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Wissen, was drin ist.

Newsletter

Februar 2015
  • Poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC)
  • Erweiterung der Analyse von Pyrrolizidinalkaloiden
  • Probleme bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie
  • Altlastensymposium in Bochum
 

Liebe Leserinnen & Leser,

wir begrüßen Sie herzlich zu unserem Februar-Newsletter, der wieder aktuelle und interessante Themen rund um analytische Dienstleitungen für Sie bereit hält.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

Poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) in tierischen Matrices

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Wie im Newsletter vom Januar 2014 und perfluorierte Chemikalien (PFC) inzwischen ubiquitär in der Umwelt. Aufgrund ihrer bioakku­mulierenden Eigenschaften lassen sich diese Verbindungen auch in der Nah­rungskette wiederfinden. Monitoringdaten der Universität Michigan aus den 1990er Jahren an Wildtieren zeigten dabei höhere Konzentrationen in der räumlichen Nähe von industrialisierten Regionen gegenüber Wildtieren, die in siedlungsfernen Regionen leben[1]. Auch zeigten sich Tendenzen, dass die Anreicherung bei Tieren, die sich überwiegend von Fisch oder im Wasser lebenden Säugetieren ernähren, höher lagen. So waren die Gehalte an Per­fluoroktansulfonat (PFOS) in den Lebern von Weißkopf-Seeadlern oder Nerzen im mittleren Westen der Vereinigten Staaten mit bis zu 2.570 bzw. 3.650 µg/kg festgestellt worden. Auch in abgelegenen Regionen ohne direkten industriellen oder menschlichen Ein­fluss wurden noch hohe PFOS Konzentrationen gefunden (Polarfüchse oder Eisbären)[2,3].

Um die Aufnahme von PFOS und Perfluoroktansäure (PFOA) in tierischen Matri­ces in hiesigen Regionen einschätzen zu können, wurden diese im Rahmen des jährlichen Monitorings vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aufgenommen. Das Hessische Landeslabor untersuchte innerhalb von 2 Jahren die Lebern von über 500 Wildschweinen. Die Gehalte an PFOA erreichten dabei Werte von bis zu 45 μg/kg und an PFOS von bis zu 1.780 μg/kg[4].

Die GBA Laborgruppe hat in den letzten Jahren die Untersuchung von PFC u.a. auch in tierischen Matrices etabliert und validiert. Da es jedoch noch keine normierte Methode gibt, wurde im Jahr 2014 eine Laborvergleichsuntersuchung vom BVL initiert, an der sich die GBA Laborgruppe beteiligt hat, um die Qualität der Untersuchungen weiter sicher zu stellen.

Wenn Sie Fragen zur Rückstandsanalytik haben, helfen wir Ihnen gerne weiter.

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Ralf Murzen
Tel.: +49 (0)4101 7946-0



Literatur:
[1]„Global distribution of perfluorooctane sulfonate in wildlife.“, Giesy, J.P., Kannan, K., Environmental Science and Technology 2001, 35, 1339–1342.
[2] „Chlorinated, brominated, and perfluorinated contaminants in livers of polar bears from Alaska.“, Kannan, K., Yun, H.S., Evans, T.J., Environmental Science and Technology, 2005, 39, 9057-9063.
[3] „Biological monitoring of perfluoroalkyl substances: a review.“, Houde, M., Martin, J.W., Letcher R.J., Solomon, K.R., Muir, D.C.G., Environmental Science and Technology, 2006, 40, 3463–3473.
[4] „Perfluorooctanoic acid and perfluorooctane sulfonate in liver and muscle tissue from wild boar in Hessen, Germany.“, Stahl, T., Falk, S., Failing, K., Berger, J., Georgii, S., Brunn, H., Archives of Environmental Contamination and Toxicology, 2012, 62, 696–703.

