Wird diese Mail nicht korrekt angezeigt? Dann wechseln Sie hier zur Online-Version.

Wissen, was drin ist.

Newsletter

April 2018

• Rettich- und Radieschenblätter:
   neue Rückstandshöchstgehalte
• Klärschlammverordnung

• DGHM-Änderung für Kräuter und Gewürze
• Themenserie Superfoods & Markttrends

 

Liebe Leserinnen & Leser,

wir begrüßen Sie zu unserem April-Newsletter. In dieser Ausgabe informieren wir Sie im Bereich der Umwelt­analytik zu den neusten Änderungen der Klärschlammverordnung. Im Bereich der Lebensmittelanalytik haben wir für Sie Themen wie die mikrobiologischen Richt- und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie zusammengestellt. Für Rettich- und Radieschenblätter gibt es neue Rückstandshöchst­gehalte, die erst ab 2022 gültig sind. Außerdem starten wir mit einer neuen Themenserie "Superfoods & Markt­trends". 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Rettich- und Radieschenblätter: neue Rückstandshöchstgehalte erst ab 2022 gültig

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Im Januar hatten wir über die revidierte Fassung des Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 berichtet. Gemäß der überarbeiteten Verordnung (VO (EU) 2018/62) wurden Rettich- und Radieschenblätter erstmalig als beigeordnete Kulturen zum Grünkohl ausgewiesen. Dies hatte zur Folge, dass ab dem 1. Januar 2018 die Rückstandshöchstgehalte für Grünkohl auch auf Rettich- und Radieschenblätter anzuwenden waren und dass die Blätter getrennt von den jeweiligen Knollen untersucht werden mussten.[1]

Da bis zum heutigen Zeitpunkt keine Rückstandsdaten für die beiden Blätter­arten vorliegen, kann laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebens­mittelsicherheit (BVL) nach dem jetzigen Stand nicht sichergestellt werden, dass bei Anwendung der für Rettich und Radieschen zugelassenen Pflan­zenschutzmittel die neuen Rückstandshöchstgehalte für die Blätter ein­gehalten werden können. Vor diesem Hintergrund hat das BVL bei den entsprechenden Pflanzenschutzmitteln mittels einer Auflage vorgegeben, die Blätter zu entfer­nen, wenn die Rückstandshöchstgehalte durch Vorernteproben nicht einge­halten werden können. Dieses Vorgehen ist in der Praxis mit einem erheblichen Aufwand verbunden, weshalb das BVL zusammen mit den Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission nach einer alternativen Lösung gesucht hat.[2]

Als Lösung wurde eine Übergangsvorschrift zur Erarbeitung der nicht vorhan­denen Rückstandsdaten vorgeschlagen. Der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel hat am 22. März 2018 dem Änderungsvorschlag zugestimmt und eine Änderungs­verordnung verabschiedet. In dieser Ände­rungsverordnung wird der Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 dahin­gehend geändert, dass ab dem 1. April 2018 bis zum 31. Dezember 2021 die Zuordnung der Rettich- und Radieschenblätter zum Grünkohl nicht mehr gilt. Diese Zuordnung und auch die neuen Rückstandshöchstgehalte treten somit erst ab dem 1. Januar 2022 wieder in Kraft.[2]

Die GBA Laborgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sie über gesetzliche Neuerungen zu informieren. Bei Fragen zu der Änderungsverordnung oder zur Untersuchung von Pflanzenschutzmitteln stehen wir Ihnen als kompetenter An­sprechpartner gerne zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie hierfür Ihren per­sönlichen Kundenbetreuer oder
 
GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Stefanie Riechers
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/06_Fachmeldungen/2017/ 2017_12_22_Fa_RHG_Rettich_Radieschen.html, Stand 02.01.2018
[2] bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/06_Fachmeldungen/ 2018/2018_03_27_Fa _RHG_Rettich-Radieschenblaetter.html, Stand 09.04.2018

 
 

Klärschlammverordnung: Parameterumfang der Bodenanalysen seit dem 3. April 2018 erweitert

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) wurde im Jahr 2017 durch die am 2. Oktober 2017 veröffentlichte „Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammver­wertung” novelliert.[1] Damit tritt die seit dem 15. April 1992 (BGBl. I S. 912) gültige Klärschlammverordnung, die zuletzt durch den Artikel 74 der Verord­nung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist, außer Kraft.

