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Newsletter

Januar 2016

•  2015 – Das Jahr des Bodens
•  Dioxine und PCB
•  Listerien
•  Fruit Logistica in Berlin
•  BIOFACH in Nürnberg
•  GBA Jubiläen

 

Liebe Leserinnen & Leser,

wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Start in das neue Jahr und konnten sich während der Feiertage gut er­holen! Mit der ersten Ausgabe unseres Newsletters in 2016 präsentieren wir Ihnen erneut spannende Inhalte aus der Laboranalytik. Neben top-aktuellen Themen aus Umwelt, Lebensmittel und Pharmaanalytik werden wir auch in diesem Jahr mit unserer Themenserie aus der Mikrobiologie fortfahren und Ihnen wieder interessante Einblicke in dieses vielseitige Feld geben.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre GBA Laborgruppe

 
 

2015 - Das Jahr des Bodens

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

Auf Betreiben der International Union of Soil Science (IUSS) und des Thailän­dischen Königs Bhumibol Adulyadej hat die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) einen Antrag an die Vereinten Nationen (UN) ge­stellt, 2015 als das internationale Jahr des Bodens zu erklären. Dieser Antrag wurde im Rahmen des FAO World Council von über 160 Staaten am 02.12.2013 verabschiedet. Die UN erklärte das „Internationale Jahr des Bo­dens“, um das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes der Böden welt­weit zu fördern. Ein nachhaltiges Management zur Ernährungssicherung, die Siche­rung der Ökosystemfunktionen und der Umgang mit den Anforderun­gen des Klimawandels für jetzige und künftige Generationen stehen dabei im Fokus.

In den vergangenen 12 Monaten wurden auch in Deutschland zahlreiche Ver­anstaltungen durchgeführt und umfangreiche Literatur zusammengestellt. Ein wichtiger Meilenstein war im September 2015 die Festlegung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) durch die Staats- und Regierungschefs auf der UN-Vollversammlung. In drei der genannten Ziele wird der Boden explizit als Schutzziel deklariert. Der wichtigste Punkt ist dabei der Ausgleich der Bilanz zwischen Bodendegradation und Wiederherstellung bis 2030 da die Fruchtbarkeit unserer Böden weiter abnimmt. 25 % der globalen Bodenfläche enthält heute schon deutlich weniger Humus und Nährstoffe als vor 25 Jahren oder lässt sich gar nicht mehr als Ackerland nutzen. Die Haupt­ursachen sind die Landgewinnung durch Abholzung, Brandrodung und Um­bruch und eine intensive, nicht standortangepasste Landwirtschaft. Somit gehen weltweit jährlich etwa 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren. Alleine in Deutschland werden täglich mehr als 70 Hektar Fläche in Siedlungs- und Ver­kehrsflächen umgewandelt. Hier muss auch Deutschland verstärkt gegensteu­ern. Die Ressource Boden ist endlich bzw. ihre Entstehung mit 10 cm in 1.000-2.000 Jahren sehr gering. Es ist daher wichtig diese vor Degradation zu bewahren und vor Schadstoffen zu schützen, um sie als Lebensgrundlage zu erhalten. Fruchtbare und gesunde Böden sind die Voraussetzung für unsere Nahrungsmittelversorgung. Bodendegradation ist somit auch eine Ursache für Hunger und Unterernährung und damit auch für Konflikte und Migration. Eine Zusammenfassung in Form eines kurzen Films wurde vom Institute for Advan­ced Sustainability Studies Potsdam e.V. (IASS) aus Potsdam erstellt.[1]

Unter dem Titel „Lebensgrundlage Boden“ diskutierten Experten und Politiker im Dezember 2015 über alte und neue Aufgaben und Herausforderungen beim Bodenschutz. In ihren Vorträgen machten William Rees [2] auf die weltweite, Andrea Vettori [3] auf die europäische und Alois Heißenhuber [4] auf die natio­nale Situation des Bodens und die Bodengefährdungen und Herausforderungen für Politik und Gesellschaft aufmerksam.

Auf nationaler Ebene sind dabei sicherlich auch die seit längerem in der Dis­kussion und im Entwurf befindlichen Gesetzesgrundlagen, wie die Novellierung der Düngeverordnung [5] und die Mantelverordnung [6] zu nennen. Diese werden direkten Einfluss auf unseren Umgang mit dem Boden nehmen.

