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Wissen, was drin ist.

Newsletter

Mai 2018

• Neue Öko-Verordnung
• Metalle und Jod in Seetang

• Arsen - ein Halbmetall
• Beschränkungen für Neonikotinoide
• Themenserie Superfoods & Markttrends
• EU-DSGVO

 

Liebe Leserinnen & Leser,

alles neu macht der Mai. Deshalb steht in diesem Monat allen Themen voran die neue Öko-Verordnung, die gerade im Europäischen Parlament beschlossen wurde. Außerdem: Wir essen grüner, denn der Verzehr von Seetang in Europa ist angestiegen. Der höhere Verzehr bringt die EU dazu, neue Regelungen für die Überwa­chung zu definieren. In unserem Newsletter finden Sie, welche es sind. Wissen Sie im Detail, was Arsen ist und kann? Falls nicht, dann lohnt sich der Artikel, der eine Menge ausführliche Informationen für Sie bereit hält.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen für uns haben, schreiben Sie gerne an .

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Neue Öko-Verordnung kommt

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Nach fast vier Jahren Arbeit und Diskussion um die Neufassung der EG-Öko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007 ist man sich nun einig und der aktuelle Ent­wurf wurde am 19. April 2018 vom Europäischen Parlament mehrheitlich verab­schiedet. In den vergangenen Jahren hat auf dem Markt für ökologische/biolo­gische Erzeugnisse aufgrund der zunehmenden Nachfrage eine dynami­sche Ent­wicklung stattgefunden, für die der bestehende Rechtsrahmen nicht mehr ausrei­chend war. Mit schärferen Regelungen soll das Öko-Siegel ein Ge­winn für Ver­braucher, Landwirte und Bio-Lebensmittelproduzenten werden.[1]

Zu den wichtigsten Änderungen zählen u. a.:[2]

Strengere Kontrollen für die Importe in die EU
Einfuhren müssen den EU-Normen entsprechen. Die derzeitigen Gleichwertig­keitsvorschriften, nach denen Nicht-EU-Länder ähnliche, aber nicht identische Standards einhalten müssen, werden innerhalb von fünf Jahren auslaufen.

Zugang zu biologischem Saatgut
Das Angebot für Saatgut aus ökologischer Produktion soll erhöht werden, um den steigenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Betriebe, die sowohl konven­tionelle als auch ökologische Lebensmittel erzeugen, müssen die Produktionen klar und deutlich trennen, generell ist dies jedoch erlaubt. In diesem Zuge soll auch die Zertifizierung für Kleinerzeuger vereinfacht werden.

Vermeidung von Kontaminationen
Die Regelungen zur Vermeidung von Verunreinigungen aus konventionellem An­bau sowie eine strengere Vorsorge zur Vermeidung von Kontaminationen mit Pes­tiziden werden verbessert. Demnach wird verstärkt die gesamte Versor­gungskette kontrolliert und nicht nur das Produkt am Ende bewertet. Spezifi­sche Pestizid-Höchstgehalte für Erzeugnisse aus ökologischer Produktion, die noch in einem früheren Entwurf zu finden waren, wurden deshalb nicht fest­gelegt.

Die Zustimmung der EU-Agrarminister wird auf der Tagung im Juni 2018 er­wartet, anschließend erfolgt die Veröffentlichung des Verordnungstextes im Amtsblatt der EU-Kommission.[1]

Die GBA Laborgruppe steht mit Ihren Mitarbeitern im ständigen Austausch zu Behörden und anderen Institutionen und arbeitet selber in vielen Fachgremien (u. a. Pestizid-Arbeitsgruppen, BNN, BLL) mit. Daher ist es für uns ein wichtiges An­liegen, Sie über gesetzliche Neuerungen rechtzeitig zu informieren. Bei Fra­gen zu der Änderungsverordnung oder zu der Untersuchung von Pflanzen­schutzmitteln stehen wir Ihnen als kompetenter Ansprechpartner gerne zur Ver­fügung. Bitte kontaktieren Sie hierfür Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Frank Schütt
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., BLL-Rundschreiben 219-2018 vom 20.04.2018
[2] fruchthandel.de/newsnet/aktuelle-news/einzelmeldung-newsnet/ bio-produktion-parlament-verschaerft-eu-vorschriften/, Stand 09.05.2018

 
 

