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Wissen, was drin ist.

Newsletter

Februar 2016

•  Entwurf zur Verordnung über
   Verdunstungskühlanlagen
•  Verbundprojekt VAMINAP
•  Clostridien
•  Altlastensymposium in Dresden

 

Liebe Leserinnen & Leser,

neben interessanten Themen aus der Lebensmittel- und Umweltanalytik erhalten Sie in dieser Ausgabe unseres Newsletters erste Einblicke in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Ver­bundprojekt VAMINAP, das wir am 11. Februar mit einem Kick-off-Meeting in Göttingen gestartet haben.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Referentenentwurf zur Verordnung über Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider veröffentlicht

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Bei den fatalen Vorfällen der Legionellose in Ulm im Jahr 2010 und in Warstein 2013 mit mehreren Toten und vielen Erkrankten galten die Emis­sionen von Legionellen durch offene Rückkühlwerke in beiden Fällen als Mit­verursacher. Für offene Verdunstungskühlanlagen gab es bislang keine aus­rei­chenden Hygieneanforderungen. Mit der seit Januar 2015 geltenden VDI 2047-2 für den hygienisch sicheren Betrieb von Verdunstungskühlanlagen und Nassabschei­dern wurden diese neu definiert. Diese sind rechtlich bislang jedoch nicht bin­dend und reichen alleine nicht aus. Den Anforderungen der VDI-Richtlinie sollte durch einen Erlass einer Verordnung zum Bundesimmis­sions­schutzgesetz Nach­druck verliehen werden.[1] Seit Januar 2016 ist nun der Referentenentwurf zu dieser Verordnung veröffentlicht. Schrift­liche Stel­lungnah­men zum Entwurf sind bis zum 26.02.2016 an das Bundes­ministerium für Um­welt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zu richten. Nach einer weiteren Anhörung soll der Entwurf zur Zweiund­vierzigsten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (41. BImSchV) führen.

Vorgesehen sind umfassende technische und organisatorische Pflichten für Betreiber entsprechender Anlagen.

Wesentliche neue Punkte des Verordnungsentwurfs sind:

•  Erweiterung des Geltungsbereiches auf alle Verdunstungskühlanlagen (auch
   Naturzugkühltürme) und Nassabscheider
•  Spezifizierung der regelmäßigen Probenahme und mikrobiologischen Analytik
•  Umfassende Pflichten beim Anstieg der allgemeinen Koloniezahl
•  Spezifizierung der ausführenden Untersuchungsstellen
•  Einführung von Prüf- und Maßnahmewerte für Legionellen
•  Meldepflicht und umfassende Pflichten bei Überschreiten von Prüf- und
   Maßnahmewerten
•  Pflicht zur Erstellung eines jährlichen Berichts
•  Anzeigepflicht der Anlage bzw. von Änderungen
•  alle 5 Jahre Überprüfung durch öffentlich bestellte und vereidigte
   Sach­verständige

Laut BMUB könnten zwischen 20.000 bis 30.0000 Anlagen in den Anwen­dungsbereich der Verordnung fallen. Genaue Kenntnisse bestehen dazu jedoch nicht, da die Anlagen bislang nicht systematisch erfasst sind. In dem Entwurf wurden ebenfalls noch keine Kostenabschätzungen durchgeführt.

Da die Analytik in wässrigen Proben aus Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheidern nicht trivial ist, erarbeitet die GBA Laborgruppe zusammen mit einer Projektgruppe des Deutschen Verbandes unabhängiger Prüflaborato­rien e.V. (VUP) eine Methodenoptimierung für die ursprünglich für Trinkwasser er­stellten Methoden. Ein erster Ringversuch zeigte dabei sehr gute Ergebnisse.