2015 war das Jahr des Bodens und es diente dem Zweck, auf die Gefährdun­gen der Böden aufmerksam zu machen. Der Umgang mit dem Gut Boden soll bis 2030 durch Nachhaltigkeit geprägt sein. Das Umweltbundesamt hat in dem Fact Sheet 'Stark gefährdet - der Boden unter unseren Füßen' die wichtigsten Fakten und Möglichkeiten, sich den Herausforderungen zu stellen, zusammen­gefasst.[7]

Weitere Literatur findet sich in Sonderdrücken und Tagungsbänden zum Jahr des Bodens:

•  Tagungsband "Jahr des Bodens", 18./19. Juni 2015: Schwere Maschinen,
   enge Fruchtfolgen, Gärreste - eine Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit? [8]
•  Frühjahrstagung, 6. März 2015: Unser Ackerboden - die Erde, von der wir
   leben [9]
•  Tagungsband "Jahr des Bodens", 16. November 2015: Gesunder Boden -
   Gesunder Gartenbau [10]
•  Bodenzustandsbericht [11]

Das Thema Boden bleibt auch bei der GBA Laborgruppe ein Schwerpunkt­thema in der Analytik, da aufgrund der sich ändernden Anforderungen an die Untersuchungen immer wieder neue Verfahren entwickelt und neue Techno­logien in der Routine ihre Anwendung finden. Wir werden also auch zukünftig die Entwicklungen weiter beobachten und Sie entsprechend informieren. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Umweltanalytik haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0



Literatur:
[1] 
www.youtube.com/watch?v=pSQxO43CRsk&list=UU1meU
qqRtzA0IyB5Tn3wh1g
; Stand 12.01.2016
[2]
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/
dokumente/vortrag_3.12.2015_rees.pdf
; Stand 12.01.2016
[3]
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/
dokumente/vortrag_3.12.2015_vettori.pdf
; Stand 12.01.2016
[4] www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Service/Rechts
grundlagen/Entwuerfe/EntwurfDuengeverordnung.pdf;jsessionid=
D41322952067559636FA6B1084EA5B68.2_cid376?__blob=publication
File
; Stand 12.01.2016
[5] www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/
dokumente/vortrag_3.12.2015_heissenhuber.pdf
; Stand 12.01.2016
[6]
www.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/bodenschutz
-und-altlasten/wasser-bodenschutz-und-altlasten-download/artikel/entwurf
-der-mantelverordnung-mantelv/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=668
;
Stand 12.01.2016
[7] 
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/
publikationen/uba_factsheet_daten_und_fakten_zum_thema_boden.pdf
;
Stand 12.01.2016
[8] www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Jahrdes
Bodens/TagungsbandJahrdesBodens.pdf?__blob=publicationFile
; Stand 12.01.2016
[9] www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/JahrdesBodens/
Sonderdruck-den-Boden-im-Blick.pdf?__blob=publicationFile
; Stand 12.01.2016
[10] www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/JahrdesBodens/
TagungsbandKongressJahrdesBodens.pdf?__blob=publicationFile
; Stand 12.01.2016
[11]
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/
publikationen/bodenzustand_in_deutschland_0.pdf
; Stand 12.01.2016

 
 

Belastung von Umwelt und Lebensmitteln durch Dioxine und PCB

von Dr. Sven Steinhauer, GBA Laborgruppe

In einer vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichten Dokumentation über ausgewählte persistente organische Schadstoffe (POP) wurden umfangreiche Untersuchungen zur Belastung von Umwelt und Lebensmitteln dargestellt.[1] Gezielt wurden polychlorierte Dibenzo-p-dioxine und Dibenzofurane (PCDD/F) sowie polychlorierte Biphenyle (PCB) betrachtet. Expositionsquellen in der Umwelt, die aktuell noch immer vorhandenen sind, aber auch Senken und Reservoire, aus denen in den kommenden Jahrzehnten die Stoffe emittieren werden, wurden vorgestellt. PCDD/F und PCB sind persistente, bioakkumulie­rende und gesundheitsschädliche Verbindungen. Diese können im mensch­lichen Körper durch die Aufnahme von fetthaltigen, tierischen Lebensmitteln angereichert werden.

