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Newsletter

April 2017

• Themenserie Umweltkontaminanten: BTEX
• Acrylamid
• Themenserie Mycotoxine: Orchatoxine

• Änderung der Bedarfsgegenstände-Verordnung

 

Liebe Leserinnen & Leser,

wir begrüßen Sie herzlich zu unserem April-Newsletter. Sowohl die Themenserien als auch unsere aktuellen Ar­tikel aus dem Umwelt- und Lebensmittelbereich halten Sie über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Themenserie Umweltkontaminanten: Leichtflüchtige, aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX)

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

BTEX steht als Abkürzung für die leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasser­stoffe Benzol, Toluol, Ethylbenzol und die Xylole (meta-, para- und ortho-). BTEX sind Bestandteile des Rohöls und entstehen auch bei der unvollständigen Verbrennung organischer Verbindungen. Sie sind als Rohstoffe für die Petro­chemie von Bedeutung und dienen im Benzin zur Erhöhung der Oktanzahl. Außerdem werden sie als Löse- und Entfettungsmittel oder als Rohstoffe in der chemischen Industrie eingesetzt. Gelangen die BTEX z.B. durch Versickern in die Umwelt, so haben diese im Boden und Grundwasser eine hohe bis mittlere Mobilität. Sie nimmt mit der entsprechenden Anzahl an Kohlenstoffatomen, die zusätzlich am Benzolring hängen, ab, verringert sich also von Benzol über Tolu­ol zu den C2- (Xylole, Ethylbenzol), C3- und C4-Aromaten. Aufgrund des hohen Dampfdruckes können sie sich zusätzlich über die Bodenluft weiträumig vertei­len. Liegen BTEX in Phase vor, begünstigt die geringe Viskosität die Versicke­rung. Aufgrund der relativ guten Wasserlöslichkeit können BTEX mit dem Sicker- und Grundwasser transportiert werden. Sie passieren die ungesättigte Bodenzone bis zur Grundwasseroberfläche. Da sie spezifisch leichter als Was­ser sind, können sie jedoch nicht zur Grundwassersohle absinken. Bei der Er­kundung ist besonders auf das Vorhandensein von Benzol zu achten, da es im Gegensatz zu den anderen BTEX-Aromaten sowohl blutschädigend als auch krebserregend wirkt.[1] Toxisch können die BTEX auf die Leber und bei der Entwicklung chronischer Nervenschäden wirken. Grundsätzlich wird die natür­liche Abbaubarkeit durch Mikroorganismen als gering oder vernachlässigbar eingestuft. Nur unter günstigsten aeroben Randbedingungen sind sie relativ gut mikrobiell abbaubar. Daher finden sich BTEX auf belasteten Flächen auch nach Jahren noch und müssen in der Regel saniert werden. Im Rahmen einer Ent­sorgung erfolgt eine Einstufung von Bodenmaterial bei einer Belastung u.a. mit BTEX anhand der Technischen Regeln (TR) der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA)[2] oder anhand der Deponieverordnung (DepV)[3].

Bei der Beurteilung des entsprechenden Bodenmaterials oder Abfalls in Bezug auf die leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffe werden in der Praxis die Summen aus insgesamt acht Einzelsubstanzen bei der Angabe als „Summe BTEX“ berücksichtigt: Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol (o-, m-, p-), Styrol und Cumol. Die analytische Bestimmung im Labor erfolgt dabei z.B. mittels Head­space-Gaschromatographie. Verschiedene genormte Verfahren sind hier aber möglich (z.B. statische oder dynamische Dampfraumanalyse, Detektion mittels Flammenionisationsdetektor (FID) oder massenselektivem Detektor (MSD) etc.).[4] Der Bodenprobe wird bereits bei der Probenahme ein interner Standard (z.B. deuteriertes Toluol-d8) zur Qualitätsüberprüfung des analytischen Verfah­rens zugegeben und anschließend mit einer definierten Menge an Methanol überschichtet. Nach der gekühlten Anlieferung der Probe im Labor wird diese 30 Minuten lang geschüttelt und anschließend ein Aliquot der methanolischen Phase in ein Headspace-Vial zu 10 mL Wasser gegeben. Das Gefäß wird dicht verschlossen und für eine definierte Zeit bei einer definierten Temperatur tem­periert. Das sich im Gasraum über der Probe eingestellte Gleichgewicht wird analysiert und anhand einer entsprechenden Kalibrierung quantifiziert.

