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Newsletter

März 2017

• Quecksilber in Lebensmitteln
• Nitratbelastung in Wasser
• Chlorparaffine
• Sulfonamide
• Themenserie Mykotoxine: Aflatoxine

 

Liebe Leserinnen & Leser,

herzlich willkommen im Frühling! Neben spannenden Artikeln rund um die Umwelt-und Lebensmittel­analytik haben wir für Sie die aktuellsten Entwicklungen der Themen „Quecksilber in Lebensmitteln“ und „Nitrat­belastung in Wasser“ zusammengefasst.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Quecksilber in Lebensmitteln – ursprünglich geplante rechtliche Änderung verworfen

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

In unserem Newsletter aus dem April 2016 berichteten wir über das Vorhaben der EU-Kommission, die Höchstgehalte für Quecksilber in Lebens­mitteln zu­künftig ausschließlich in der EU-Kontaminanten-VO (EG) Nr. 1881/ 2006 zu regeln. Im Zuge der geplanten Aufnahme von produktspezifischen Höchst­gehalten für Babynahrung in die Kontaminanten-VO hat sich der Juris­tische Dienst der Europäischen Union eingeschaltet. Die Grenzwerte im euro­päischen Pflanzenschutzrecht beruhten auf dem Vorsorgeprinzip. Ihr Austausch durch produktspezifische Höchstgehalte im europäischen Kontaminantenrecht sei aus juristischen Gründen nicht möglich.[1]

Produkte, für die in der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 derzeit Rückstands­höchstgehalte in Höhe der analytischen Bestimmungsgrenze festgelegt sind, sollen in der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 verbleiben. Produkte, für die bereits im europäischen Kontaminantenrecht Höchstgehalte für Queck­silber festgelegt sind (Fisch und Fischereiprodukte, Nahrungsergänzungsmittel, neu: Kochsalz), werden in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 definiert. Damit wurde das Vorhaben, Höchstgehalte für die Umweltkontaminante Quecksilber einheitlich in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 festzulegen, aufgegeben.[2]

Die EU-Kommission hat bereits einen ersten Gesetzesentwurf für die entspre­chenden Änderungen in der VO (EG) Nr. 396/2005 vorgelegt. Ursprünglich war geplant, für die Kategorien Tee, Kaffeebohnen und Kräutertees keine Höchst­gehalte im Kontaminantenrecht festzulegen, da Quecksilber nachweislich nicht in den Aufguss übergeht. Da dies im Pestizidrecht nicht möglich ist, wird nun wieder ein Rückstandshöchstgehalt auf Höhe der analytischen Bestimmungs­grenze vorgeschlagen, wobei die neue Bestimmungsgrenze mit 0,01 mg/kg halbiert wird. Dies ist ebenfalls für Hopfen und Ölfrüchte geplant. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) wird jedoch versuchen die bisherige Bestimmungsgrenze von 0,02 mg/kg zu verteidigen. Weitere Produkt­gruppen wie z.B. Pilze werden neu in der VO (EG) Nr. 396/2005 mit höheren Rückstandshöchstmengen aufgenommen.[2]

Die Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber zählen zu den Umweltkon­taminanten, die je nach Konzentration eine gesundheitliche Gefahr für Men­schen und Tiere darstellen können. Neben dem natürlichen Vorkommen sind auch anthropogen bedingte Eintragswege verantwortlich für Befunde in Lebens­mitteln. Quecksilber kann z.B. durch Verbrennungsprozesse über die Luft, aus kontaminierten Böden oder durch Düngemittel (Klärschlamm) auf pflanzliche Erzeugnisse übertragen werden. Über das Futtermittel oder direkt als Lebens­mittelrohstoff können sie so in die Nahrungskette gelangen.

Quecksilber ist nur eines der Schwermetalle, welches die GBA Laborgruppe im Routinebetrieb in den unterschiedlichsten Matrices untersucht. Wir können Sie umfassend zu diesem Thema beraten und informieren Sie über aktuelle Ent­wicklungen auch über unsere Homepage.