In Deutschland wurden von etwa 1930 bis in die 80er Jahre ca. 85.000 t PCB verwendet. Durch die Stockholmer Konvention (05/2001) wurde die Nutzung weltweit verboten. Bei der Verwendung von PCB muss zwischen offenen und geschlossenen Systemen unterschieden werden. Aus den geschlossenen Sy­stemen (Transformatoren, Kondensatoren oder Hydrauliköle) gelangten PCB durch nicht sachgerechte Entsorgung in die Umwelt (30 bis 50 % der Bela­stung). Aus Deponien können PCB durch Auswaschungen in Böden und teil­weise bis in den Wasserkörper gelangen. Diese Kontaminationen aus geschlos­senen Systemen sind zum größten Teil lokal begrenzt (sog. Punktquellen). Die offenen Systeme entstammen aus Dichtungsmassen, Farbanstrichen, Schmier­mitteln und aus Flammschutzmitteln in Kabeln und Deckenplatten. Primäre Quellen sind heute die verbauten PCB in Fugenmassen und Farbanstrichen bzw. Beschichtungen. Diese sind zu einem großen Teil noch in Gebäuden und Bauwerken enthalten und führen zu atmosphärischer Deposition auf Böden und Oberflächen. Die geschätzte PCB-Emission in Deutschland durch Desorption aus Fugenmassen und anderen offenen Anwendungen in Gebäuden und Bau­werken beträgt dabei 7 bis 12 t pro Jahr. Ausführliche Informationen zu dem Thema: PCB im Bausektor und daraus freigesetzte Emissionen - eine Be­standsaufnahme und Neubewertung finden sich im Anhang der Studie.[2]

Die Remobilisierung aus Böden und Sedimenten spielt für die PCB eine unter­geordnete Rolle. Einzig im wässrigen Milieu (Flüsse) ist die Sekundäremission nicht zu vernachlässigen, stammt dort jedoch aus lokalen Quellen (Deponien, Stahlwerken).

Die Emissionen von unbeabsichtigt gebildeten PCB aus Feuerungsanlagen und anderen thermischen Quellen konnte aufgrund der Zusammensetzung der PCB (Kongenerprofil) von den industriell hergestellten PCB unterschieden werden und spielen eine untergeordnete Rolle. Die Eintragspfade der PCDD/F stam­men größtenteils aus den Anwenderjahren zwischen 1960 und 1980. Insgesamt wurden in den letzten 150 Jahren mehrere 100 kg Toxizitätsäquivalente (TEQ) an PCDD/F in die Umwelt eingebracht. Diese sind heute ubiquitär in den Böden und Sedimenten enthalten, wobei die daraus resultierenden Senken und Reser­voire stark von lokalen Bedingungen abhängig sind (Deponien, Altlasten aus Industrie, Ballungszentren).

Die tolerierbare tägliche Aufnahme (TDI; Tolerable Daily Intake) von 2 pg TEQ/kg Körpergewicht und Tag für die Summe aus PCDD/F und dioxinähnli­chen PCB (dl-PCB), wie auch den TDI für Gesamt-PCB von 20 ng/kg Körper­gewicht wird von Teilen der Bevölkerung durch die Nahrungsaufnahme über­schritten.[3] Durch die Einführung von EU-Höchstgehalten sowie der Melde­pflicht für Labore bei Überschreitungen dieser Werte bei Lebensmitteln und Futtermitteln wurden Nutztiere aus extensiver Haltung (viel Freilauf und in den meisten Fällen ohne Zusatzfutter) und deren Produkte als Ursache in dem Be­richt ermittelt.[1] Bei Tieren, die ausschließlich mit Futtermitteln ohne spezifi­sche Futtermittelbelastung gefüttert wurden, konnte keine Überschreitung der EU-Höchstgehalte in den Lebensmitteln festgestellt werden. Es wurde gefolgert, dass Umweltbelastungen für den Großteil der Überschreitungen verantwortlich seien.

Bei durchgeführten Untersuchungen von Rindfleisch aus Mutterkuhhaltung lag der Hauptanteil des TEQ bei den dl-PCB. Dabei waren die Belastungen bei extensiv gehaltenen Fleischrindern größer als bei Mastrindern aus intensiver Stallhaltung. Ursächlich dafür ist die atmosphärische Deposition zu benennen, die beim Grasen direkt vom Tier aufgenommen wird. Zusätzlich nehmen die Kälber, insbesondere in den ersten Lebensmonaten, vermehrt dl-PCB über die Muttermilch auf. Vergleichbares gilt für Schafe.