Die GBA Laborgruppe hat die Untersuchung von BTEX in den Matrices Boden, Wasser, Luft (z.B. Bodenluft), Sedimenten etc. seit vielen Jahren etabliert. Regelmäßige Teilnahme an verschiedensten offiziellen Ringversuchen bestä­tigen immer wieder die hohe Kompetenz u.a. auch in der organischen Spuren­analytik. Die Liste der bei der GBA Laborgruppe untersuchten Analyten in den verschiedenen Geschäftsbereichen der Umwelt-, Lebensmittel- und Pharma­analytik wird entsprechend der aktuellen und wachsenden Anforderungen stän­dig aktualisiert und weiter ausgebaut, um auch hier für Sie als kompetenter An­sprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, stehen wir Ihnen gerne mit der Beratung durch unsere kompetenten An­sprechpartner zur Verfügung.

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Ralf Murzen
+49 (0)4101 79 46-0

 

Literatur:
[1] www.umweltdatenbank.de/cms/lexikon/28-lexikon-b/207-btex.html; Stand 14.04.2017
[2] www.laga-online.de/servlet/is/23874/; Stand 14.04.2017
[3] www.gesetze-im-internet.de/depv_2009/BJNR090010009.html; Stand 14.04.2017
[4] www.hlnug.de/themen/altlasten/arbeitshilfen/band-7-analysenverfahren.html; Stand 14.04.2017

 
 

Acrylamid – Überarbeitung des Verordnungsentwurfes

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Acrylamid entsteht bei starker Erhitzung von kohlenhydratreichen Lebensmit­teln. Dabei reagieren reduzierende Zuckerverbindungen mit Eiweißbausteinen (z.B. Asparagin). Temperaturen um die 120 °C begünstigen die Bildung kleiner Mengen Acrylamid, während es ab 170 °C zu einem sprunghaften Anstieg kommt. Dies ist unabhängig davon, ob das Lebensmittel gebacken, gegrillt, ge­röstet, gebraten, frittiert oder getoastet wird.[1]

Die EU-Kommission hat nach Gesprächen mit den Mitgliedsstaaten und ver­schiedenen Interessengruppen sowie einer Anhörung im Ausschuss für Um­weltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) hinsicht­lich der Regulierung von Acrylamid in Lebensmitteln einen erneuten Verord­nungsentwurf veröffentlicht. Im Wesentlichen hält die EU daran fest, die Le­bensmittelhersteller betroffener Branchen zur Implementierung von Codes of Practice (CoP) zu verpflichten. Die bisherigen „Indicative Values“ für Acrylamid sollen zukünftig als „Benchmark Levels“ bezeichnet und deutlich abgesenkt wer­den. Als Grundlage dienen Gehaltsdaten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 2011 bis 2015. Weiterhin enthält der Ver­ordnungsentwurf sowohl Maßnahmen zur Regulierung des Acrylamid-Gehaltes als auch die Verpflichtung, Kontrollen zu den Gehalten durchzuführen und diese Ergebnisse auf Anfrage an die zuständige Behörde weiterzuleiten. Werden die Benchmark-Level überschritten, sind die im Anhang aufgeführten Abhilfemaß­nahmen zur Verringerung des Acrylamid-Gehaltes durchzuführen. Die Probe­nahme soll nach den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 333/2007 der Kommission erfolgen.[2]

Betroffen sind Lebensmittelunternehmen, die Kartoffelprodukte (z.B. Pommes frites, Kartoffelchips), Brot und Getreideprodukte, Frühstückscerealien, Back­waren, Kaffee, Kaffeeprodukte und Babynahrung auf Getreidebasis
herstellen.[2]

Wie die Europäische Union mitteilte, soll das Vorhaben zu Acrylamid ohne weitere Verzögerung abgeschlossen werden, eine Abstimmung der Mitglieds­staaten vor der Sommerpause ist somit wahrscheinlich.