Große Teile der novellierten Klärschlammverordnung sind mit sofortiger Wir­kung in Kraft getreten und müssen somit ohne Übergangsfrist umgesetzt werden. Beispiele für Änderungen ohne Übergangsfrist, die für die landwirt­schaftliche Verwertung gelten, sind:[1]

•  § 4 Abs. 1: Bei den Bodenuntersuchungen muss auch die Bodenart 
    bestimmt werden.
•  § 5 Abs. 1: Reguläre Klärschlammuntersuchungen müssen zusätzlich
    die Parameter Arsen, Thallium, Eisen und Chrom(VI) umfassen. Die Unter-
    suchung des Klärschlamms ist je angefangene 250 Tonnen Trocken-
    masse (TM), höchstens jedoch einmal monatlich durchführen zu lassen.
    Bei Abwasserbehandlungsanlagen, bei denen jährlich 750 Tonnen oder 
    weniger an Klärschlamm TM anfallen, ist eine Untersuchung mindestens
    alle drei Monate durchführen zu lassen.
•  § 5 Abs. 2: Vor Abgabe des Klärschlamms an den Klärschlammnutzer, 
    den Gemischhersteller oder den Komposthersteller hat der Klärschlamm-
    erzeuger Proben des Klärschlamms zusätzlich auf den Gehalt an poly-
    fluorierten Verbindungen mit den Einzelsubstanzen Perfluoroctansäure
    (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) untersuchen zu lassen.
•  § 5 Abs. 4: Die Untersuchungsergebnisse des Klärschlamms müssen bei
    der zuständigen Behörde innerhalb von vier Wochen nach der Durch-
    führung der jeweiligen Untersuchung eingereicht werden.
•  § 8 in Verbindung mit Anlage 1: Der Grenzwert für AOX (adsorbierte orga-
    nisch gebundene Halogene) beträgt 400 mg/kg TM.
•  § 13: Der Klärschlamm darf maximal eine Woche vor der Aufbringung
    am Feldrand bereitgestellt werden.
•  § 15 Abs. 4: Das Auf- und Einbringen eines Klärschlamms aus Kläranlagen,
    die Abwasser aus industrieller Kartoffelverarbeitung mitbehandeln, ist ver-
    boten.
•  § 15 Abs. 6: Der Klärschlamm darf nicht mehr in Wasserschutzgebieten
    (alle Schutzzonen I–III) auf- und eingebracht werden.

Neben den genannten unverzüglichen Maßnahmen müssen seit dem 3. April 2018 vor dem Auf- oder Einbringen eines Klärschlamms, Klärschlammgemischs oder Klärschlammkomposts zusätzlich Bodenanalysen auf die Parameter PCB (polychlorierte Biphenyle) und Benzo[a]pyren durchgeführt werden (§ 4 Abs. 2). Dabei umfassen diese Probenuntersuchungen die Probennahme, die Proben­vorbereitung sowie die Probenanalyse, die durch eine unabhängige und notifi­zierte Untersuchungsstelle durchgeführt werden müssen.[1]

Die weiteren Artikel 4–6 der Klärschlammverordnung, die maßgeblich die Phosphorrückgewinnung betreffen, treten wie folgt in Kraft:

•  Artikel 4 am 1. Januar 2023
•  Artikel 5 am 1. Januar 2029
•  Artikel 6 am 1. Januar 2032

Die GBA Laborgruppe untersucht als unabhängige und notifizierte Untersu­chungsstelle nach § 33  der Klärschlammverordnung sowohl die bisherigen als auch die neu hinzugekommenen Parameter seit Jahren routinemäßig mit den neuesten Geräten und Aufarbeitungsmethoden. Dabei beobachtet die GBA kon­tinuierlich neue Entwicklungen in diesem Bereich. Die Liste der bei der GBA untersuchten Analyten wird entsprechend der neuen und wachsenden Anfor­derungen ständig aktualisiert und weiter ausgebaut, um für Sie weiterhin als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Ver­fügung. Kontaktieren Sie bitte hierfür Ihren persönlichen Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung, BGBl. I, 2017, Nr. 65, 3465-3512.

 
 

DGHM-Änderung für Kräuter und Gewürze

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Seit Anfang dieses Jahrs sind erneut Empfehlungen und Entwürfe zu Richt- und Warnwerten für verschiedene Lebensmittel-/Produktgruppen durch die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) veröffentlicht worden. Die mikrobiologischen Richt- und Warnwerte sind Kriterien, die zur Beurteilung von Lebensmitteln herangezogen werden können. Sie sind nicht rechtsverbindlich und werden auch nicht als Grenzwerte betrachtet. Die Empfeh­lungen sind produktspezifisch und nicht auf ähnliche Erzeugnisse über­tragbar. Weiterhin werden diese Empfehlungen sowohl regelmäßig auf ihre Richtigkeit und Sinnhaftigkeit geprüft als auch neue Kategorien geschaffen.[1]

Nach vielen Jahren wurde nun ein neuer Entwurf für die Kategorie „Getrocknete Kräuter und Gewürze“ erarbeitet. Das Kriterium für die sulfitreduzierenden Clos­tridien wurde dabei aus dem Bewertungsumfang komplett gestrichen und durch ein Kriterium für das Clostridium perfringens ersetzt. Dieser Entwurf wird nach sechsmonatiger Prüfung in eine Empfehlung übergehen.[1] In dieser Zeit steht der Entwurf zur Diskussion und es kann sowohl die alte Empfehlung als auch der neue Entwurf zur Untersuchung der Lebensmittel angewendet werden.