Bei Hühnereiern aus Freilaufhaltung waren ebenfalls die PCDD/F-Belastungen relevant. Die mit dem Futter aufgenommene Menge an Boden ist im Verhältnis zu Körpergewicht und Fettaufbau im Körper beim Lebensmittel (hier das Ei) größer als bei anderen Nutztieren. Daher hängt die Belastung stark von der Aufenthaltsdauer dieser Hühner im Freilauf ab. Es zeigte sich, dass die Bela­stungssituation bei Betrieben mit 10.000 Hennen (10 % Freilauf) geringer aus­fällt als bei kleinen Betrieben (<500 Hennen, 40 % Freilauf). In unbelasteten Regionen kommt es auch bei Freilandhaltung zu keinen Überschreitungen der EU-Höchstgehalte. In industriell geprägten Regionen kann es jedoch nicht nur bei Punktquellen zu Überschreitungen kommen.

Überschreitungen des EU-Höchstgehalts für PCDD/F und/oder dl-PCB in Schweinefleisch sind bisher nur aus Futtermittelkontaminationen bzw. Futter­mittelskandalen bekannt. Die mittleren PCDD/F-Gehalte fast aller Speisefische auf dem deutschen Markt liegen weit unter den EU-Höchstgehalten. Nur Fische mit hohem Fettanteil zeigten überschreitende Befunde an PCDD/F und dl-PCB (Aal aus deutschen Flüssen, Ostseedorsch). Wildtiere (Rehe, Damwild und Wildschwein) wiesen sehr hohe Gehalte auf, jedoch sind hier bislang keine Höchstgehalte festgelegt.

Im Bericht des UBA werden mögliche Managementmaßnahmen für die Reduk­tion von PCDD/F und PCB der betroffenen Nutztierarten benannt und der wei­tere Forschungs- und Handlungsbedarf formuliert. Dazu gehören die Reduktion von PCB-Primäremissionen und die Inventarisierung von PCDD/F- und PCB-belasteten Flächen. Aufgrund der langen Halbwertszeiten von PCDD/F und PCB in Böden von Jahrzehnten bis zu über 100 Jahren werden kurzfristig keine signifikanten Rückgänge durch Abbau erwartet. Das Thema wird uns somit noch in den kommenden Jahren weiter beschäftigen.

Schwerpunkte der GBA Laborgruppe der vergangenen Jahre waren u.a. die Untersuchung unterschiedlichster persistenter Schadstoffe in verschiedensten Matrices von Lebensmitteln, Umwelt und Biota. Auch deswegen werden wir für Sie das Thema weiter beobachten und Sie entsprechend informieren. Sollten Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen der Lebensmittel- oder Umwelt­analytik haben, dann kontaktieren Sie bitte Ihren Ansprechpartner bei der GBA Laborgruppe oder


GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herrn Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0



Literatur:
[1]
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/
publikationen/doku_114_2015_analyse_und_trendabschaetzung_der_
belastung.pdf
; Stand 13.01.2016
[2]
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/
publikationen/doku_114_2015_analyse_und_trendabschaetzung_der_
belastung_anhang_1.pdf
; Stand 13.01.2016
[3] www.bfr.bund.de/cm/350/aufnahme_von_umweltkontaminanten
_ueber_lebensmittel.pdf
; Stand 13.01.2016

 
 

Themenserie Mikrobiologie: Listerien (Listeria monocytogenes)

von Mareen Lehmann, GBA Laborgruppe

Listerien sind kurze grampositive Stäbchenbakterien, die fakultativ anaerob sind, keine Sporen bilden und durch eine peritriche Begeißelung beweglich sind. Ihr Wachstumsoptimum liegt bei einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert zwischen 30-37 °C.[1] Sie besitzen die Fähigkeit, sich an eine verän­derte Umgebung anzupassen. So können sie sich z.B. in einem relativ breiten Tem­peraturbereich von 0-45 °C vermehren und auch pH-Werte von 4,5 und 9 gut überleben.[2]