Monitoring von Metallen und Jod in Seetang und Halophyten

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Am 21. März 2018 hat die Europäische Kommission die Empfehlung (EU) 2018/464 zur Überwachung der Metall- und Jodkonzentrationen in Seetang, Halophyten (Salzpflanzen) sowie auf Seetang basierenden Erzeugnissen ver­öffentlicht. Laut dieser Kommissionsempfehlung werden alle Mitgliedsstaaten der EU aufgefordert in den Jahren 2018 bis 2020, in Zusammenarbeit mit den Lebens­mittel- und Futtermittelunternehmen das Vorkommen von Arsen, Cadmi­um, Jod, Blei und Quecksilber in Seetang, Halophyten und auf Seetang basie­renden Er­zeugnissen zu überwachen. Die Überwachung soll sich auf folgende Produkte erstrecken:[1,2]

•  essbare Halophyten (darunter Salicorna europaea, Tetragonia
    tetragonoides)
•  Seetangarten, die die Verzehrgewohnheiten und die Verwendungen 
    als Futtermittel widerspiegeln (darunter Arame (Ecklonia bicyclis),
    Blasentang (Fucus vesiculosus), Speise-Rotalge (Palmaria palmata),
    Hiziki (Hizikia fusiforme), Irischmoos (Chondrus crispus), Fingertang
    (Laminaria digitata), Kombu (Laminaria japonica, Saccharina japonica),
    Nori und Purpurtang (Porphyra und Pyropia spp.), Knotentang (Ascophyllum
    nodosum), Meerlattich (Ulva sp.), Riementang (Himanthalia elongata),
    Sägetang (Fucus serratus), Codium (Codium sp.), Zuckertang (Sacharina
    latissima), Wakame (Undaria pinnatifida) und Flügeltang (Alaria culenta)
•  Lebensmittelzusatzstoffe, die auf Seetang basieren (darunter E 400, E 401,
    E 403, E 404, E 405, E 406, E 407, E 407a und E 160a(iv)

Die Probenahmen sollen hierbei nach den in der Verordnung (EG) Nr. 333/2007 (Probenahme von Lebensmitteln) bzw. in der Verordnung (EG) Nr. 152/2009 (Pro­benahme von Futtermitteln) festgelegten Verfahren erfolgen, damit gewähr­leistet werden kann, dass die Proben repräsentativ für die beprobte Partie sind. Die ermittelten Überwachungsdaten sollen abschließend in kontinuierlichen Ab­ständen bei der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einge­reicht werden.[1,2]

Den Ausgangspunkt für die neue Empfehlung (EU) 2018/464 zur Überwachung der Metall- und Jodkonzentrationen stellt der zunehmende Verzehr von See­tang und Halophyten in der EU dar. Bereits verfügbare Daten zeigen, dass See­tang erhebliche Mengen an Arsen, Cadmium, Jod, Blei und Quecksilber enthal­ten kann. Da Halophyten ebenfalls im Meer wachsen, kann folglich angenom­men werden, dass diese bei der Aufnahme dieser Stoffe und bei der daraus re­sultierenden Kontamination ein ähnliches Muster aufweisen. Vor diesem Hinter­grund muss bewertet werden, ob die Einführung von Höchstgehalten an Arsen, Cadmium und Blei in Seetang und Halophyten oder die Änderung des Rück­standshöchstgehalts für Quecksilber in Algen und prokaryontischen Organis­men oder Maßnahmen im Hinblick auf die von diesen Erzeugnissen ausgehen­de Exposition gegenüber Jod erforderlich sind. Die momentane rechtliche Lage sieht wie folgt aus:[1]

•   Die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 enthält Höchstgehalte für 
    Quecksilber, Arsen, Cadmium und Blei in verschiedenen Lebens-
    mitteln. Allerdings ist für den Bereich der Lebensmittel aus Seetang
    und Halophyten lediglich ein Höchstgehalt für Cadmium für Erzeugnisse,
    die ausschließlich oder vorwiegend aus getrocknetem Seetang bestehen,
    festgelegt worden
•  Die Verordnung (EG) Nr. 396/2005 enthält einen allgemeinen Rückstands-
    höchstgehalt für Quecksilber, der auch für Algen und prokaryontische
    Organismen gilt
•   Im Jahr 2006 legte der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss 
    (SCF, Scientific Committee on Food) für die Aufnahme von Jod eine
    Obergrenze von 600 µg/Tag für Erwachsene und von 200 µg/Tag für
    Kinder im Alter von ein bis drei Jahren fest.[3,4]
•   In der Richtlinie 2002/32/EG sind Höchstwerte für Arsen, Blei,
    Cadmium und Quecksilber in Futtermitteln enthalten.
•   Für Lebensmittelzusatzstoffe, die auf Seetang basieren, sind in den
    Anhängen der Verordnung (EU) Nr. 231/2012 Spezifikationen festgelegt.

Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, dann kontak­tieren Sie gerne Ihren persönlichen Kundenbetreuer bei der GBA Laborgruppe oder
 
GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Frank Schütt
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

 Literatur:
[1] eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/ ?uri=CELEX:32018H0464&from=DE, Stand 08.05.2018
[2] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V., BLL-Rundschreiben 166-2018 vom 23.03.2018
[3] efsa.europa.eu/sites/default/files/efsa_rep/blobserver_assets/ndatolerableuil.pdf, Stand 08.05.2018
[4] bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche_risiken _durch_zu_hohen_jodgehalt _in_getrockneten_algen.pdf, Stand 08.05.2018

 
 

Arsen – ein Halbmetall

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Derzeit laufen innerhalb der europäischen Gemeinschaft Vorbereitungen, um das Vorkommen von anorganischem und organischem Arsen in Lebensmitteln zu überwachen (siehe GBA Newsletter 12/2016). Bekannt ist bereits die hoch toxische Wirkung von dreiwertigen, löslichen Arsenverbindungen. Arsen in die­ser Oxidationsstufe kommt teilweise auch in Grundwässern vor. Die Weltge­sundheitsorganisation (WHO) empfiehlt seit 1992 einen Grenzwert für Arsen im Trinkwasser von 0,01 mg/L, der auch in der TrinkwV in Anlage 2 Teil II festge­schrieben ist.

Arsen ist ein Halbmetall mit dem Elementsymbol As und der Ordnungszahl 33. Es steht in der 15. Gruppe im Periodensystem und kommt in schwarzer, metall­grauer und gelber Modifikation vor. In der Natur liegt es meist in Form von Sulfi­den vor. Arsen ist etwa so häufig in der Erdkruste vorhanden wie Uran oder Ger­manium. Seine Häufigkeit in der kontinentalen Kruste wird mit 3,1 mg/kg angegeben.[1] Die Gehalte bei nicht anthropogen belasteten Böden schwan­ken dabei jedoch regional von 1 - 100 mg/kg.[2] Nur ein geringer Teil des Arsens ist wasserlöslich, wobei der lösliche Anteil keine Beziehung zum Ge­samtgehalt erkennen lässt. Außerdem kommt Arsen als Spurenelement in unserem Körper vor, wobei die biologische Funktion nicht eindeutig geklärt ist. Der Bedarf wird von Emsley mit 5 - 50 µg/Tag angegeben.[3] Dabei kommt es insbesondere auf die Oxidationsstufe des Arsens und dessen Löslichkeit an. Seit 1832 gibt es Verfahren, um es im Körper nachzuweisen, was zu einer rapiden Abnahme der Vergiftungen durch Arsen führte.[4,5] Nennenswerte Arsenemissionen stammen weiterhin aus Vulkangasen und der Verbrennung von Kohlen, wobei letztere durch Filtereinsätze minimiert wurden. Die größten Hersteller von Arsen sind heute die Volksrepublik China mit ca. 25.000 t/a und Chile mit ca. 11.500 t/a.

Arsen findet Verwendung in Akkumulatoren, um die Festigkeit von fein struk­turierten Platten zu erreichen. In sehr reiner Form (mind. 99,9999 %) dient es in der Elektronik für Gallium-Arsenid-Halbleiter. Frühere Anwendungen als Schäd­lingsbekämpfungsmittel im Weinbau oder als Fungizid (Antipilzmittel) in der Holz­wirtschaft kommen in Deutschland heute nicht mehr vor. Bei der Verhüt­tung sulfidischer Kupfer-, Blei-, Zink- und Nickelerze entsteht Arsentrioxid (As2O3) als Nebenprodukt. In den Anfängen der Metallverhüttung wurde das Arsen nicht gewonnen, sondern schlug sich in der Umgebung nieder. Dies war eine erhebliche Belastung für die Menschen, die an diesem Prozess beteiligt waren. In den Haaren der im Gletschereis gefundenen Mumie Ötzi wurden hohe Arsenkonzentrationen nachgewiesen. Man vermutet, dass er einer Tätig­keit nachging, bei der er Metall verarbeitete.[7]

