaft­lichen Kenntnisstand eine akute gesundheitliche Gefährdung unwahrscheinlich. Desweiteren hat das BfR einen Fipronilgehalt von 0,72 mg/kg für Eier ermittelt, bei dem es für keine der Verbrauchergruppen (einschließlich Kinder) zu einer Ausschöpfung des ARfD-Wertes kommt.[3]

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlich­te nach Abstimmung mit den Bundesländern eine Vorgehensweise, wie mit Pro­dukten umzugehen sei, die mit belasteten Eiern hergestellt wurden. Maßgeblich für die rechtliche Beurteilung von Fipronil in Hühnereiern und verarbeiteten Pro­dukten sind die Regelungen der Verord­nung (EG) Nr. 396/2005. Für frische Hüh­nereier findet grundsätzlich der Rückstandshöchstgehalt (RHG) laut Verord­nung (EG) Nr. 396/2005 Anwendung. Dieser beträgt 0,005 mg/kg und gilt laut Rückstandsdefinition für die „Summe aus Fipronil und seinem Sulfonmetaboli­ten (MB46136), ausgedrückt als Fipronil“. Der RHG ist auch auf Eiprodukte (Zwischenprodukte) und Endprodukte anzuwenden. Zwischenprodukte und Endprodukte, deren Fipronilgehalt unterhalb der analytischen Bestimmungs­grenze von 0,005 mg/kg liegt, sind als verkehrsfähig anzusehen. Sofern Rück­stände im verarbeiteten/zusammengesetzten Erzeugnis bestimmt werden, sind bei der Beurteilung, ob die Anforderungen von Artikel 18 und 20 der Verord­nung (EG) Nr. 396/2005 eingehalten sind, im Einzelfall die durch die jeweilige Verarbeitung und/oder das Mischen bewirkten Veränderungen der Rückstands­gehalte (Verdünnung oder ggf. Konzentration) zu berücksichti­gen.[2]

Die GBA Laborgruppe hat die Untersuchung auf Fipronil seit Jahren in Ihrem Portfolio und kann Sie zusätzlich umfassend zu diesem Thema beraten. Bei Fragen kontaktieren Sie gerne Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Mareen Lehmann
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., BLL-Rundschreiben 421-2017 vom 04.08.2017
[2] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., BLL-Rundschreiben 433-2017 vom 11.08.2017
[3] www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche-bewertung-von-ersten-analysenergebnissen-zu-fipronilgehalten-in-lebensmitteln-in-deutschland.pdf, Stand 11.08.2017

 
 

Inkrafttreten der 42. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV)

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider können eine Quelle für legionellenhaltige Aerosole darstellen. Die deutschlandweit bekannt gewor­denen schweren Legionelleninfektionen mit Todesfällen, wie in Ulm (2010), Warstein (2013) und Bremen (2016) führten zu Maßnahmen, die sich in der 42. BImSchV widerspiegeln. Um das Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchti­gung durch solche Anlagen zu minimieren, regelt die 42. BImSchV den Betrieb, die Herstellung und die Errichtung solcher Anlagen. Daraus ergeben sich Melde- und Überwachungspflichten für die Betreiber.

Bei der Verordnung handelt es sich um ein gesetzliches Regelwerk, welches einen vorsorgenden Schutzcharakter aufweist und ab dem 19.08.2017 rechts­verbindlich ist.
Durch diese Verordnung soll derjenige Stand der Technik umgesetzt werden, der in der Richtlinie VDI-2047 mit den Blättern 2 und 3 sowie in der Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA) zur Probenahme und zum Nachweis von Le­gionellen in Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern be­schrieben wird.

Für die Betreiber der Anlagen ergeben sich unter anderem folgende Pflichten:

•   Anzeige von Bestands- und Neuanlagen bei den zuständigen Behörden
    Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung, die mögliche Risiken 
    hinsichtlich der hygienischen Sicherheit erfasst und die daraus
    abzuleitenden Maßnahmen festlegt
•   Führen eines Betriebstagebuchs
•   Wiederkehrende Anlagenprüfungen durch einen anerkannten
    Sachverständigen
•   Regelmäßige betriebsinterne mikrobiologische, physikalische und 
    chemische Überprüfungen des Nutzwassers
•   Regelmäßige Wasseruntersuchungen auf Legionellen und die 
    allgemeine Koloniezahl durch ein nach DIN EN ISO/IEC 17025
    akkreditiertes Laboratorium  