Das Genus Listeria umfasst momentan 19 Spezies und 6 Subspezies.[3]
L. innocua und L. grayi sind als nicht gesundheitsschädliche Umweltkeime anzu­sehen. L. seeligeri, L. ivanovii und L. welshimeri treten nur äußerst selten als Krankheits­erreger beim Menschen auf. Listeria monocytogenes stellt die bedeu­tendste humanpathogene Spezies dar. Sie kann in 13 Serovare (Serotypen oder Va­riationen) unterschieden werden, wobei die Mehrzahl der schweren Listeriose-Erkrankungen beim Menschen auf den Stamm des Serovars 4b zurückzuführen sind. Wesentlich seltener treten Erkrankungen aufgrund der Serovare I/2a und I/2b auf.[4] Die Listeriose gehört zu den selteneren Lebens­mittelinfektionen des Menschen, welche für die Be­troffenen mit einem ver­gleichsweise schweren ge­sundheitlichen Schaden ver­bunden sein kann. Die Infektionsdosis hängt dabei stark vom Gesundheitszu­stand der betroffenen Person ab und auch die Symp­tome variieren erheblich. Sie reichen von leich­ten, grippeähnlichen Erkrankun­gen bei gesunden Erwach­senen über syste­mische Infektionen bis hin zu Hirn­haut- und Gehirnentzündun­gen mit einem hohen Anteil an tödlichen Verläufen bei Menschen mit ge­schwächter Immun­abwehr. Infektionen bei Schwangeren können Fehl- oder Frühgeburten zur Fol­ge haben. Die Neugeborenen kommen oft mit schweren Schäden zur Welt.[5]

Listerien sind primär Erdbewohner, besonders Oberflächen von Brachland­schaften sind reich daran. Daneben sind sie auch auf Pflanzen, im Stuhl ge­sunder und erkrankter Tiere und zu einem geringen Umfang auch im Stuhl ge­sunder Menschen nachweisbar. Listerien kommen vor allem in rohen Lebens­mitteln wie Fleisch, Geflügel, Gemüse, Milch und Meerestieren vor.[1] Zudem kann es während der Verarbeitung eines Produktes zu einer Re- oder Kreuz­kontamination kommen (z.B. in der Rinde von Rohmilchweichkäse). Neben Lebensmitteln tierischer Herkunft können auch viele pflanzliche Lebensmittel verunreinigt sein. Aufgrund ihres ubiquitären Vorkommens werden Listerien allgemein und L. monocytogenes im speziellen auf allen Stufen der Lebens­mittelproduktionskette auch als Hygieneindikatoren herangezogen. Einzelne Listerienstämme können sich in Verarbeitungsbetrieben ausbreiten und sogar als „Hausflora“ etablieren.[6]

Listeria monocytogenes ist in der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 über mikrobio­logische Kriterien für Lebensmittelsicherheit als Lebensmittelmerkmal definiert.[6]
 
Haben Sie weitere Fragen, dann kontaktieren Sie Ihren persönlichen Kunden­betreuer oder

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Heike Schlechte
Tel.: +49 (0)40 797172-0



Literatur:
[1] Krämer, J.: Lebensmittelmikrobiologie, 4. neu bearbeitete Auflage,
Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart (Hohenheim), 2002
[2] Bülte, M.: Pathogene Mikroorganismen Listeria monocytogenes, 1. Auflage,
Band II, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2008 
[3]
www.bacterio.net/listeria.html, Stand 21.01.2016
[4] Bülte, M.: Pathogene Mikroorganismen Listeria monocytogenes, 1. Auflage,
Band I, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2008
[5] BfR-Bundesinstitut für Risikobewertung, www.bfr.bund.de/de/listerien-54356.html, Listerien, Stand 14.01.2016
[6] Baumgart, J., Becker, B., Stephan, R.: Mikrobiologische Untersuchung von Lebensmitteln, 66. Aktualisierungs-Lieferung, Behr´s Verlag GmbH Co.KG, Hamburg, 2014

 
 

Fruit Logistica 2016 in Berlin: GBA Laborgruppe beim Hallenforum zum Thema „Food Safety am Point of Sales“

von Patrizia Schulz, GBA Laborgruppe

Vom 03. bis 05.02.2016 werden in Berlin erneut die Türen zur Fruit Logistica geöffnet. Sie gilt als die internationale Leitmesse des Fruchthandels und bietet einen kompletten Überblick von Produktion und Dienstleistungen von Anbau­techniken über Transport, Verpackung und Lagerung bis hin zu Medien und Innovationen der sogenannten „Fresh-Produce“ Geschäftsbereiche.