Bei Fragen kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kundenbetreuer oder:

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Dr. Frank Schütt
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., BLL-Rundschreiben 103-2017 vom 28.02.2017
[2] Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V., BLL-Rundschreiben 145-2017 vom 23.03.2017

 
 

Nitratbelastung in Wasser

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Bereits 2013 wurde von der EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Nichteinhaltung der EU-Nitratrichlinie (RL 91/676/EWG) gegen Deutschland eingeleitet. Bislang waren keine adäquaten Sofortmaßnahmen zur Verringerung der Nitratbelastung von Oberflächen- und Grundwässern aus landwirtschaftlichen Quellen getroffen worden. Deswegen wurde die Klage als 3. Stufe des Verletzungsverfahren im letzten Jahr beim Europäischen Gerichts­hof (EUGH) eingereicht.[1]

Im „Nitratbericht 2016“ wird deutlich, dass es keine wesentlichen Änderungen des Grundwasserszustands in Deutschland gab. So wurde der Schwellenwert für Nitrat im Grundwasser (50 mg/L) immer noch in einem Viertel der Messstel­len überschritten.[2] Um die EU-Nitratrichtlinie in nationales Recht umzusetzen, ist eine umfassende Anpassung der Düngeverordnung erforderlich. Da das Dün­gegesetz die rechtlichen Grundlagen für den Erlass einer Düngeverordnung schafft, bedarf es zunächst einer Ergänzung der Zweckbestimmungen und der Verordnungsermächtigungen des Düngegesetzes. Erst wenn diese Änderung umgesetzt ist, kann die novellierte Düngeverordnung in Kraft treten.[3] Dem Entwurf zur Änderung des Düngegesetzes wurde vom Bundestag und Bundes­rat bereits zugestimmt. Am 31.03.2017 befasst sich der Bundesrat mit dem Re­gierungsentwurf zur Änderung der Düngeverordnung.[4] Folgende Änderungen sind dabei vorgesehen[5]:

-  Verlängerung der Sperrzeiten, in denen kein Düngemittel ausgebracht 
   werden soll,
-  Ausweitung der Abstände für Düngungen in der Nähe von Gewässern,
-  Gärreste aus Biogasanlagen sollen künftig in die Berechnung der
   Stickstoffobergrenze (170 Kg pro Hektar) einbezogen werden,
-  In Gebieten mit kritischen Nitratwerten können die Länder Extra-Vorgaben 
   machen, in unkritischen Gebieten können Auflagen gelockert werden.

Im Herbst 2015 wurde das Kooperationsprojekt GROWA+NRW 2021 gestartet. Beteiligt sind neben dem Forschungszentrum Jülich, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV), der Geologische Dienst NRW, die Landwirtschaftskammer NRW und das Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig. Im Fokus der Untersuchungen ist die Höhe der Belastung in Grund- und Oberflächenwasser und Ursache der Nitratbelastung. Die Ergeb­nisse sollen dazu beitragen, in NRW zielgerichtete Maßnahmen gegen die Be­lastungen durch Nitrat zu ergreifen. Die Projektdauer ist bis 2019 geplant.[6]

Die GBA Laborgruppe bietet an ihren Umweltstandorten die Untersuchung von Nitrat und anderen Stickstoffverbindungen mit klassischen Methoden an. Zur Beurteilung von Denitrifikationsprozessen im Aquifer wurde vor vier Jahren die Bestimmung von Exzess-Stickstoff durch die N2/Ar-Methode etabliert. Dadurch ist es möglich, in reduzierenden Grundwasserleitern Gebiete mit hohem Nitrat­eintrag zu identifizieren. Über diese Methode lässt sich außerdem der Anteil des Sulfates ableiten, der aus dem Nitratabbau stammt (Oxidation von FeS2). Mit diesem innovativen Verfahren unterstreicht die GBA Laborgruppe die Agi­lität eines mittelständischen Unternehmens, sich den Bedürfnissen des Marktes anzupassen und schnell auf bestimmte Anforderungen mit der Entwicklung neuer analytischer Messverfahren oder der Etablierung neuer Technologien zu reagieren.

Informieren Sie sich zu diesem Thema. Wir stehen für Ihre Fragen zur Ver­fügung:

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Ralf Murzen
Tel.: +49 (0)4101 7946-0

 

Literatur:
[1] www.ec.europa.eu/germany/news/nitratbelastung-im-grundwasser-kommission-fordert-deutschland-zum-handeln-auf_de, Stand 27.03.2017
[2] www.agrarheute.com/news/umweltministerium-veroeffentlicht-nitratbericht-2016, Stand 03.01.2017
[3] www.agrarheute.com/wissen/duengeverordnung-vs-duengegesetz-so-haengt-zusammen, Stand 10.02.2017
[4] www.agrarheute.com/news/landwirte-demonstrieren-gegen-verschaerfung-duengeverordnung, Stand 23.03.2017
[5] www.agrarheute.com/news/duengeverordnung-fast-schaerfere-regeln-wirtschaftsduengern, Stand 15.02.2017 
[6] www.analytik-news.de/Presse/2016/677.html, Stand 15.11.2016 