Als akkreditiertes Labor hat sich die GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH in den letzten 18 Monaten intensiv mit der Etablierung der schwierigen mikrobio­logischen Analytik beschäftigt. Laut der UBA Empfehlung müssen die Labora­torien ein Jahr nach Inkrafttreten der Verordnung eine Akkreditierung speziell für die in der Verordnung genannten Wässer besitzen. Die GBA Laborgruppe hat dies bereits im Herbst 2016 umgesetzt und kann somit auch die hohen Anforderungen, von der einheitlichen Probenahme über Analytik und Auswer­tung bis hin zur Ergebnisangabe, umfassend erfüllen.
Zusätzlich besteht die Notwendigkeit, Probenehmer in das Qualitätsmanage­mentsystem (QMS) des Labors einzubinden. Hierfür konnte das seit Jahren in der GBA Laborgruppe erfolgreich angewandte System für externe Probeneh­mer im Trinkwasserbereich erweitert werden. In den kommenden Monaten werden dazu ausreichend Kapazitäten geschaffen, um die entsprechenden Schulungsmaßnahmen durchzuführen.

Bei Fragen kontaktieren Sie gerne Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 
 

Themenserie Mykotoxine: Zearalenon

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Zearalenon ist ein Mykotoxin, welches in der Regel von Pilzstämmen der Spe­zies Fusarium graminearum oder Fusarium culmorum gebildet wird. Zearalenon lässt sich insbesondere in Mais und Maisprodukten (Ausnahme: reine Mais­stärke) vorfinden, wobei in Silage, Heu und Stroh ebenfalls mit einer Zearale­nonbildung zu rechnen ist. Desweiteren wurde über das Vorkommen in wei­teren Getreidearten wie Gerste, Hafer, Weizen, Reis sowie Hirse und sogar auch in Soja berichtet. Die Fusarienpilze besiedeln gewöhnlich lebende Pflan­zen auf Feldern, weshalb sie auch als Feldpilze bezeichnet werden. Unter günstigen Bedingungen können sich diese jedoch auch in einem Warenlager ausbreiten und das Erntegut kontaminieren. Um eine Fusarien- und die damit möglicherweise einhergehende Zearalenonkontamination zu vermeiden, wird empfohlen, nur ein Erntegut mit einem maximalen Wassergehalt von 14 % einzulagern. Hierfür muss gegebenenfalls vor der Einlagerung eine Trocknung des Ernteguts stattfinden.[1] In einer EU-weiten gemeinsamen Studie wurde herausgefunden, dass 32 % aller Getreideproben mit Zearalenon kontaminiert waren. Beim Mais waren es sogar 79 % der Proben, die eine Belastung mit Zearalenon aufwiesen.[2]

Bei Zearalenon handelt es sich um eine relativ stabile Verbindung, weshalb weder durch gängige Mahlvorgänge, längere Lagerung noch durch Zuberei­tungen wie Kochen und Backen ein nennenswerter Zearalenonabbau beo­bachtet werden kann. Es ist auch nicht auszuschließen, dass bei der Gewin­nung von Maiskeimöl ein Übergang in das Öl stattfinden kann, wenn hierbei sehr hoch belastete Rohware verwendet wird. Die genannten Punkte haben schlussendlich zur Folge, dass Zearalenon unerwünscht in die menschliche Nahrung und somit auch in die Ernährung gelangt. Aufgrund der hämatoxischen und östrogenen Wirkung des Zearalenons gilt deshalb, die Kontamination von Lebensmitteln mit Zearalenon so gut wie möglich zu vermeiden. So wurde bei­spielsweise bei Schweinen, die kontaminiertem Futtermittel ausgesetzt waren, eine Veränderung der sekundären Geschlechtsmerkmale (Vergrößerung des Muttermundes, pathologische Veränderungen an den Eierstöcken), Störung des Menstruationszyklus, Scheinschwangerschaften, Aborten und Sterilität fest­gestellt. Bei anderen Tierarten sind bis jetzt solche Nebenwirkungen nicht aufgefallen, jedoch können auch Menschen sehr empfindlich auf eine Zearale­nonkontamination reagieren. In einigen Studien wurde beobachtet, dass eine längere Aufnahme von hohen Zearalenonmengen bei pubertierenden männ­lichen Jungen zu einer Störung der hormonellen Entwicklung und bei Frauen zu einem höheren Brustkrebsrisiko führt.[1] Laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer, IARC) liegen jedoch nur begrenzte Hinweise für eine für den Menschen mögliche krebser­zeugende Wirkung (Gruppe 3) vor, weshalb das Risiko nicht näher klassifi­zierbar ist.[3] Vor diesem Hintergrund wurde von dem Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der Europäischen Union (Scientific Committee on Food, SCF) in einer Risikobewertung auf Basis eines für Schweine nicht mehr hormo­nell wirksamen Schwellenwerts (40 µg/kg Körpergewicht) eine Klassifizierung für Zearalenon durchgeführt. Aufgrund dessen wurde für den Menschen mittels eines Sicherheitsfaktors von 200 eine vorläufige tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,2 µg/kg Körpergewicht festgelegt.[4] Unter der Zunahme dieses Wertes wurde geschaut, wie hoch der TDI von der europäischen Bevölkerung in der Regel ausgeschöpft wird. Aus der Untersuchung resultierte, dass ein 60 kg schwerer Erwachsener einer täglichen Zearalenonexposition von etwa 0,03 – 0,06 µg/kg Körpergewicht ausgesetzt wird, was noch deutlich unterhalb der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge (TDI) von 0,2 µg/kg Körpergewicht liegt. Ähnliche Werte wurden ebenfalls für Kanada, Dänemark, Norwegen sowie für die USA ermittelt.[5]    