Die GBA Laborgruppe kann für Sie die Untersuchungen zu Acrylamid in Le­bensmittelprodukten durchführen und zusätzlich umfassend zu diesem Thema beraten. Natürlich werden wir Sie auch weiterhin umgehend über neue Entwicklungen informieren.

Bei Fragen kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Mareen Lehmann
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] Thema Lebensmittel Acrylamid; Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES); Stand 07.01.2014
[2] BLL – Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelkunde e.V., Rundschreiben BLL-156-2017 vom 29.03.2017

 
 

Themenserie Mykotoxine: Ochratoxine

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Bei den Ochratoxinen handelt es sich, wie auch bei den Aflatoxinen, um Schim­melpilzgifte, die von üblichen Lagerpilzen gebildet werden. Verglichen mit den Aflatoxinen und anderen Mykotoxinen sind die Ochratoxine in den meisten Lebensmittelgruppen vorzufinden. Ihre Bildung erfolgt nach einem Pilzbefall primär in vielen unterschiedlichen Getreidearten (z. B. Mais, Hafer, Gerste, Weizen, Roggen, Buchweizen, Hirse, Reis), aber auch in verschiedenen Obst- und Gemüsearten (z. B. Trauben, Feigen, Zitrusfrüchten) sowie in Gewürzen, Kaffee und Kakao. Auch in Verarbeitungserzeugnissen wie Schokolade, Wein, Bier, Obst- und Gemüsesäften sind Ochratoxinbefunde keine Seltenheit.[1]

Zu den Lagerpilzen, die in der Lage sind, Ochratoxine zu bilden, gehören mehrere Aspergillus- und Penicillium-Arten, wobei der Aspergillus ochraceus sowie Penicillium verrucosum und Penicillium viridicatum von größter Bedeu­tung sind. Das Temperaturoptimum für den Aspergillus ochraceus liegt bei 25-28 °C, während es für die Penicillien zwischen 21 und 28 °C liegt. Dies erklärt auch, warum der Aspergillus ochraceus in wärmeren und die beiden Penici­llium-Arten eher in gemäßigten Klimaregionen vorzufinden sind. Der Pilzbefall und folglich auch die potenzielle Ochratoxinbildung wird neben der Temperatur auch von den Feuchtigkeitsbedingungen bei der Ernte, Verarbeitung sowie beim Transport und der Lagerung begünstigt und kann somit durch die Ver­wendung einer guten Verarbeitungs-, Transport- und Lagertechnologie größ­tenteils vermieden werden.[1]

Von allen bekannten Ochratoxinen ist das bedeutendste und am häufigsten vorkommende das Ochratoxin A (OTA). Zusätzlich existieren noch das Ochra­toxin B, C und D, diese sind jedoch viel seltener und in viel geringeren Mengen in Nahrungsmitteln vorzufinden, weshalb sie kaum von Bedeutung sind. Außer­dem weisen letztere bei Weitem nicht die gleichen gesundheitlichen Risiken wie das Ochratoxin A auf. Das Ochratoxin A greift das Immunsystem an und wirkt sowohl neurotoxisch (als Nervengift) als auch fruchtschädigend. Des Weiteren hat es eine nieren- und leberschädigende Wirkung und wird wegen seiner krebs­auslösenden Eigenschaft bei Versuchstieren als eine für den Menschen möglicherweise krebserregende Verbindung eingestuft. Die akute Toxizität von Ochratoxin A ist relativ hoch, je nach Tierart liegen die LD50-Werte zwischen
2 und 20 mg/kg.[1] Das Fachgremium der Europäischen Behörde für Lebens­mittelsicherheit (EFSA) stellte auf Basis des Wertes für die geringste beobacht­bare Wirkung (lowest observed adverse effect level, LOAEL) von 8 µg/kg pro Tag bei Schweinen und einem Sicherheitsfaktor von 450 für den Menschen eine maximal tolerierbare Menge an Ochratoxin A von 120 ng/kg pro Woche (tolerable weekly intake, TWI) auf.[2]