 
 

Chlorparaffine

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Chlorparaffine sind Stoffgemische gesättigter, überwiegend unverzweigter Kohlenwasserstoffketten mit variabler Kettenlänge und unterschiedlichem Chlo­rierungsgrad. Sie werden in lange (C>17), mittellange (C14-17) und kurz­kettige (C10-13) Chlorparaffine unterteilt. Dabei wird für die Nomenklatur ledig­lich die Kettenlänge und nicht die physikochemischen Eigenschaften berück­sichtigt. Die in Europa handelsüblichen Chlorparaffine weisen einen Chlorie­rungsgrad von bis zu 71 % auf. Dabei steigt der Chlorierungsgrad mit abneh­mender Kettenlänge an. 

Kurzkettige, flüssige Chlorparaffine (SCCP) wurden u.a. als sekundäre, zusätz­liche Weichmacher in Kunststoffen, vor allem in PVC für Elektrokabel und Bo­denbeläge verwendet. Ferner dienten sie als Weichmacher und Bindemittel in Grundierungen, Lacken und Beschichtungen sowie als Additive in Dichtungs­massen und -kitten. Diese Anwendungsbereiche wurden Anfang der 90er Jahre für die Bundesrepublik Deutschland auf 70 % des Verbrauchs geschätzt. Die restlichen 30 % entfielen auf den Einsatz als Flammhemmer in Kunst­stoffen, Gummi und Schwertextilien sowie als Zusatz in Metallbearbeitungsölen. In der Leder- und Pelzverarbeitung (Entfettung nach dem Gerben) wurden ver­mehrt die mittellangkettigen Chlorparaffine eingesetzt. Im Laufe der 90er Jahre nahm der Verbrauch kurzkettiger Chlorparaffine deutlich ab und die Produktion von SCCP wurde in der Bundesrepublik 1995 eingestellt.[1] Der Gesamtver­brauch an Chlorparaffinen in Deutschland wurde für 1994 mit 21.000 t geschätzt. Bei einem angenommenen Anteil der SCCP von 15-20 % wird der damalige Verbrauch mit 3.200 – 4.200 t/a geschätzt.

Die schwer wasserlöslichen Chlorparaffine bilden im Wasser Mikrotröpfchen und adsorbieren in ausgeprägtem Maße an organischem Material, Sediment bzw. Schwebstoffen. Im Tierversuch sind kurzkettige Chlorparaffine stark bio­akkumulativ und krebserzeugend. Nach mehrwöchiger Adaptationsphase kön­nen kurzkettige Chlorparaffine mit einem Chlorgehalt von bis zu 50 % von Mikroorganismen abgebaut werden. Auch die höher chlorierten Chlorparaffine haben ein ausgeprägtes Potential für Bioakkumulation.[2,3]

Als stark wassergefährdende Stoffe gehören die Chlorparaffine zu den prioritär gefährlichen Stoffen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). In der Richtlinie 2002/45/EG wurden Beschränkungen für das Inverkehrbringen und die Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe und Zubereitungen definiert und die Mitgliedsstaaten aufgefordert, diese in nationales Recht umzuset­zen.[4] Deutschland tat dieses mit der sechsten Verordnung zur Änderung chemi­kalienrechtlicher Verordnungen im Mai 2003.[5]

Im Jahre 2012 wurde in der Verordnung (EU) Nr. 519/2012 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 850/2004 die Bestimmung zur Verwendung kurzkettiger chlorierter Paraffine in Anhang I für persistente organische Schadstoffe gere­gelt. Damit konnten die Emissionen auch in der EU stark eingeschränkt
werden.[6] Die in den letzten Jahrzehnten in den Umlauf gebrachten Mengen emittieren auch heute noch in unserer Umwelt oder haben sich dort in den letzten Jahren noch nicht abgebaut. Daher ist eine effektive und leistungsstarke Analytik dieser Stoffgruppe unerlässlich.