Als man anfing, das Arsentrioxid im Prozess zu kondensieren, bildete es den Ausgangsstoff für alle anderen industriell hergestellten Arsenverbindungen und für Arsenmetall. Arsentrioxid, welches bei Raumtemperatur ein fester weißer Stoff ist, wurde auch unter dem Namen Arsenik oder als Mordgift bekannt. Bei der Aufbereitung des Rohwassers zu Trinkwasser durch Enteisenung, Entman­ganung und Entarsenung fallen Wasserwerksschlämme an, die Arsen enthalten können. In den Eisenschlämmen kann Arsen als Problemstoff hervortreten. Jedoch kommt es neben dem absoluten Gehalt auch auf die Bindungsart und -festigkeit von Arsen in Wasserwerksschlämmen an. Hierzu wurden Elutionsver­suche nach DIN 38414 bei unterschiedlichen pH-Werten an zwanzig verschie­denen Schlämmen, hauptsächlich aus der Enteisenung und Entmanganung, durchgeführt.[8] Die Versuche zeigten eine Freisetzung des Arsens im basi­schen Milieu von 1-15% des im Schlamm enthaltenen Arsens, wodurch Arsen­konzentrationen von bis zu 10 mg/L im Eluat gefunden wurden. Bei exakter Durchführung der DIN 38414 im neutralen Bereich lagen die Arsenkonzen­trationen deutlich darunter, sodass die Deponieklasse I nicht überschritten wurde.

Die Datendichte von Arsengehalten von Abfällen und technogenen Substraten ist gering und zerstreut. Eine Untersuchung der Belastung von Substraten auf 247 Freiflächen im Stadtgebiet von Essen ergab Arsengehalte zwischen 3 und 185 mg/kg, wobei das Mittel bei 17 mg/kg lag. Diese Ergebnisse spiegeln die anthropogenen Einflüsse im zentralen Ruhrgebiet mit seiner an die zweihundert Jahre zurückreichenden industriell geprägten Entwicklung (Kohlezechen, Metall­hütten) wider. Eine Übersicht über Arsengehalte von Abfallmaterialien gibt Meuser.[9]

Die Bandbreite der gefundenen Arsengehalte macht deutlich, wie notwendig die Untersuchungen der jeweiligen Boden- und Abfallproben auf deren Arsengehalt ist, um sie nach LAGA oder Deponieverordnung zuordnen zu können. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Umwelt- und Lebensmittel­analytik haben, dann kontaktieren Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Ralf Murzen
Tel. +49 (0)4101 7946-0
eMail:

 

Literatur:
[1] Wedepohl, K.H.: The composition of Earth's upper crust, natural cycles of elements, natural resources. - in Merian et al. (eds.) Elements and their Compounds in the Environment, vol.1, 2nd ed., Wiley-VCH, Weinheim 2004, 3-16
[2] Eikmann, T. et al.: Bodenverunreinigungen. - Europäische Akademie für Umweltfragen, Fernlehrgang "Gesundheit und Umwelt", Tübingen 1991, H. 11, 272 S. 139
[3] John Emsley: Parfum, Portwein, PVC …. Wiley Verlag, Weinheim 2003, S. 274–275.
[4] www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2007/daz-39-2007/giftmorde-meilensteine-der-forensischen-toxikologie; Stand 15.05.2018
[5] www.swr.de/odysso/giftmorde/-/id=1046894/did=3471750/nid=1046894/ njienf/index.html; Stand 15.05.2018
[6] UBA Texte, 113/2017
[7] www.spektrum.de/news/raetsel-um-die-gletschermumie-oetzi/1423005; Stand 15.05.2018
[8] Haase, I.: Bewertung des Schadstoffpotentials von Wasserwerksschlämmen. - Dissertation Techn.Univ. Hamburg-Harburg 1995
[9] Meuser, H.: Technogene Substrate als Ausgangsgestein der Böden urban-industrieller Verdichtungsräume. Schriftenreihe Inst. f. Pflanzenernährung u. Bodenkunde, Univ. Kiel, Nr. 35 (1996)

 
 