 
 

Erweiterung der Analyse von Pyrrolizidinalkaloiden

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Die Untersuchung von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in Lebens- und Futtermitteln ist aufgrund des gesundheitsschädigenden Potentials dieser Substanzgruppe immer wieder Thema in den Medien. Die PAs sind sekundäre Inhaltsstoffe von bestimmten Pflanzenarten und dienen diesen zur Abwehr von natürlichen Fraß­feinden[1]. Vor allem in Bezug auf Tee und Kräutertee standen die sekundären Pflanzenstoffe im Fokus, da sie hier u.U. bei der Ernte in den Tee gelangen.

Wir berichteten bereits im Herbst 2013 über das gesundheitsschädigende Potential der PAs (Newsletter Nr. 1 – September 2013). Derzeit liegen noch keine gesetzlichen Grenzwerte vor. Das Bundesinstitut für Riskobewertung (BfR) empfiehlt den Herstellern Maßnahmen zur Verringerung der Gehalte an PAs zu treffen, um das mögliche Gesundheitsrisiko bei langfristigem hohen Verzehr von PA-haltigen Lebensmitteln zu reduzieren. Bei dem Verzehr von z.B. Tee­aufgüssen wird eine akute gesundheitliche Gefährdung für Verbraucher jedoch ausgeschlossen[2].
Im letzten Jahr veröffentlichte das BfR eine Methodenbeschreibung, die 28 (vorher 17) PAs enthält [3]. Wir haben die neusten Entwicklungen verfolgt und den Analysenumfang in unserem Labor entsprechend angepasst.

Sollten Sie weitere Fragen zu Ihren Produkten und der Untersuchung von Pyrrolizidinalkaloiden haben, kontaktieren Sie Ihren Kundenbetreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik
Dr. Frank Schütt
Tel.: +49 (0)40 797172-0



Literatur:
[1] Pressemitteilung 18/2013, Bundesinstitut für Risikobewertung, Stand 05.Juli 2013
[2] Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloide in Lebensmitteln (aktualisierte FAQ des BfR), Bundesinstitut für Risikobewertung, Stand 04. August 2014
[3] Bestimmung von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in Pflanzenmaterial mittel SPE-LC-MS/MS, Methodenbeschreibung BfR-PA-Tee-2.0/2014, Bundesinstitut für Risikobewertung, 24.Oktober 2014

 
 

Probleme bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie

von Dr. Sven Steinhauer, GBA-Laborgruppe

Mit dem Entwurf für eine Verordnung zur Neuordnung der guten fachlichen Praxis beim Düngen vom 18.12.2014[1] kommt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dem laufenden Vertragsverletzungs­verfahren der Europäischen Kommission wegen unzureichender Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie nach. Es bestehen aber Zweifel, dass mit Hilfe der Novellierung der Düngeverordnung sowohl die Voraussetzungen für eine pflanzenbedarfsgerechte Düngung als auch die Umweltziele der EU-Nitrat­richtlinie erreicht werden[2]. So gibt es z.B. Diskussionen über den Abstand zu oberirdischen Gewässern (§5) oder ob Gärreste unter §12 bei den Lager­kapazitäten explizit genannt werden müssen.

Die Bereitschaft zur Kooperation von Land- und Wasserwirtschaft scheint in vielen Gebieten des Landes an Grenzen zu stoßen[3]. Die Erfolge, die in der über 20-jährigen Kooperation zusammen erarbeitet wurden, werden durch Änderungen in der Bewirtschaftung der Flächen teilweise aufgehoben. Als Beispiel ist der Maisanbau zu nennen, der aufgrund der Nutzung in Biogasan­lagen deutlich intensiviert wurde. Hier hat sich in Niedersachsen der Maisanbau seit der EEG Novelle 2004 fast verdoppelt. Auch der Viehbestand wächst in den begrenzten Gebieten weiter[4,5,6].