Im Auftrag des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der Europäischen Union (Scientific Committee on Food, SCF) wurden für verschiedene europäi­sche Länder Berechnungen durchgeführt, die ergaben, dass die tägliche Ge­samtaufnahme an Ochratoxin A zwischen 15 und 60 ng/kg beträgt. Ein durch­schnittlicher Verbraucher nimmt das meiste Ochratoxin A durch den Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln zu sich. Eine weitere Quelle stellen auch Le­bensmittel tierischer Herkunft dar. Das Ochratoxin A kann in unterschiedlichen tierischen Gewebearten, insbesondere bei Schweinen, vorgefunden werden. Dieses wird mit dem Futter aufgenommen und nur sehr langsam wieder aus­geschieden. So wird bei einem Schwein etwa vier Wochen lang und bei Ge­flügel ca. fünf Tage lang toxinfreies Futter benötigt, um einen toxinfreien Schlachtkörper zu erhalten. Bei Rindern liegt die Besonderheit vor, dass das Ochratoxin A im Rinderpansen durch die Aktivität der Mikroorganismen zum gesundheitlich ungefährlichen Ochratoxin alpha metabolisiert wird, weshalb mit einem Befund in Rindfleisch und Milch nicht gerechnet werden muss. Nur bei jungen Kälbern ist Vorsicht geboten, solange die Pansenmikroflora nicht voll­ständig ausgebildet ist.[1]

Wie auch bei Aflatoxinen sollte der Gehalt an Ochratoxin A aufgrund der toxi­kologischen Relevanz grundsätzlich so niedrig gehalten werden, wie es die Herstellung und die Verarbeitung technologisch zulässt (ALARA-Prinzip). Zusätzlich wird im Bereich der Lebensmittel der gesetzlich zugelassene Höchst­wert in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 geregelt.[3] Im Bereich der Futter­mittel liegen keine gesetzlichen Höchstwerte sondern nur von der Kommission empfohlene Richtwerte (2006/576/EG) vor.[4]

Die GBA Laborgruppe hat die Analytik von Ochratoxin A seit Jahren im Portfolio der Untersuchungsmethoden etabliert. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprech­partner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Vera Montag
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/ochratoxine/index.htm, Stand 10.04.2017
[2] www.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2006.365/epdf, Stand 10.04.2017
[3] www.eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2006R1881:20100701:DE:PDF, Stand 10.04.2017
[4] www.eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:229:0007:0009:DE:PDF, Stand 10.04.2017

 
 

Neuer Entwurf zur Änderung der Bedarfsgegenstände-Verordnung (sog. Mineralölverordnung) und Aufruf zum Monitoring von Lebensmitteln

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Die Kontamination von Lebensmitteln mit Mineralölkohlenwasserstoffen sowie die gesundheitlichen Risiken haben wir bereits in unserem Newsletter Juni/Juli 2016 erläutert. Aktuell möchten wir auf neue Entwicklungen hinweisen, die so­wohl von der EU-Kommission als auch vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgehen.