Trotz der durchschnittlich geringen Ausschöpfung des TDI geben einzelne Lebens­mittelproben mit hohen Zearalenongehalten (z. B. Mais und Maiserzeug­nisse) weiterhin Anlass zu routinemäßigen Kontrollen. Aufgrund der toxi­kologischen Relevanz ist zusätzlich im Bereich der Lebensmittel der gesetzlich zugelassene Höchstwert für Zearalenon in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 geregelt.[6] Im Bereich der Futtermittel liegt für Zearalenon kein gesetzlicher Höchstwert, sondern nur ein von der Kommission empfohlener Richtwert (2006/576/EG) vor.[7]

Die GBA Laborgruppe hat die Analytik von Zearalenon bereits seit Jahren im Portfolio der Untersuchungsmethoden etabliert. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprech­partner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Johanna Middelstaedt
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/ trichothecene/zearalenon.htm, Stand 27.07.2017
[2] ec.europa.eu/food/sites/food/files/safety/docs/ cs_contaminants_catalogue_fusarium_task3210.pdf, Stand 27.07.2017
[3] monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol56/mono56-15.pdf, Stand 27.07.2017
[4] ec.europa.eu/food/sites/food/files/safety/docs/ cs_contaminants_catalogue_out65_en.pdf, Stand 27.07.2017
[5] apps.who.int/iris/bitstream/10665/42378/1/WHO_TRS_896.pdf, Stand 27.07.2017
[6] eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG: 2006R1881:20100701:DE:PDF, Stand 27.07.2017
[7] eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006 :229:0007:0009:DE:PDF, Stand vom 27.07.2017

 
 

Themenserie Umweltkontaminanten: Extrahierbare organische Halogenverbindungen (EOX)

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

EOX (extrahierbare organische Halogenverbindungen) ist ein Summenparame­ter für schwerflüchtige organische Halogene, die sich mit Hilfe von Kohlen­wasserstoffen wie z. B. mit Hexan extrahieren lassen. Genau genommen han­delt es sich bei den Halogenen um organisch gebundenes Chlor, Brom und Iod. Für die labortechnische Bestimmung von EOX in Feststoffen existiert der Stan­dard des Deutschen Institutes für Normung (DIN 38414-17), so dass die Ergeb­nisse jederzeit reproduzierbar sind und nach einem genau definierten Schema ermittelt werden können.[1] Bei diesem standardisierten Verfahren findet zu­nächst eine Trocknung des Materials statt. Bei dieser Trocknung werden dem Material die leicht- und mittelflüchtigen organischen Halogenverbindungen ent­zogen und somit nicht vollständig erfasst. Dieser Anteil wird in einem anderen Verfahren untersucht, auf das in diesem Artikel nicht näher eingegangen wer­den soll. Das verbleibende trockene Material wird mit Hexan oder Petrolether extrahiert und der gewonnene Extrakt wird anschließend quantitativ auf die Halogene untersucht.

Bei jeder grundlegenden Untersuchung von mineralischen Abfällen besteht die Notwendigkeit den Parameter EOX zu bestimmen. Im Rahmen des Nachweis-/ Andienungsverfahrens besteht für Abfallerzeuger die Pflicht, für jede anfallende Abfallcharge eine umfassende Deklarationsanalyse erstellen zu lassen, damit alle Abfallstoffe ordnungsgemäß und schadlos entsorgt werden können. Für die Belastung von den Abfallchargen und deren Kontrolle von Grenzwerten kann das oben genannte Verfahren als kostengünstige Entscheidungshilfe über die Notwendigkeit spezieller Analysen in Betracht gezogen werden. Für die Beur­teilung können hierbei zum einen die Zuordnungswerte „Feststoff für Recycling­baustoffe / nicht aufbereiteten Bauschutt“ nach Mitteilung der Länderarbeitsge­meinschaft Abfall (LAGA) 20 und zum Anderen der Orientierungswert für die Bewertung von schadstoffbelasteten Gebäuden, Bauteilen oder Bauschutt vor der Aufbereitung von 10 mg/kg EOX im Feststoff herangezogen werden.[2]