Die GBA Laborgruppe hat die Bestimmung von Chlorparaffinen seit langem in Ihrem Portfolio und bietet diese in unterschiedlichen Matrices an. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Ralf Murzen
+49 (0)4101 79 46-0

 

Literatur:
[1] idw (Informationsdienst Wissenschaft), Chlorparaffin-Produktion bei Hoechst, Stand 21.5.1995

[2] hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/fliessgewaesser/ gewaesserbelastung/orientierende_messungen/6.19Chlorparaffine.pdf, Stand 13.03.2017
[3] www.bfr.bund.de/cm/343/risikobewertung_kurzkettiger_chlorparaffine.pdf; Stand 13.03.2017
[4] eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32002L0045&from=DE; Stand 13.03.2017
[5] www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=//*%5B@attr_id='bgbl103s0712.pdf'%5D#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl103s0712.pdf%27%5D__1489475692751; Stand 13.03.2017
[6] eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:159:0001:0004:DE:PDF; Stand 13.03.2017

 
 

Tierarzneimittel Sulfonamide und Fluorchinolone

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Der Verbrauch antibiotisch wirksamer Tierarzneimittel (TAM) in der Landwirt­schaft ging seit dem Jahr 2011 (Beginn der Erfassung durch die pharmazeu­tische Industrie) von 1.706 Tonnen (t) auf 805 t um 53 % zurück. Die Haupt­abgabemengen bilden, wie in den vergangenen Jahren, Penicilline mit etwa
299 t und Tetrazykline mit etwa 221 t, gefolgt von Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 82 t, Sulfonamide mit 73 t und Makrolide mit 52 t.

Die sogenannten Reserveantibiotika (Highest Priority Critically Important Anti­microbials) werden von der Welt­gesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Be­deutung für die Therapie beim Menschen eingestuft. Hier stieg die Abgabe­menge von Cephalosporinen der 3. und 4. Generation nicht weiter an, sondern stabilisierte sich auf dem Niveau der Vorjahre. Die Abgabemengen von Fluorchi­nolonen sanken sogar seit 2011 erstmals um 1,8 t (15 %) zum Vorjahr.[1]

Dennoch wurden und werden erhebliche Mengen an Veterinärantibiotika mit den tierischen Ausscheidungen über die Gülle in die Umwelt ausgebracht. In den vergangenen Jahren wurden daraufhin Antibiotika im oberflächennahen Grund­wasser untersucht. Das Umweltbundesamt (UBA) stellte in seiner Text­reihe 54/2016 „Aufklärung der Ursachen von Tierarzneimittelfunden im Grund­wasser - Untersuchung eintragsgefährdeter Standorte in Norddeutschland“ die Ergeb­nisse vor.[2] Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) führte ergänzende Untersuchungen zum UBA-Pro­jekt vom 22. Juni 2015 bis zum 31. Dezember 2016 durch.[3]

In der Untersuchungsreihe des NLWKN konnten die Wirkstoffe Sulfadimidin (SDM), Sulfamethoxazol (SMX) und Sulfadiazin (SDZ) nachgewiesen werden. Auch die Eintragsquellen in das Grundwasser konnten in dem Projekt teilweise ermittelt werden. In den kommenden Jahren wird die Überwachung von Arznei­stoffeinträgen in unsere Wasserkörper weiter an Bedeutung gewinnen. Die GBA Laborgruppe hat daher neben den Sulfonamiden auch die Flourquinolone in das Portfolio der validierten und akkreditierten Methoden aufgenommen, um so weiterhin ein umfangreiches Spektrum an Arzneistoffuntersuchungen anzu­bieten.

Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder:

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 
Literatur:
[1] www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_FuerJournalisten/01_Presse_und_ Hintergrundinformationen/ 05_Tierarzneimittel/2016/2016_08_03_pi_Antibiotika abgabemenge 2015.html;jsessionid= BDE447ADC098E9151D 86F4269EFCF9B4.2_cid332; Stand 12.03.2017
[2] www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/ 378/publikationen /texte_54_2016_ aufklaerung_der_ursachen_ von_tierarzneimittelfunden _im_grundwasser.pdf; Stand 13.03.2017
[3] www.nlwkn.niedersachsen.de; Stand 13.03.2017 

 
 

Themenserie Mykotoxine: Aflatoxine

von Julia Bartels, GBA Laborgruppe

Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) stellen in Lebens- und Futtermitteln ein bedeu­tendes und weltweites Kontaminationsproblem dar. Die Ernährungs- und Land­wirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organi­zation, FAO) gibt an, dass etwa 25 % der Weltproduktion an Nahrungsmitteln mit Mykotoxinen kontaminiert sei. Der Begriff Mykotoxine wurde aus dem grie­chischen „myko“ (Pilz) und dem lateinischen „toxicum“ (Gift) abgeleitet und ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von natürlichen sekundären Stoff­wechselprodukten, die von Schimmelpilzen gebildet werden.[1]