Mit der Empfehlung (EU) 2017/84 vom 16. Januar 2017 regt die EU-Kommis­sion die „Überwachung von Mineralölkohlenwasserstoffen in Lebensmitteln und Materialien und Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen“. Unter aktiver Beteiligung der Lebensmittelindustrie soll das Vorhandensein von Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) in Lebensmitteln und tierischen Fetten (z.B. Brot und Kleingebäck, Feinbackwaren, Frühstücks­cerealien, Süßwaren (einschließlich Schokolade) und Kakao, Fischfleisch, Fischprodukte (Fischkonserven), Körner für den menschlichen Verzehr, Spei­seeis und Süßspeisen, Ölsaaten, Teigwaren, Getreideerzeugnisse, Hülsen­früchte, Wurst, Schalenfrüchte, pflanzliche Öle) und ebenso in den Kontaktma­terialien, die für diese Produkte (z.B. für die Verpackung) verwendet werden, ermittelt werden. Um eine einheitliche Überwachung zu gewährleisten, sollen im Zusammenhang mit der Empfehlung Leitlinien erarbeitet werden. Weiterhin sollen die Mitgliedsstaaten die Lebensmittelbeprobung gemäß der Bestimmun­gen der Verordnung (EG) Nr. 333/2007 der Kommission (zur Probenahme) vor­nehmen. Ein besonderes Augenmerk sollte der Auswertung der Analysenergeb­nisse gelten. Hier soll klar zwischen den gesättigten und aromatischen MKW differenziert werden, damit die Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit der ge­nerierten Daten gewährleistet ist. Werden MKW in Lebensmitteln nachgewie­sen, sollten weitere Untersuchungen in den Lebensmittelbetrieben vorgenom­men werden, um eine Aussage über mögliche Quellen treffen zu können.[1]

Gleichzeitig hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) einen weiteren Schritt in Richtung nationaler Regulierung vorgenom­men und einen überarbeiteten Entwurf der „22. Verordnung zur Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung“ veröffentlicht. Im Vergleich zu dem vorher­gehenden Entwurf sind Regelungen zu gesättigten Mineralölkohlenwasser­stoffen (MOSH) „u. a. aufgrund der Problematik der definitorischen und ana­lytischen Abgrenzung zu akzeptablen MOSH (bestimmte Wachse, Verarbei­tungshilfsstoffe etc.)“ kein spezifisches Regelungskriterium mehr. Der Verord­nungsentwurf bezieht sich weiterhin auf den Übergang von aromatischen Mi­neralölkohlenwasserstoffen (MOAH) aus Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Altpapierstoff. Danach ist ein Lebensmittelbedarfsgegenstand aus Papier, Pappe oder Karton, der unter Verwendung von Altpapierstoff hergestellt und in den Verkehr gebracht wird, so herzustellen, dass durch eine funktionelle Barrie­re sichergestellt ist, dass aus dem Lebensmittelbedarfsgegenstand keine aro­matischen Mi­neralölkohlenwasserstoffe auf Lebensmittel übergehen. Bis zu einer Nachweisgrenze von 0,5 Milligramm der Summe an aromatischen Mine­ralölkohlenwasserstoffen (MOAH C16 bis C35) je Kilogramm Lebensmittel oder Lebensmittelsimulanz gilt ein Übergang als nicht erfolgt. Auf den Einsatz einer funktionellen Barriere darf verzichtet werden, wenn spezielle Voraus­setzungen vorliegen, insbesondere ein so geringer Gehalt an aromatischen Mineralöl­kohlenwasserstoffen im Lebensmittelbedarfsgegenstand vorhanden sei, dass ein Übergang nicht zu erwarten wäre, oder der Hersteller oder Inverkehrbringer des Lebensmittelbedarfsgegenstandes andere geeignete Maßnahmen ergriffen habe, die einen Übergang von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen auf Lebensmittel verhindere.[2]

Die GBA Laborgruppe hat die Untersuchung von Mineralölkohlenwasserstoffen ebenfalls im Portfolio der Untersuchungsmethoden aufgenommen und beo­bachtet kontinuierlich die neuen Entwicklungen in diesem Bereich.

Bei Fragen dazu kontaktieren Sie bitte Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Frank Schütt
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] www.eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32017H0084&from=DA, Stand 18.04.2017
[2] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., BLL Rundschreiben BLL-127-2017 vom 10.03.2017


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