Die GBA Laborgruppe untersucht seit vielen Jahren u.a. auch Proben aus technischen Anlagen und verschiedener Matrices und wird für Sie das Thema weiter beobachten und Sie entsprechend informieren. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Lebensmittel- oder Umweltanalytik haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0



Literatur:
[1] www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2013/0701-0800/795-13.pdf?__blob=publicationFile&v=2; Stand 16.02.2016

 
 

GBA Laborgruppe im Verbundprojekt VAMINAP

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Die GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH hat das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt VAMINAP am
11. Februar mit einem Kick-off-Meeting in Göttingen gestartet. In dem Ver­bund­projekt soll eine Vor-Ort Analytik erarbeitet werden, die es den Betreibern von kommunalen Klärwerken ermöglicht, die Stoffgruppen Arzneimittel, Mikro­plastik und Nanopartikel schnell, einfach und kostengünstig zu ana­lysieren. VAMINAP steht dabei für die „Vor-Ort Überwachung von Arznei­rückständen, Mikro- und Nanopartikeln im Ablauf städtischer Kläran­lagen mittels photonischer Verfah­ren“.

Diese Stoffe passieren teilweise in nicht unerheblichen Mengen die heutigen kommunalen Klärwerke. Für eine Reihe von Spurenstoffen werden Umwelt­qualitätsnormen für deutsche Fließ­gewässer bereits überschritten. Das Umwelt­bundesamt (UBA) fordert daher die Nachrüstung von größeren kommunalen Kläranlagen mit einer weiteren Verfahrensstufe. Erste Versuchsanlagen in Nordrhein-Westfalen sind bereits in Betrieb. Dabei werden Ozon oder Pulver­aktivkohle eingesetzt, um eine Entfer­nung der Spurenstoffe zu erreichen. Um diese Klärstufen optimal zu betreiben, ist eine Kenntnis der vorhandenen Stoff­mengen während der unterschiedlichen Phasen des Klärprozesses unerläss­lich. Derzeitige Methoden liefern Ergebnis­se entweder nur nach mehreren Tagen oder auf indirektem Weg über Parame­ter, die mit den zu eliminierenden Stoffen in Korrelation gesetzt werden.

In dem Forschungsprojekt werden die Analyten mit mechanischen Verfahren und durch Extraktion aus der Matrix selektiert und mittels Raman- und ober­flächenverstärkter Ramanspektroskopie (Surface Enhanced Raman Spectro­scopy; SERS) detektiert, identifiziert und quantifiziert. Es sollen dazu Probe­nahmestrategien in Zusammenarbeit mit einem kommunalen Klärwerk erar­beitet werden, um die genannten Analyten einer photonischen Messung zuzu­führen. Neben neuen Filtermembranen kommen dabei auch Antikörper zum Einsatz, welche auf der Oberfläche der SERS Chips gebunden werden. Hierfür müssen neuartige plasmonische Oberflächen entwickelt und die Antikörper da­rauf fixiert werden.

Als Arzneimittel wurden zunächst die Wirkstoffe Carbamazepin, Diclofenac und Sulfamethoxazol gewählt, da davon auszugehen ist, dass diese ganzjährig im kommunalen Abwasserstrom zu finden sind. Für die Detektion der Arzneimittel und Nanopartikel wird das Detektionsverfahren durch einen zusätzlichen photo­nischen/plasmonischen Feldeffekt verstärkt.

Im Fokus der Forscher steht dabei zum einen die Weiterentwicklung Raman-spektroskopischer Verfahren, die generell sehr detailreiche Aussagen bzgl. der Probeninhaltsstoffe auch im Dauereinsatz ermöglichen. Zum anderen sind da­tenbasierte und automatisierte Auswerteverfahren zu entwickeln, da zu vermu­ten ist, dass die aufgenommenen Datensätze auch Matrixkomponenten enthal­ten. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Integration der o.g. Ver­fahren in ein tragbares Gerät dar, um eine Vor-Ort Messung zu ermöglichen.

Projektpartner der GBA Laborgruppe sind:

•  Airsense Analytics GmbH
•  AMO GmbH
•  Dr. Pelzer und Partner
•  Micromata GmbH
•  Laserlaboratorium Göttingen e.V.
 

