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Poly- und Perfluorierte Chemikalien (PFC, PFT)

Poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC), auch bekannt als perfluorierte Tenside (PFT), sind Kohlenstoffketten verschiedener Längen, bei denen die Wasserstoff­atome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind. Da diese Bindungen sehr stabil sind, besitzen Produkte, in denen PFC eingesetzt sind, eine hohe thermische und chemische Stabilität und sind schmutz-, farb-, fett-, öl- und wasserabweisend. Seit 1966 findet diese Stoffgruppe in zahl­reichen Anwendungsgebieten Verwendung (u.a. Tinten, Lacke, Schmiermittel, Beschichtungen von Leder, Papier und Textilien etc.). Das amerikanische Unter­nehmen 3M brachte in den sechziger Jahren auch das erste Schaumlösch­mittel (AFFF = aqueous film forming foam) auf den Markt, das Perfluoroctan­sulfonsäure (PFOS) zum Erreichen der wasserfilmbildenden Eigenschaften enthielt.

Über die Zweckmäßigkeit dieser Verbindungen in den unterschiedlichen Einsatz­gebieten gibt es wenig unterschiedliche Meinungen. Das Gefahrenpotential dieser Substanzklasse sorgte aber dafür, dass über die Verwendung von PFC in den technischen Anwendungsgebieten diskutiert werden musste.

PFC kommen in der Natur natürlicherweise nicht vor. Weder bakterielle Prozesse noch Licht, Wasser oder Luft tragen zum Abbau dieser Stoffgruppe bei. PFC ver­bleiben deshalb sehr lange in der Umwelt und werden über Flüsse und Meere sowie über die Luft global verbreitet. Sogar im Eis und in Organismen der Arktis wurden bereits PFC nachgewiesen. Eine Entsorgung ist derzeit nur durch die Verbrennung bei hohen Temperaturen mit angeschlossener Rauchgasreinigung möglich.

PFOS wurde 2009 in der Stockholm-Konvention als „PBT-Substanz“ (persistent, bioakkumulierend, toxisch) definiert und in die Liste der POPs (persistant organic pollutants) aufgenommen. PFC bilden im menschlichen Körper Verbindungen mit Proteinen. In Tierversuchen waren sie krebsfördernd bzw. –erregend und sie stehen unter Verdacht, reproduktionstoxisch zu sein. 2010 wurden 17 PFC durch die OSPAR-Kommission (zuständig für alles, was in Nordsee und Nordatlantik eingeleitet, versenkt oder verbracht wird) definiert, die eine Gefahr für die aqua­tische und marine Umwelt, die weitläufige Verteilung in einem oder mehreren Lebensräumen der Meere und damit eine Gefahr für die Aufnahme in die Nahrungskette bildet.

Die Untersuchung von PFC sowie einiger Ersatzstoffe, der sog. Fluortelomere, in den Matrices Wasser, Abwasser, Boden, Löschschäumen und Biota gehören in der GBA Group seit einigen Jahren zur Expertise.  Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben.

Qualitätssicherung

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