Wie auch in den vergangenen Jahren gibt es erneut ein umfangreiches fach­liches Begleitprogramm mit verschiedenen Foren entlang der gesamten Wert­schöpfungskette.

Im Rahmen des Hallenforums „Food Safety am Point of Sales (POS)“ wird Dr. Sven Steinhauer, Innovation Manager der GBA Laborgruppe, am Freitag, den 05. Februar um 11:30 Uhr (Kleiner Stern) in einem Vortrag das Zusammenspiel der Handelsstufen betrachten. „Die gesamte Wertschöpfungskette unternimmt enorme Anstrengungen, Standards, Vorgaben und Zertifizierungen zu erfüllen und einzuhalten, aber am POS ist alles vorbei? Ist das richtig?“ Was leistet der Lebensmitteleinzelhandel? Ein spannendes Thema für kritische Auseinander­setzungen und mit kontroversen Meinungen. Seien Sie dabei und profitieren Sie von unserer Expertise. 

Sie wollen mehr zu diesem Thema wissen oder hätten gerne Informationen über unsere umfassenden Labordienstleistungen? Kontaktieren Sie uns:  

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Herr Dr. Sven Steinhauer
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 
 

BIOFACH – Die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel

von Patrizia Schulz, GBA Laborgruppe

Erneut wird die GBA Laborgruppe auf der Messe BIOFACH in Nürnberg vom 10.02. - 13.02.2016 mit einem Messestand in Halle 9, Stand 409 vertreten sein. Seit über 25 Jahren ist die BIOFACH die Kommunikationsplattform für Bio-Lebensmittel und Bio-Pro­dukte. Ein internationales Publikum hat die Möglich­keit, sich über die neuesten Trends zu informieren, Kontakte zu knüpfen und Handelsbeziehungen aufzu­bauen bzw. zu vertiefen.

Vor Ort werden Sie an unserem Stand die Möglichkeit haben, sich über unser Analysenspektrum im Bereich der analytischen Qualitätssicherung für Ihre Bio-Produkte zu informieren. Erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch mehr über unser umfangreiches Dienstleistungsportfolio im Bereich der Lebens­mittel­analytik. Die GBA Laborgruppe bietet Ihnen von der Probenahme über den Probentransport bis hin zur lebensmittelrechtlichen Bewertung alle Dienstlei­stungen und Technologien an, um Ihre Proben umfassend beurteilen und Ihnen die notwendige Sicherheit im Handel mit Ihren Produkten geben zu können.

Besuchen Sie unsere Lebensmittelexperten vor Ort und informieren Sie sich. Für einen persönlichen Termin an unserem Messestand kontaktieren Sie uns bitte:

GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH
Frau Mareen Lehmann
21073 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 797172-0

 
 

GBA-Mitarbeiter feiern Jubiläen

von Patrizia Schulz, GBA Laborgruppe

Die GBA Laborgruppe beendete das Geschäftsjahr 2015 erneut mit Anerken­nungen für langjährige Betriebszugehörigkeiten. Insgesamt wurden 26 Mitar­beiter der GBA Laborgruppe deutschlandweit für ihr Engagement, ihre Lei­stungen und ihre Firmentreue (10, 20, 25 und sogar 40 Jahre) im Unternehmen ge­ehrt. Ein deutliches Zeichen für ein angenehmes Betriebsklima und der Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. „Wir sind stolz darauf, erneut so viele hervorragende Mitarbeiter zu ehren und zum Ausdruck zu brin­gen, wie wertvoll ihre langjährige Arbeit für die GBA Laborgruppe ist. Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeiter zu fördern und ihnen Verantwortung zu übergeben sowie ein gutes Betriebsklima zu schaffen, denn qualifizierte und zufriedene Mitarbeiter sind das Kapital eines jeden Unternehmens‘‘, so Manfred Giesecke, geschäfts­führender Ge­sellschafter der GBA Laborgruppe „ohne unsere Mit­arbeiter wäre die GBA nicht da, wo sie jetzt ist - eines der führenden Unter­nehmen in der Labor­analytik in Deutschland“.


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