Die GBA Laborgruppe hat ihre Kapazitäten im Bereich der mikrobiologischen Untersuchungen stark erweitert und berät Sie gerne zu diesem Thema. Kon­taktieren Sie hierfür Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder
 
GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Vera Montag
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] bll.de/de/mitglieder/mitgliederbereich/mitgliederbereich-dokument/ dv-dokument/DOC-bll-2018-078, Stand 09.04.2018

 
 

Themenserie Superfoods & Markttrends: Chaga Pilz

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Der Schiefe Schillerporling (lat. Inonotus obliquus) ist eine Pilzart aus der Familie der Borstenscheibenverwandten (lat. Hymenochaetaceae), der besser unter dem Namen Chaga bekannt ist. Das natürliche Vorkommen des Chaga Pilzes erstreckt sich über Europa, Russland, Japan, Nord- und Südamerika sowie den Iran. Besonders häufig ist er in ausgedehnten Mooren mit großen Birkenwäldern vorzufinden. Die Urbevölkerung Nordamerikas sowie die Balten, Osteuropäer und Russen setzen den Pilz seit Jahrhunderten zur Vitalisierung des Körpers und als Medizin ein. Vor allem die russische Volksmedizin kennt viele Anwendungen des sogenannten Vitalpilzes. Behandelt werden hierbei verschiedene Erkrankungen des Herzens, des Magens, des Darms, der Leber, der Haut sowie Tumore. Die scheinbar vitalisierende und medizinische Wirkung wird mit den zahlreichen Inhaltsstoffen des Pilzes in Zusammenhang gebracht. Diese Inhaltsstoffe wären unter anderem Polyphenole, Polysaccharide, Triter­pene, Aminosäuren sowie Mineralstoffe. Damit die schwer zugänglichen In­haltsstoffe ausreichend gelöst werden können, wird der Chaga zerkleinert, mit heißem Wasser versetzt und nach einer ausreichenden Ziehdauer als Tee-Aufguss zu sich genommen.[1]

Was für den Menschen angeblich gut sein soll, stellt für die Bäume eine Gefahr dar. Für diese ist der Chaga Pilz ein Parasit und ein Erreger von Weißfäule, ein Prozess bei dem Lignin und verwandte Verbindungen in holzigen Pflanzen durch Pilze zersetzt werden. Der Chaga beginnt sein Wachstum an lebenden Wirtsbäumen, bevorzugt an Birkenbäumen. Nachdem er einen Baum mit seinen Sporen infiziert hat, kommt er erst nach Jahren aus der Rinde des Baumes zum Vorschein. Von außen betrachtet sieht er nicht wie ein gewöhnlicher Pilz aus. Seine harte, spröde und unförmige Oberfläche erinnert aufgrund der Textur und der schwarzen Farbe eher an verbrannte Holzkohle oder an eine erstarrte Lava­masse. Im Inneren weist er jedoch eine korkähnliche Struktur und eine braune bis braunorange Farbe auf. Die Größe des sichtbaren Chaga kann einen Durch­messer bis zu 40 cm erreichen und bis zu 5 kg schwer werden. Das Wachstum des Pilzes erfolgt sehr langsam, über mehrere Jahre hinweg. Hierbei lebt er in einer Symbiose mit dem Wirtsbaum, bis dieser schlussendlich abstirbt. Die Lebenszeit des Chagas beträgt üblicherweise 10–20 Jahre, wobei einige Exem­plare auch bis 40 Jahre alt werden können. Nachdem der Wirtsbaum abgestor­ben ist, bildet der Chaga Pilz einen Fruchtkörper aus. Sobald der Fruchtkörper ausgereift ist, gibt der Pilz seine Sporen ab, die neue Wirtsbäume befallen können. Der verbliebene Pilz stirbt dann wenige Tage nach der Sporenabgabe ab. Diese generative Form von Chaga ist in den deutschen Wäldern selten vorzufinden, da kranke und tote Bäume meist ausgeräumt werden.[1,2]

Die GBA Laborgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sie über Markttrends in der Lebensmittelbranche zu informieren. Bei Fragen zu diesem oder einem anderen Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie hierfür Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder
 
GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Julia Bartels
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] www.biothemen.de/Heilpflanzen/vitalpilze/chaga.html, Stand 10.04.2018
[2] http://www.chagapilz.org/, Stand 10.04.2018


Fügen Sie info-mail@gba-group.de Ihrem Adressbuch hinzu, um sicherzustellen, dass Sie E-Mails von der GBA Laborgruppe erhalten.

Impressum | GBA-GROUP.de | Newsletter abmelden

Alle Angaben wurden möglichst fehlerfrei und sorgfältig recherchiert für Sie zusammengestellt.
Sollten die enthaltenen Angaben dennoch unvollständig sein, Fehler enthalten oder sich zwischenzeitlich Änderungen ergeben haben, dann übernehmen Redaktion und Herausgeber keine Gewähr.

Herausgeber dieses Newsletters: © GBA Laborgruppe. Alle Rechte vorbehalten.