Die GBA Laborgruppe beteiligt sich an unterschiedlichsten Forschungsprojek­ten, um auch für analytische Fragestellungen der Zukunft vorbereitet zu sein. Wir werden Sie zu dem Forschungsprojekt auf dem Laufenden halten. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Lebensmittel- oder Umwelt­analytik haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 
 

Themenserie Mikrobiologie: Clostridien

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Clostridien (Clostridium spp.) sind grampositive, obligat anaerob wachsende, sporenbildende Stäbchenbakterien der Familie Clostridiaceae. Die Sporen der Clostridien sind hitzestabil und überleben Temperaturen von mehr als 100 °C. Sie kommen ubiquitär in der Umwelt vor, können aber auch den humanen Ver­dauungstrakt und den höherer Tiere besiedeln.[1]

Die bekanntesten Spezies sind Clostridium botulinum und Clostridium perfringens. Erstere kann in Lebensmitteln Exotoxine bilden, die die Krankheit Botulismus hervorrufen. Serologisch können die Toxine A, B, C1, C2, D, E, F und G von­einander unterschieden werden. Solange C. botulinum in Lebens­mitteln keine Toxine bildet, hat die Anwesenheit des Keimes keinerlei Be­deutung. Eine er­höhte Konzentration an Sporen in Kindernahrung kann jedoch ein Erkrankungs­risiko darstellen.[2] Beim sogenannte Säuglings-Botulismus keimen die Sporen im Darm von Säuglingen und Kleinkindern (bis zu 1 Jahr) aus und die vegetati­ven Zellen vermehren sich.[3] Das gebildete Toxin ver­ursacht nach einer Inku­bationszeit von 12 bis 36 Stunden Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung. Neuro­logische Symptome wie z.B. Lähmungen sind die schwerwiegendste Form der Erkrankung.[4]

Bei Clostridium perfringens handelt es sich nicht um strikte Anaerobier, eine Sauerstoffzufuhr wird auch von vegetativen Formen über einige Zeit hinweg toleriert. Es ist sogar eine Vermehrung unter nicht strikt anaeroben Bedingun­gen möglich, wobei das anaerobe Wachstumsoptimum zwischen 43 und 47 °C liegt.[3] Die Sporen zeigen eine hohe Tenazität (= Zähigkeit oder Haftvermö­gen) gegenüber Hitze und Trockenheit. Allerdings ist die Hitzeresistenz, aber auch die Stabilität der vegetativen Zellen gegenüber hohen Temperaturen, deutlich stammspezifisch. In Sporenform ist das Bakterium ubiquitär in der Umwelt, u.a. im Erdboden. Es stellt ebenfalls einen natürlichen Bewohner des menschlichen und tierischen Darms dar. Aufgrund dessen kann C. perfringens in unter­schiedlichen Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft vorkom­men. Selbst bei einwandfreier Küchenhygiene kann ein Eintrag nicht ausge­schlossen werden. Ein entsprechendes Temperaturmanagement ist bei der Herstellung von verzehrfertigen Lebensmitteln unabdingbar, um so die Ver­mehrung des Erregers zu verhindern.[5] Vielfach treten Erkrankungen durch vorgekochte Produkte im Küchenbereich auf, die in größeren Behältnissen zu langsam aus­kühlen. Durch eine ausreichend hohe Erhitzung oder eine schnelle Kühlung auf < 15 °C bzw. eine Aufbewahrung erhitzter Produkte bei einer Tem-peratur von > 60 °C können die meisten Erkrankungen vermieden werden.[3] Dabei zählt C.perfringens sowie alle anderen Clostridium spp. nicht nur zu den Krankheitser­regern, sondern auch zu den Verderbserregern, wobei die Ver­mehrung im In­neren des Lebensmittels stattfindet (anaerobes Wachstum). Im Fleisch wird dies als „Tiefenfäulnis“ bezeichnet, welche sich durch Gasbildung aber vor allem durch einen deutlich fauligen Geruch auszeichnet.[5] Aufgrund der Bil­dung verschiedener Toxine wird C. perfringens in die Typen A bis E ein­geteilt, wobei A und C die größte pathogene Eigenschaft für Menschen haben. Typ A kann Wundinfektionen (Gasbrand) und Lebensmittelinfektionen, Typ C eine nekrotisierende (gewebsschädigend) Enteritis (Darmbrand) verursachen. Die vegetativen Zellen gelangen mit dem Lebensmittel in den Darm, vermehren sich kurze Zeit und sporulieren dann, wobei das Enterotoxin gebildet wird. Nach einer Inkubationszeit von ca. 10 bis 24 Stunden treten die Symptome (z.B. Diarrhöe) auf.[2]