Weitere Beschränkungen für Neonikotinoide

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Bereits im NL 15-22 haben wir über die Neonikotinoide (Clothianidin, Imidaclo­prid, Thiamethoxam) und ihre gesundheitlichen Auswirkungen auf Bienen be­richtet. Nun hat der ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens­mittel und Futtermittel (SC PAFF) einem Vorschlag der Europäischen Kommis­sion zuge­stimmt, die Verwendung der drei Wirkstoffe im Pflanzenschutz weiter einzu­schränken. Demnach dürfen Pflanzenschutzmittel, die diese neonikotinoi­den Wirkstoffe enthalten, künftig nur noch in festen Gewächshäusern und zur Be­handlung von Saatgut, das im Gewächshaus angebaut wird, angewendet wer­den. Bis zur Ernte bzw. Verwertung müssen die entsprechenden Pflanzen im Gewächshaus bleiben und dürfen nicht im Freien ausgepflanzt werden.[1]

Die Zustimmung erfolgte auf Basis der Risikobewertung der Europäischen Be­hörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Ende Februar veröffentlicht wurde. Demzufolge ist keine Freilandanwendung dieser drei Wirkstoffe für Honig­bienen und andere Bestäuber sicher. In Deutschland sind aktuell 14 Pflanzenschutz­mittel mit den Wirkstoffen zugelassen, u. a. zur Behandlung von Zuckerrüben und Futterrübensaatgut.[1]

Entsprechende Durchführungsverordnungen der Kommission für die drei Wirk­stoffe sollen 20 Tage nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europä­ischen Union in Kraft treten. Danach müssen die Mitgliedstaaten innerhalb von drei Mo­naten die Zulassungen der Pflanzenschutzmittel mit diesen Wirkstoffen be­enden oder entsprechend den neuen Vorgaben ändern.[1]

Bei der GBA Laborgruppe sind im Bereich der Lebensmittelanalytik ca. 640 Wirk­stoffe sowohl identifizierbar als auch quantifizierbar und es kommen immer wei­tere dazu. Durch die Mitarbeit in Fachgremien und den Informationsaus­tausch auf Fachveranstaltungen und -tagungen bleiben wir den Entwicklungen auf der Spur und passen unsere Analytik den Anforderungen des Marktes stän­dig an. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema der Lebens­mittelanalytik haben, dann kontaktieren Sie gerne Ihren persönlichen Kunden­betreuer oder
 
GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Mareen Lehmann
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/06_Fachmeldungen/ 2018/2018_04_27_Fa_ Weitere_Beschraenkungen_Neonikotinoide.html; jsessionid=5C9DEFA046257F0C7D5B223FEAE8185B.2_cid332, Stand 08.05.2018

 
 

Themenserie Superfoods & Markttrends: Acai-Beere

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Die Erfolgsgeschichte der Acai-Beere nahm ihren Anfang in ihrem Heimatland Brasilien. Dort stellen die kleinen blauen Beeren ein weit verbreitetes und ganz normales Nahrungsmittel dar. Von Brasilien aus fand die Acai-Beere ihren Weg nach Amerika. Hier boomte sie als ein angebliches Schlankheitswunder, nach­dem mehrere Hollywoodstars ihre Abnehmerfolge mit Hilfe dieser Beere be­schrieben, wodurch sie schlussendlich auch nach Europa gelangte.[1,2]

Die Acai-Beere ist die Frucht der sogenannten Kohlpalme (Euterpe oleracea), die hauptsächlich im unteren, niederschlagreichen Amazonasgebiet wächst. In ihrer Heimat wird die Palme Acaizeiro genannt, woraus sich der Name Acai für ihre Beeren ableitet. Die 1–1,4 cm großen Beeren sind zunächst rötlich und sehr glänzend. Sie reifen dann zu dunkelblauen Beeren mit einem gräulich matten Schleier heran und sehen aufgrund ihres Äußeren den Heidelbeeren (Blaubeeren) sehr ähnlich. Im Gegensatz zu den Heidelbeeren haben die Acai-Beeren jedoch einen Kern. Dieser ist ungenießbar und macht ca. 90 % der Frucht aus.[3,4] 