Zu den wichtigen und häufig vorkommenden Mykotoxinen gehören die Afla­toxine. Der Name „Aflatoxine“ ist die Kurzform für Aspergillus flavus Toxine. Der Aspergillus flavus sowie der Aspergillus parasiticus und (seltener) Aspergillus nomius sind Schimmelpilzarten, die in der Lage sind, Aflatoxine in Lebens­mitteln zu bilden. Die optimale Wachstumstemperatur dieser Schimmelpilze liegt bei 24-40°C und die optimale Temperatur für die Mykotoxinbildung bei 20-30°C, weshalb die toxinbildenden Pilzstämme besonders in subtropischen so­wie tropischen Regionen und weniger in gemäßigten Klimazonen anzutreffen sind. Im europäischen Raum werden die Aflatoxine auch als sogenannte „im­portierte Toxine“ bezeichnet. Diese findet man häufig in Mais, ölhaltigen Sa­men, Nüssen, Reis, Hirse, getrockneten Früchten und auch in vielen Ge­würzen. Die Aflatoxinbildung hängt von mehreren Faktoren ab, wobei die Ernte- und Lagerbedingungen den stärksten Einfluss ausüben. Sie werden deshalb auch als Lagerpilze bezeichnet. Insgesamt wird der Wachstum besonders durch eine Verschmutzung der Produkte (Bodenkontakt), zu langsame Trock­nung im Freien sowie durch hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit be­günstigt.[2]

Insgesamt weist die Aflatoxingruppe mehr als 20 unterschiedliche Einzelsub­stanzen auf, wobei davon nur Aflatoxin B1, B2, G1 und G2 als Toxine in pflanz­lichen Lebensmitteln vorkommen. Von diesen vier Mykotoxinen wird am häu­figsten und in den größten Mengen das Aflatoxin B1 gebildet. Dieses besitzt unter den Aflatoxinen die stärkste toxische und karzinogene Charaktereigen­schaft. Die akut tödliche Dosis liegt beim Menschen schätzungsweise bei
1-10 mg/kg. Eine chronische Einnahme von Aflatoxin B1 kann sowohl zu einer Im­munschwäche als auch zu einem Schaden am Erbgut führen. Es konnte in mehreren Tierversuchen eindeutig gezeigt werden, dass Aflatoxin B1 krebs­erzeugende Eigenschaften besitzt und somit als eine der stärksten krebs­auslösenden Verbindungen angesehen werden kann.[2]

Aufgrund der gefährlichen Wirkung sollte der Gehalt an Mykotoxinen grund­sätzlich so niedrig gehalten werden, wie es die Herstellung und die Verar­beitung technologisch zulässt (ALARA-Prinzip). Weltweit wurden in vielen Ländern jedoch auch Höchstwerte festgelegt, um das Vorkommen von Afla­toxinen in Nahrungsmitteln zu reduzieren. So ist in der Europäischen Union die Höchstmenge in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2016 geregelt.[3] Zusätzlich sind in der Richtlinie 2002/32/EG die Höchstwerte für das Aflatoxin B1 in Futter­mitteln festgelegt.[4] Lebens- und Futtermittel, die diese Höchstwerte über­schreiten, dürfen demnach in der EU nicht in Verkehr gebracht werden. Probe­nahmeverfahren und auch die Analysenmethoden sind bei offiziellen Kon­trollen einer gesetzlichen Regelung unterstellt. In der Verordnung (EG) Nr. 401/2006 wird festgehalten, wie diese zu erfolgen haben, damit in der gesamten EU bei den zuständigen Behörden im Falle einer Aflatoxinkontrolle von einer einheit­lichen Probenahme und Analytik ausgegangen werden kann.[5]

Die GBA Laborgruppe hat die Analytik von Aflatoxinen bereits seit Jahren im Portfolio der Untersuchungsmethoden etabliert. Sollten Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprech­partner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Vera Montag
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 

Literatur:
[1] www.dlg.org/mykotoxine.html, Stand 13.03.2017
[2] www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/aflatoxine/index.htm, Stand 13.03.2017
[3] eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2006R1881:20100701:DE:PDF, Stand 15.03.2017
[4] eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:aca28b8c-bf9d-444f-b470-268f71df28fb.0002.02/DOC_1&format=PDF, Stand 15.03.2017
[5] eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2006R0401:20100313:DE:PDF, Stand 15.03.2017


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