Aufgrund der gefahrenrelevanten Eigenschaft H14/ökotoxisch bezogen auf die terrestrische Umwelt (ab einer EOX-Konzentration von 10 ppm), führt die Über­schreitung dieses Orientierungswertes nach der Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG zu entsorgungstechnischen Konsequenzen für den Abfallerzeu­ger.[3] Hierbei kann zusätzlich die Ermittlung der Verursacher einer Belastung an EOX aus abfalltechnischer Sicht aus den folgenden Gründen notwendig wer­den:

1. Das organische Halogenid ist Bestandteil des genehmigungsrechtlich fest­gelegten Annahmegrenzwertkataloges der gewählten Entsorgungsanlage.
2. Das organische Halogenid ist ein persistenter organischer Schadstoff für den sich die entsorgungsrechtlichen Konsequenzen aus der EU-POP-Verordnung ergeben.
3. Weiterhin gibt es eine Vielzahl weiterer halogenorganischer Stoffe, die Grundlage für eine erhöhte EOX-Konzentration sein können. Die Bewertung des Abfalls muss entsprechend der Stoffeigenschaften im Einzelfall vorge­nommen werden.

Die genaue Identifikation des Verursachers sollte grundsätzlich bei EOX-Konzentrationen > 10 mg/kg erfolgen. In den überwiegenden Fällen sind die Halogenkonzentrationen jedoch so gering, dass auf eine genaue Identifikation des verursachenden Schadstoffes verzichtet werden kann. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass in Einzelfällen genehmigungsrechtliche Grenz­werte von Entsorgungsanlagen eine Identifikation des verursachenden Schadstoffes bereits bei deutlich geringeren Gehalten notwendig werden lässt. Beispielsweise können einstufungs- und entsorgungsrelevante Belastungen an polychlorierten Biphenylen (PCB) bereits bei EOX-Konzentrationen von ca. 2 mg/kg vorliegen. Sollten PCBs nicht bereits im Rahmen der LAGA-Untersu­chung bestimmt worden sein, ist die Untersuchung in Erwägung zu ziehen.

Die GBA Laborgruppe hat die Untersuchung von EOX sowohl im Feststoff als auch im Wasser seit Jahren etabliert und arbeitet mit den neuesten Geräten und Aufarbeitungsmethoden. Dabei beobachtet die GBA kontinuierlich neue Entwicklungen in diesem Bereich. Die Liste der bei der GBA untersuchten Parameter wird sowohl im Umwelt- als auch im Lebensmittelbereich entspre­chend der neuen und wachsenden Anforderungen ständig aktualisiert und weiter ausgebaut, um auch hier für Sie als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen The­ma haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Thomas Irion
Tel.: +49 (0)4101 / 79 46-0

 

Literatur:
[1] DIN 38414-17:2017-01; Bestimmung von extrahierbaren organisch gebundenen Halogenen  (EOX)
[2] laga-online.de/servlet/is/23876/, Stand 11.08.2017
[3] Richtlinie 2008/98/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008  über Abfälle und zur Aufhebung bestimmter Richtlinien

 
 

Deutscher Obst und Gemüse Kongress in Düsseldorf

von Sabine Nest, GBA Laborgruppe

Vom 21. – 22.09.2017 findet in Düsseldorf in den Ausstellungsräumlichkeiten der CCD Stadthalle zum siebten Mal der Deutsche Obst und Gemüse Kongress statt. Dieser gehört zu Deutschlands wichtigsten Informations- und Networking-Veranstaltung für die gesamte Wertschöpfungskette von Obst und Gemüse. Neben dem Rahmenveranstaltungsprogramm wird den Teilnehmern in den Pausen die Möglichkeit zum fachlichen Austausch gegeben.

Die GBA Laborgruppe ist mit einem Ausstellungsstand (Standnummer 26) ver­treten und möchte Sie gerne bei interessanten Gesprächen zu einer Kaffeespe­zialität der Marke illy einladen. Unser Experten-Team vor Ort steht Ihnen mit Rat & Tat zur Seite und freut sich auf Ihren Besuch!

Natürlich können Sie im Vorfeld schon einen Termin vereinbaren:

Stefanie Riechers ()
Julia Bartels ()
Adalbert Elmers ()


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