Da die Acai-Beeren nach der Ernte nur etwa 36 Stunden haltbar sind, werden frische Beeren außerhalb von Südamerika kaum vorzufinden sein. Deshalb werden sie in den Supermärkten normalerweise in der Tiefkühltheke oder als Saft verkauft. Daneben werden auch gefriergetrocknetes Pulver sowie Kapseln angeboten. Für die Säfte wird in der Regel mit Wasser verdünntes Fruchtmark (Pulpe) verschiedener Qualitäten verwendet. Wer sich von den Acai-Beeren den typischen Geschmack von Heidelbeeren verspricht, der wird eher ent­täuscht sein. Denn der Geschmack der Beeren und des Saftes wird als fettig, erdig und adstringierend (zusammenziehendes Mundgefühl) beschrieben. Die Acai-Beeren bestehen zu fast 50 % aus Fett und sind mit ca. 250 kcal pro 100 g relativ kalorienreich. Bei dem Fett handelt es sich unter anderem um viele ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, weshalb die Beeren ein wenig einer Olive bzw. einem Olivenöl ähneln.[1,4]

Den Ruf als "Wunderbeere" oder als "Superfood" verdankt die Acai-Beere in erster Linie ihrem hohen Anthocyan-Gehalt (dunkelroter Pflanzenfarbstoff) sowie ihrer antioxidativen Wirkung, die den Anthocyanen zugeschrieben wird. Unter Berücksichtigung der empfohlenen Tagesverzehrmenge wird jedoch in den meisten Fällen über handelsübliche Acai-Produkte keine ernährungsphy­siologisch relevante Menge an Anthocyanen aufgenommen. Grundsätzlich stehen Früchte wie Granatäpfel, Heidelbeeren und Sauerkirschen den Acai-Beeren bei der Konzentration an Antioxidantien in nichts nach. Fakt ist aller­dings, dass die Beeren reichlich Mineralstoffe wie Calcium (133–309 mg pro 100 g) und Mangan (14,6 mg in 300 ml Pulpe) enthalten. Mangan kann unter anderem dazu beitra­gen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Den­noch sollte berücksichtigt werden, dass laut Europäischer Lebensmittelsicher­heitsbehörde (EFSA) die empfohlene Aufnahmemenge an Mangan für Erwach­sene 3 mg pro Tag und für Kinder (7–11 Jahre) 0,02–0,5 mg pro Tag beträgt und dass eine deutlich höhere Manganzufuhr sich möglicherweise negativ auf die Aufnahme von Eisen auswirken kann.[4]

Zahlreiche Studien beschäftigen sich damit, ob Acai eine "Wunderbeere" ist, allerdings liegen diesbezüglich noch keine vollständig verwertbaren Ergebnisse vor. Dass die Acai-Beere eine tolle, nährstoffreiche und leckere Abwechslung  z. B. im Frühstücksmüsli als Pulver oder getrocknete Frucht darstellt, ist nicht abzustreiten. Wichtig ist aber zu wissen, dass die Beere allein keine Wunder vollbringt.[3]

Die GBA Laborgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sie über Markttrends in der Lebensmittelbranche zu informieren. Bei Fragen zu diesem oder einem anderen Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie hierfür Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Julia Bartels
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] www.acai-beere.de/, Stand 09.05.2018
[2] www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/acai-und-goji-beeren-superfood-im-ernaehrungscheck-a-1068957.html, Stand 09.05.2018
[3] www.superfoodwissen.org/acai-beere/, Stand 09.05.2018
[4] www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/acai-die-brasilianische-wunderbeere-5621, Stand 09.05.2018

 
 

Informationen zur Umsetzung der EU Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO)

von Sandra Schubert, GBA Laborgruppe

Um auf europäischer Ebene gleiche Voraussetzungen für das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen zu schaffen und allen Bürgern die gleichen daten­schutzrechtlichen Rahmenbedingen zu gewähren, hat die EU-Kommission die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, verabschiedet. Diese gilt ab dem 25. Mai 2018.

Zu dem vertrauensvollen Umgang mit Ihren Daten fühlten wir uns in der GBA Laborgruppe seit jeher verpflichtet. Mit der DSGVO gilt noch einmal eine beson­dere Sensibilität für den Umgang mit personenbezogenen Daten. Prozesse, in denen mit personenbezogenen Daten umgegangen wird, werden auch in der GBA Laborgruppe mit der entsprechenden Sorgfalt betrachtet und wir nutzen Ihre Daten nur zur Erfüllung des entsprechenden Auftrags- bzw. Vertragsver­hältnisses. Eine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte für Werbezwecke o. ä. erfolgt nicht. 

Im Zuge der DSGVO haben wir unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und unsere Datenschutzerklärung ebenfalls angepasst.

Weitere Informationen zum Datenschutz bei der GBA Laborgruppe finden Sie unter https://www.gba-group.de/de/datenschutz/.


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