Neue Erkenntnisse über die „Konsequenzen nachlassenden Nitratabbau-vermögens in Grundwasserleitern“ brachte ein DVGW-Forschungsvorhaben. Auch hier konnte als Ergebnis ein zu hoher Stickstoffüberschuss in vielen Trinkwassergewinnungsgebieten festgestellt werden. Zusätzlich wurde erkannt, dass das Nitratabbauvermögen von Böden und Grundwasserleitern eine nur endliche Ressource bildet, die auf diesem Wege viel zu schnell und unwider­ruflich verbraucht wird. So wird Pyrit (Eisen(II)disulfid; FeS2) und organischer Kohlenstoff, die die Denitrifikation beeinflussen, irreversibel verbraucht und damit die oxidierende Zone im Boden immer weiter nach unten getrieben. Die reduzierende Zone wird dabei immer kleiner bis in letzter Konsequenz das Nitrat bis ins Grundwasser eindringen kann. Zwar findet auch Denitrifikation im Grundwasser statt, jedoch ist diese deutlich geringer als im Boden. Sollten die Nitratwerte in unseren Rohwässern weiter ansteigen, wird eine Aufbereitung notwendig werden. Diese Nachsorge wird teurer werden als die möglichen Präventionsmaßnahmen. Das Wissen wo und in welchem Ausmaß die Denitrifikation stattfindet, wird somit eine der zukünftigen Herausforderungen sein, um die Umweltziele der EU-Nitratrichtlinie umzusetzen.

Die GBA Laborgruppe bietet an ihren Umweltstandorten natürlich die Bestim­mung von Nitrat und anderen Stickstoffverbindungen mit klassischen Methoden an. Zur Bestimmung von Denitrifikationsprozessen im Aquifer wurde vor zwei Jahren die Bestimmung von Exzess-Stickstoff durch die N2/Ar-Methode etab­liert. Dadurch ist es möglich, in reduzierenden Grundwasser­leitern Gebiete mit hohem Nitrateintrag zu identifizieren. Über diese Methode lässt sich außerdem der Anteil des Sulfates ableiten, der aus dem Nitratabbau stammt (Oxidation von FeS2).

Informieren Sie sich zu diesem Thema. Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen zur Verfügung:

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Ralf Murzen
Tel.: +49 (0)4101 7946-0



Literatur:
[1]:
http://www.bmel.de/DE/Service/Gesetze-Verordnungen/Entwuerfe/_VO-Downloads/EntwurfDuengeverordnung.html
[2]: http://www.dvgw.de/fileadmin/dvgw/wasser/ressourcen/
[3]: Abschlussveranstaltung im DVGW-Forschungsvorhaben, Konsequenzen nachlassenden Nitratabbauvermögens in Grundwasserleitern, Mühlheim, Thomas Oertel, Erfolge und Grenzen der Kooperation Landwirtschaft/Wasserwirtschaft am Beispiel Nordrhein-Westfalen, Stand 19.09.2013
[4]: http://www.umweltbundesamt.de/themen/zu-viel-nitrat-im-grundwasser-im-trinkwasser-kein
[5]: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/355/article/19589.html
[6]: 2. Symposium – Nährstoffmanagement und Grundwasserschutz, Hannover, Dieter de Vries, Monitoring Nitrat - Die Situation der Gewässer in Niedersachsen, 22.05.2014

 
 

Treffen Sie die GBA Laborgruppe auf dem Altlastensymposium in Bochum

von Sabine Gerkau, GBA Laborgruppe

Der Ingenieurtechnische Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling e.V. (ITVA) und der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) veranstalten vom 19.03. – 20.03.2015 in den Räumlichkeiten der „Gastronomie im Stadtpark“ in Bochum das diesjährige Altlastensymposium. Neben interessanten Fachvorträgen und spannenden (Podiums-) Diskussionen findet begleitend von verschiedenen Unternehmen und Organisationen eine Fachausstellung statt.

Das Altlastensymposium ist die entscheidende Kommunikationsplattform im Bereich Altlastenmanagement und Flächenrecycling.  Die GBA Laborgruppe ist ebenfalls mit einem Informationsstand vertreten. Besuchen Sie uns vor Ort und lassen Sie sich über unser breites Leistungsportfolio in der Umweltanalytik beraten.

Derzeit verfügt die GBA Laborgruppe über 5 Umweltstandorte in Pinneberg, Hildesheim, Gelsenkirchen, Herten und Freiberg – Wir sind ganz in Ihrer Nähe!


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