Der Nachweis von Clostridium perfringens ist derzeit bei keiner Lebensmittel­matrix (außer Trinkwasser) gesetzlich vorgeschrieben. Er spielt allerdings sowohl im Rahmen der Untersuchung lebensmittelbedingter Ausbrüche als auch als Hygieneparameter bei unterschiedlichen Lebensmitteln eine Rolle. Häufig wird in der Routineanalytik jedoch auf den direkten Nachweis von Clostridium perfringens verzichtet und nur die Parameter „sulfitreduzierende Clostridien“ oder „Sporen sulfitreduzierender Clostridien“ bestimmt, was für viele Fragestellungen ausreichend ist.[3]

Haben Sie weitere Fragen, dann kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kunden­betreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Heike Schlechte
Tel.: +49 (0)40 797172-0


Literatur:
[1]
www.bfr.bund.de/de/clostridien-54348.html, BfR –
Bundesinstitut für Risikobewertung, Stand 13.02.2015
[2] Krämer, J.: Lebensmittelmikrobiologie, 4. neu bearbeitete Auflage,
Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart (Hohenheim), 2002
[3] Baumgart, J., Becker, B., Stephan, R.: Mikrobiologische Untersuchung
von Lebensmitteln, 68. Aktualisierungs-Lieferung, Behr´s Verlag GmbH Co.KG,
Hamburg, 2014
[4]
www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2001/25/selten__aber_gefaehrlich__
lebensmittelvergiftungen_durch_clostridium_botulinum-930.html
,
BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung, Stand 13.02.2015
[5] Messelhäußer, U.: Pathogene Mikroorganismen Clostridium perfringens,
1. Auflage, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2013

 
 

GBA Laborgruppe auf dem ITVA-Altlastensymposium am 10. und 11. März 2016 in Dresden

von Patrizia Schulz, GBA Laborgruppe

In diesem Jahr veranstaltet der Ingenieurtechnische Verband für Altlasten­management und Flächenrecycling e.V. (ITVA) das Altlastensymposium am 10. und 11. März 2016 in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Sachsen des Bundes der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kultur­bau e.V. (BWK) in Dresden. Die Schirmherrschaft übernimmt das Sächsische Staatsmi­nisterium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und als Partner konnte das Dresdner Grundwasserforschungszentrum e.V. (DGFZ) gewonnen werden.

Das praxisorientierte Programm umfasst eine vielfältige Themenpalette, die in mehreren Vortragsblöcken vorgestellt und diskutiert werden sollen. Aktuelle Rechtsfragen sowie Fragestellungen zu Sanierungen von unterschiedlichsten Altlasten bilden die wesentlichen Schwerpunkte.

Das Altlastensymposium ist das entscheidende Kommunikations- und Infor­ma­tionsforum im Bereich Altlastenmanagement und Flächenrecycling. Im Rahmen der begleitenden Fachausstellung ist die GBA Laborgruppe erneut mit einem Informationsstand vertreten. Besuchen Sie uns vor Ort und lassen Sie sich über unser umfangreiches Leistungsportfolio in der Umweltanalytik beraten.

Derzeit verfügt die GBA Laborgruppe über 5 Umweltstandorte in Pinneberg, Hildesheim, Gelsenkirchen, Herten und Freiberg – Wir sind ganz in Ihrer Nähe!


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